Geneh­mi­gung einer Frei­flä­chen-Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge

Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen haben im Gegen­satz zu ande­ren erneu­er­ba­ren Ener­gie­quel­len kei­ne geson­der­te gesetz­ge­be­ri­sche Pri­vi­le­gie­rung erfah­ren. So dass es sich bei Frei­flä­chen-Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen nicht um ein im Sin­ne der Vor­schrif­ten des Bau­ge­setz­bu­ches im Außen­be­reich zuläs­si­ges Vor­ha­ben han­delt.

Geneh­mi­gung einer Frei­flä­chen-Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge

So die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Grund­stücks­ei­gen­tü­mers, des­sen Antrag auf Ertei­lung eines Bau­vor­be­scheids zur Fra­ge der bau­pla­nungs­recht­li­chen Zuläs­sig­keit einer ca. 4.500 qm gro­ße Frei­flä­chen-Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge von der Ver­bands­ge­mein­de Konz abge­lehnt wor­den war. Als Begrün­dung führ­te die Gemein­de an, dass das Vor­ha­ben öffent­li­che Belan­ge beein­träch­ti­ge, weil es den Dar­stel­lun­gen des Flä­chen­nut­zungs­plans wider­spre­che und die Was­ser­wirt­schaft gefähr­de.

Die­se Sicht­wei­se ist vom Ver­wal­tungs­ge­richt Trier bestä­tigt wor­den: Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen zur Strom­erzeu­gung wür­den von den ein­schlä­gi­gen Pri­vi­le­gie­rungs­tat­be­stän­den des Bau­ge­setz­bu­ches für bestimm­te Vor­ha­ben nicht erfasst. Inso­weit feh­le es an der erfor­der­li­chen Vor­aus­set­zung der Stand­ort­ge­bun­den­heit, da Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen ihrem Wesen nach nicht an den Außen­be­reich gebun­den, son­dern auch im Innen­be­reich, bspw. auf Dächern oder an Fas­sa­den, rea­li­sier­bar sei­en. Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen hät­ten im Gegen­satz zu Wind­ener­gie­an­la­gen und ande­ren erneu­er­ba­ren Ener­gie­quel­len kei­ne geson­der­te gesetz­ge­be­ri­sche Pri­vi­le­gie­rung erfah­ren. Im kon­kre­ten Fall kom­me dar­über hin­aus auch eine Zulas­sung als „sons­ti­ges Vor­ha­ben“ nicht in Betracht, da das geplan­te Vor­ha­ben öffent­li­che Belan­ge beein­träch­ti­ge. Es wider­spre­che den Dar­stel­lun­gen des Flä­chen­nut­zungs­plans, der die­sen Bereich als Suk­zes­si­ons­flä­che für den Natur­haus­halt dar­stel­le und beein­träch­ti­ge den Hoch­was­ser­schutz, da ein Teil des Grund­stücks als Reten­ti­ons­flä­che im Fal­le eines Hoch­was­sers die­ne.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 23. Mai 2012 – 5 K 1511/​11.TR