Gemein­de­ge­biets­re­form in Sach­sen-Anhalt

Das Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt Sach­sen-Anhalt hat die kom­mu­na­len Ver­fas­sungs­be­schwer­den der Gemein­den Arn­stedt und Wie­der­stedt (Land­kreis Mans­feld-Süd­harz), Eve­rin­gen (Land­kreis Bör­de) sowie der Stadt Stol­berg (Harz) zurück­ge­wie­sen.
Die Ver­fas­sungs­be­schwer­den rich­te­ten sich gegen die Geset­ze über die Neu­glie­de­rung der Gemein­den im Land Sach­sen-Anhalt für die betref­fen­den Land­krei­se und teil­wei­se gegen Rege­lun­gen des Geset­zes zur Aus­füh­rung der Gemein­de­ge­biets­re­form.

Gemein­de­ge­biets­re­form in Sach­sen-Anhalt

Die im ers­ten Begleit­ge­setz zur Gemein­de­ge­biets­re­form gere­gel­ten Grund­sät­ze der Gemein­de­neu­glie­de­rung hat das Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt bereits vor zwei Jah­ren1 als ver­fas­sungs­ge­mäß bestä­tigt. Auch durch die nun­mehr ange­ord­ne­te Auf­lö­sung und Ein­ge­mein­dung in Ein­heits­ge­mein­den wer­den die Beschwer­de­füh­re­rin­nen nicht in ihrem kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tungs­recht ver­letzt.

Die Lan­des­ver­fas­sung gewähr­leis­tet ledig­lich den insti­tu­tio­nel­len Bestand der Gemein­den, nicht aber den Fort­be­stand jeder ein­zel­nen, his­to­risch gewach­se­nen Gemein­de. Der Gesetz­ge­ber hat im Rah­men sei­nes poli­ti­schen Gestal­tungs­spiel­rau­mes eine leit­bild­ge­rech­te Zuord­nung vor­ge­nom­men, die sich am Gemein­wohl ori­en­tiert und die geo­gra­fi­schen und sons­ti­gen Beson­der­hei­ten der Gemein­den ange­mes­sen berück­sich­tigt. Soweit eini­ge Gemein­den gerügt haben, dass die Kom­mu­nal­auf­sicht über ihre Anträ­ge zur Geneh­mi­gung von Gebiets­än­de­rungs­ver­ein­ba­run­gen nicht in der for­ma­len Rei­hen­fol­ge des Ein­gangs der Anträ­ge ent­schie­den habe, liegt hier­in kein Ver­fas­sungs­ver­stoß.

Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt Sach­sen-Anhalt, Urtei­le vom 10. Mai 2011 -LVG 24/​10, LVG 25/​10, LVG 33/​10 und LVG 47/​10

  1. LVerfG LSA, Urteil vom 21.04.2009 – LVG 12/​08 []