Geneh­mi­gung von Tier­ver­su­chen

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat ein Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts der Frei­en Han­se­stadt Bre­men 1 bestä­tigt, wonach die Freie Han­se­stadt Bre­men ver­pflich­tet war, dem Lei­ter der Abtei­lung Neu­ro­bio­lo­gie des Insti­tuts für Hirn­for­schung der Uni­ver­si­tät Bre­men die von die­sem bean­trag­te tier­schutz­recht­li­che Geneh­mi­gung von Tier­ver­su­chen zu ertei­len.

Geneh­mi­gung von Tier­ver­su­chen

Zur Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Bre­men aus­ge­führt, die Belas­tun­gen der Ver­suchs­tie­re (Rhe­sus­af­fen) sei­en im Hin­blick auf die hohe wis­sen­schaft­li­che Bedeu­tung des Ver­suchs­vor­ha­bens ethisch ver­tret­bar. Auf der Grund­la­ge der vor­ge­leg­ten Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten sei­en die Belas­tun­gen allen­falls als mäßig ein­zu­stu­fen. Der Frei­en Han­se­stadt Bre­men ste­he weder ein Beur­tei­lungs­spiel­raum noch sonst Ermes­sen zu.

Die gegen die­ses Urteil gerich­te­te Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt jetzt zurück­ge­wie­sen:

Die Rechts­sa­che habe nicht die gel­tend gemach­te grund­sätz­li­che Bedeu­tung, denn auf­grund der zwi­schen­zeit­li­chen Ände­rung des Tier­schutz­ge­set­zes sei geklärt, dass der Geneh­mi­gungs­be­hör­de bei ihrer Ent­schei­dung kein Ermes­sen ver­blei­be. Wei­ter sei nicht klä­rungs­be­dürf­tig, dass die gel­tend gemach­te beson­de­re demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on der zustän­di­gen Senats­ver­wal­tung es allein nicht recht­fer­ti­gen kön­ne, die ver­fas­sungs­recht­lich grund­sätz­lich vor­ge­ge­be­ne umfas­sen­de gericht­li­che Kon­trol­le durch Ein­räu­mung eines Beur­tei­lungs­spiel­raums ein­zu­schrän­ken. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Bre­men habe der Grund­la­gen­for­schung und deren mehr oder weni­ger abs­trakt blei­ben­dem Erkennt­nis­ge­winn auch nicht pau­schal Vor­rang ein­ge­räumt, wes­halb ein wei­te­rer grund­sätz­li­cher Klä­rungs­be­darf von der Beschwer­de nicht auf­ge­zeigt wor­den sei. Die gel­tend gemach­ten Ver­fah­rens­feh­ler lägen nicht vor.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 20. Janu­ar 2014 – 3 B 29.2013

  1. OVG Bre­men, Urteil vom 11.12.2012 – 1 A 180/​10, 1 A 367/​10[]

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