Geburts­hil­fe­sta­ti­on auf Sylt

Ein Anspruch eines pri­va­ten Dritt­be­trof­fe­nen auf Errich­tung oder Erhalt einer bestimm­ten regio­na­len Kran­ken­haus­ver­sor­gung besteht unter kei­nem denk­ba­ren recht­li­chen Gesichts­punkt.

Geburts­hil­fe­sta­ti­on auf Sylt

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Schles­wig in dem hier vor­lie­gen­den Eil­ver­fah­ren, mit dem das schles­wig-hol­stei­ni­sche Sozi­al­mi­nis­te­ri­um ver­pflich­tet wer­den soll­te, die bei­gela­de­ne Askle­pi­os Nord­see­kli­nik Wes­ter­land GmbH zu ver­an­las­sen, ihre Frau­en­heil­kun­de- bzw. Geburts­hil­fe­sta­ti­on wei­ter­hin zu betrei­ben. Mit Wir­kung zum 1. Janu­ar 2014 war die­se Abtei­lung ein­ge­stellt wor­den. Die Auf­recht­erhal­tung der Geburts­hil­fe­sta­ti­on in Wes­ter­land soll­te mit dem Eil­an­trag einer in der Gemein­de­ver­tre­tung der Gemein­de Sylt ver­tre­te­nen Wäh­ler­ge­mein­schaft durch­ge­setzt wer­den. Der Antrag­stel­ler hat­te damit argu­men­tiert, dass der Kran­ken­haus­plan ein Plan­k­ran­ken­haus der Grund- und Regel­ver­sor­gung vor­se­he. Zur Regel­ver­sor­gung gehö­re eine Abtei­lung für Geburts­hil­fe bzw. Gynä­ko­lo­gie. Von die­sem Ver­sor­gungs­auf­trag kön­ne die Kli­nik­be­trei­be­rin sich nicht ein­sei­tig lösen. Das Sozi­al­mi­nis­te­ri­um habe die Erfül­lung die­ser Ver­pflich­tung durch­zu­set­zen. Das Minis­te­ri­um und die Kli­nik waren dem ent­ge­gen­ge­tre­ten und hat­ten gel­tend gemacht, dass dem Antrag­stel­ler ein Rechts­schutz­be­dürf­nis für den Antrag feh­le und aus der Auf­nah­me in den Kran­ken­haus­plan kei­ne Erfül­lungs­ver­pflich­tung fol­ge.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Schles­wig besit­ze der Antrag­stel­ler nicht die erfor­der­li­che Antrags­be­fug­nis, so dass der Antrag unzu­läs­sig sei. Ein Anspruch eines pri­va­ten Dritt­be­trof­fe­nen auf Errich­tung oder Erhalt einer bestimm­ten regio­na­len Kran­ken­haus­ver­sor­gung bestehe unter kei­nem denk­ba­ren recht­li­chen Gesichts­punkt. Der Kran­ken­haus­plan selbst sei sei­ner Rechts­na­tur nach nicht jus­ti­zia­bel. Für Kran­ken­haus­trä­ger und Minis­te­ri­um folg­ten Rech­te und Pflich­ten nur hin­sicht­lich der Ansprü­che auf För­de­rung. Die wei­te­ren Rechts­fol­gen beträ­fen allei­ne die Rechts­be­zie­hun­gen der Kli­nik zu den Kran­ken­kas­sen (Bemes­sung der Pfle­ge­sät­ze usw.). Auch das über­ge­ord­ne­te Sozi­al­staats­ge­bot gebe der Wäh­ler­ge­mein­schaft als sol­cher kei­ne eige­nen Rech­te.

Ver­wal­tungs­ge­richt Schles­wig, Beschluss vom 29. Janu­ar 2014 – 1 B 1/​14