Gegen­stands­wert­fest­set­zung – und der gesetz­li­che Min­dest­wert

Ein Antrag auf Fest­set­zung des Gegen­stands­werts ist unzu­läs­sig, wenn für die Fest­set­zung eines über den gesetz­li­chen Min­dest­be­trag (hier: von 5.000 €) hin­aus­ge­hen­den Werts kein Rechts­schutz­be­dürf­nis besteht.

Gegen­stands­wert­fest­set­zung – und der gesetz­li­che Min­dest­wert

Der Gegen­stands­wert für das Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren ist nach § 37 Abs. 2 Satz 2 RVG in Ver­bin­dung mit § 14 Abs. 1 RVG unter Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de, ins­be­son­de­re der Bedeu­tung der Ange­le­gen­heit, des Umfangs und der Schwie­rig­keit der anwalt­li­chen Tätig­keit sowie der Ver­mö­gens- und Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se des Auf­trag­ge­bers nach bil­li­gem Ermes­sen zu bestim­men; er beträgt min­des­tens 5.000 Euro. In objek­ti­ver Hin­sicht kommt auch dem Erfolg der Ver­fas­sungs­be­schwer­de für die Bemes­sung des Gegen­stands­werts Bedeu­tung zu. Wird die Ver­fas­sungs­be­schwer­de – wie vor­lie­gend – zurück­ge­nom­men, über sie also nicht inhalt­lich befun­den, ist es im Regel­fall nicht gerecht­fer­tigt, über den gesetz­li­chen Min­dest­wert hin­aus­zu­ge­hen. In die­sen Fäl­len besteht kein Rechts­schutz­be­dürf­nis für die Fest­set­zung des Gegen­stands­werts 1.

Vor­lie­gend besteht kein Anlass, von die­ser Regel abzu­wei­chen. Anhalts­punk­te, die es recht­fer­ti­gen könn­ten, für das Ver­fah­ren der Ver­fas­sungs­be­schwer­de einen über den gesetz­li­chen Min­dest­be­trag hin­aus­ge­hen­den Gegen­stands­wert fest­zu­set­zen, sind weder dar­ge­tan noch sonst ersicht­lich.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 25. Juni 2018 – 2 BvR 2263/​16

  1. vgl. etwa BVerfGE 79, 365, 369; BVerfG, Beschluss vom 13.12 2016 – 2 BvR 617/​16 10 m.w.N.; Beschluss vom 10.04.2018 – 1 BvR 2119/​17 2; stRspr[]