Gegen­stands­wert für eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Der Gegen­stands­wert für das Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren und für den Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung wird geson­dert nach § 37 Abs. 2 Satz 2 RVG in Ver­bin­dung mit § 14 Abs. 1 RVG fest­ge­setzt.

Gegen­stands­wert für eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Danach ist der Gegen­stands­wert unter Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de, ins­be­son­de­re der Bedeu­tung der Ange­le­gen­heit, des Umfangs und der Schwie­rig­keit der anwalt­li­chen Tätig­keit sowie der Ver­mö­gens- und Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se des Auf­trag­ge­bers nach bil­li­gem Ermes­sen zu bestim­men, jedoch nicht unter 5.000 €.

In objek­ti­ver Hin­sicht kommt auch dem Erfolg der Ver­fas­sungs­be­schwer­de für die Bemes­sung des Gegen­stands­werts Bedeu­tung zu. Wird die Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men, über sie also nicht inhalt­lich befun­den, ist es des­halb im Regel­fall nicht gerecht­fer­tigt, über den gesetz­li­chen Min­dest­wert hin­aus­zu­ge­hen. In die­sen Fäl­len besteht kein Rechts­schutz­be­dürf­nis für die Fest­set­zung des Gegen­stands­werts 1.

Ein Rechts­schutz­be­dürf­nis für eine vom gesetz­li­chen Min­dest­streit­wert abwei­chen­de Gegen­stands­wert­fest­set­zung war für das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im hier ent­schie­de­nen Fall schließ­lich auch nicht vor dem Hin­ter­grund der Kos­ten­be­las­tung der Beschwer­de­füh­re­rin anzu­neh­men: Jene hat die Beschwer­de­füh­re­rin auf­grund der Hono­rar­ver­ein­ba­rung mit ihrem Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten selbst zu ver­ant­wor­ten. Eine Anord­nung der Aus­la­ge­n­er­stat­tung zuguns­ten der Beschwer­de­füh­re­rin gemäß § 34a Abs. 3 BVerfGG kommt auf­grund der ekla­tan­ten Begrün­dungs­män­gel und der vor­lie­gend offen­kun­di­gen Aus­sichts­lo­sig­keit, eine Ent­schei­dung des Fach­ge­richts ohne münd­li­che Ver­hand­lung über eine Anord­nung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts im einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren zu erzwin­gen, ohne­hin nicht in Betracht. Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de und der Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung gemäß § 32 BVerfGG beweg­ten sich viel­mehr am Ran­de zur Auf­er­le­gung einer Miss­brauchs­ge­bühr gemäß § 34 Abs. 2 BVerfGG.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 13. Dezem­ber 2016 – 2 BvR 617/​16

  1. vgl. BVerfGE 79, 365, 369; BVerfG, Beschluss vom 25.05.1999 – 2 BvR 1790/​94, NJW 2000, S. 1399; Beschlüs­se vom 24.04.2008 – 1 BvR 206/​08 7 und 7.01.2009 – 1 BvR 2523/​08 4; Beschluss vom 13.01.2010 – 2 BvR 2552/​08 2; Beschluss vom 28.09.2010 – 1 BvR 1179/​08 4[]