Gehörs­rü­ge per "pas­te & copy"

Ein Gehörs­ver­stoß ist nicht in der erfor­der­li­chen Wei­se dar­ge­legt (§ 133 Abs. 3 Satz 1 und 3 VwGO), wenn im Rah­men einer umfang­rei­chen Beschwer­de­be­grün­dung (hier: 97 Sei­ten) Schrift­sät­ze aus dem Beru­fungs­ver­fah­ren (hier: im Umfang von ins­ge­samt 74 Sei­ten) mit­tels eines EDV-Schreib­pro­gramms in den Schrift­satz der Beschwer­de­be­grün­dung hin­ein­ko­piert und mit dem blo­ßen Hin­weis in Bezug genom­men wer­den, die­sen Vor­trag habe das Beru­fungs­ge­richt "nicht beach­tet und nicht zur Kennt­nis genom­men". Es ist nicht Auf­ga­be des Beschwer­de­ge­richts, aus einer sol­chen Beschwer­de­be­grün­dung das­je­ni­ge kon­kre­te Vor­brin­gen her­aus­zu­su­chen, das angeb­lich nicht zur Kennt­nis genom­men wor­den sei1.

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Soweit eine Beschwer­de mehr­fach durch umfang­rei­che Bezug­nah­men auf Schrift­sät­ze des Beru­fungs­ver­fah­rens behaup­tet, das Beru­fungs­ge­richt habe Vor­brin­gen des Beklag­ten nicht beach­tet oder über­gan­gen, und auch inso­weit – offen­bar all­ge­mein – einen Ver­stoß gegen den Anspruch auf recht­li­ches Gehör gel­tend machen will (Art. 103 Abs. 1 GG, § 108 Abs. 2 VwGO), genügt die­se Rüge nicht den Begrün­dungs- und Dar­le­gungs­an­for­de­run­gen des § 133 Abs. 3 Satz 1 und 3 VwGO. Das­sel­be gilt, falls die­se Bezug­nah­me zur Dar­le­gung ande­rer Ver­fah­rens­män­gel die­nen soll­te.

Die Beschwer­de beschränk­te sich in dem hier vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall inso­weit dar­auf, meh­re­re Schrift­sät­ze aus dem Beru­fungs­ver­fah­ren (im Umfang von 6, 11, 9, 13 und 35 Sei­ten, zusam­men mit­hin rund 74 Sei­ten) mit­tels eines EDV-Schreib­pro­gramms in den (dadurch 97 Sei­ten umfas­sen­den) Schrift­satz der Beschwer­de­be­grün­dung hin­ein­zu­ko­pie­ren und schlicht zu rügen, die­sen Vor­trag habe das Beru­fungs­ge­richt "nicht beach­tet und nicht zur Kennt­nis genom­men" . Ein Gehörs­ver­stoß muss jedoch kon­kret bezeich­net wer­den. Eine auf die Ver­let­zung des Anspruchs auf recht­li­ches Gehör gestütz­te Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de muss den Streit­stoff sich­ten und sich mit der ange­grif­fe­nen Ent­schei­dung aus­ein­an­der­set­zen. Es ist nicht Auf­ga­be des Beschwer­de­ge­richts, aus der Begrün­dung einer Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de der hier beschrie­be­nen Art und die­ses Umfangs das­je­ni­ge kon­kre­te Vor­brin­gen her­aus­zu­su­chen, das angeb­lich nicht zur Kennt­nis genom­men wor­den sei2.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 25. Janu­ar 2016 – 2 B 34.14

  1. im Anschluss an BVerwG, Beschluss vom 23.11.1995 – 9 B 362.95, Buch­holz 310 § 133, n.F. VwGO Nr.20 S. 5 []
  2. vgl. BVerwG, Beschluss vom 23.11.1995 – 9 B 362.95, Buch­holz 310 § 133, n.F. VwGO Nr.20 S. 5; Kraft, in: Eyer­mann, VwGO 14. Aufl.2014, § 133 Rn. 21; Bader, in: Bader/­Fun­ke-Kai­ser/­Stuhl­fau­th/­von Albe­dyll, VwGO, 6. Aufl.2014, § 133 Rn. 29, jeweils m.w.N. []