Geneh­mi­gung eines Bahn­funk­mas­tes

Bei der Geneh­mi­gung eines Bahn­funk­mas­tes, der auf ein unmit­tel­bar angren­zen­des Nach­bar­grund­stück optisch bedrän­gend wirkt, muss ein vor­han­de­ner Alter­na­tiv­stand­ort in die Abwä­gung ein­be­zo­gen wer­den.

Geneh­mi­gung eines Bahn­funk­mas­tes

In einem jetzt vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Koblenz ent­schie­de­nen Fall sind die Klä­ger Eigen­tü­mer eines mit einem Wohn­haus bebau­ten Grund­stücks in Kai­sers­lau­tern, an dem die Bahn­stre­cke Kai­sers­lau­tern – Pir­ma­sens vor­bei­führt. Mit Geneh­mi­gung des Eisen­bahn-Bun­des­am­tes errich­te­te die DB Netz AG auf ihrem unmit­tel­bar angren­zen­den Nach­bar­grund­stück einen 25m hohen Sen­de­mast. Er ist Teil eines neu­en digi­ta­len Funk­sys­tems, das u.a. der Sicher­heit des Bahn­ver­kehrs dient. Mit ihrer Kla­ge wen­den sich die Klä­ger gegen die opti­sche Domi­nanz der am Ran­de des Wohn­ge­bie­tes errich­te­ten Anla­ge. Sie machen ins­be­son­de­re gel­tend, der Mast kön­ne auf einem etwas ent­fernt gele­ge­nen eben­falls bahn­ei­ge­nen Grund­stück auf­ge­stellt wer­den. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz stell­te die Rechts­wid­rig­keit der Geneh­mi­gung fest.

Zwar hal­te der Sen­de­mast – wovon auch die Klä­ger aus­gin­gen – die vor­ge­schrie­be­nen Grenz­wer­te für Lärm und elek­tro­ma­gne­ti­sche Wel­len ein. Fer­ner müss­ten die Klä­ger wegen ihrer Nach­bar­schaft zur Bahn­li­nie mit tech­nisch not­wen­di­gen Ver­än­de­run­gen rech­nen, die gege­be­nen­falls mit opti­schen Beein­träch­ti­gun­gen ver­bun­den sei­en. Jedoch sei­en die­se Aus­wir­kun­gen durch die Wahl des Stand­orts der Anla­ge mög­lichst gering zu hal­ten. Des­halb müss­ten Alter­na­tiv­stand­or­te, wel­che die opti­sche Wir­kung auf das Grund­stück der Klä­ger durch den 25 m hohen Mast min­der­ten, in die Abwä­gungs­ent­schei­dung ein­be­zo­gen wer­den. Dies habe das Eisen­bahn-Bun­des­amt im Hin­blick auf das für die Auf­stel­lung des Funk­mas­tes eben­falls geeig­ne­te Grund­stück, das aber nicht an die Wohn­be­bau­ung angren­ze, bis­her unter­las­sen. Des­halb sei die Geneh­mi­gung rechts­wid­rig.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 1. März 2011, Akten­zei­chen: 8 C 11052/​10.OVG