Giga­li­ner – Jum­bos auf die Stra­ße

Vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt blie­ben jetzt zwei Nor­men­kon­troll­an­trä­ge gegen die Rechts­ver­ord­nung zur Erpro­bung von "Giga­li­nern" ohne Erfolg. Die bis 2016 befris­te­te "Ver­ord­nung über Aus­nah­men von stra­ßen­ver­kehrs­recht­li­chen Vor­schrif­ten für Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge" (LKW­ÜberlStVAus­nV) vom 19.12 2011 1, die bestimmt, dass Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen im Güter­ver­kehr unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen län­ger sein dür­fen als in den sonst gel­ten­den stra­ßen­ver­kehrs­recht­li­chen Rege­lun­gen vor­ge­se­hen, ist nach Ansicht des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar. Die Rechts­ver­ord­nung ist von den Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen des Stra­ßen­ver­kehrs­ge­set­zes gedeckt, konn­te ohne Zustim­mung des Bun­des­ra­tes erlas­sen wer­den und genügt den Anfor­de­run­gen des Zitier­ge­bots und des Par­la­ments­vor­be­halts.

Giga­li­ner – Jum­bos auf die Stra­ße

Recht­li­che Rege­lung der Kfz-Abmes­sun­gen[↑]

Die grund­sätz­lich zuläs­si­gen Abmes­sun­gen von Kraft­fahr­zeu­gen sind in § 32 der Stra­ßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ord­nung (StVZO) gere­gelt. Hier­nach darf, von beson­de­ren Rege­lun­gen für Kraft­om­ni­bus­se abge­se­hen, ein Kraft­fahr­zeug oder Anhän­ger – aus­ge­nom­men Sat­tel­an­hän­ger – nicht län­ger als 12 m sein (§ 32 Abs. 3 Nr. 1 StVZO). Für Sat­tel­kraft­fahr­zeu­ge (Sat­tel­zug­ma­schi­nen mit Sat­tel­an­hän­ger) und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen (Züge) gel­ten dif­fe­ren­zier­te, teil­wei­se mit Anfor­de­run­gen in Bezug auf Teil­län­gen und sons­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen kom­bi­nier­te zuläs­si­ge Gesamt­län­gen, die von 15, 50 m bis 18, 75 m rei­chen (§ 32 Abs. 4 StVZO). Hin­ter Sat­tel­kraft­fahr­zeu­gen darf nach § 32a Satz 3 StVZO kein Anhän­ger mit­ge­führt wer­den.

Im Uni­ons­recht fin­den sich ent­spre­chen­de Höchst­län­gen in Anhang I Nr. 1.01., Nr. 1.06. und Nr. 4.04. der Richt­li­nie 96/​53/​EG des Rates vom 25.07.1996 zur Fest­le­gung der höchst­zu­läs­si­gen Abmes­sun­gen für bestimm­te Stra­ßen­fahr­zeu­ge im inner­staat­li­chen und grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehr in der Gemein­schaft sowie zur Fest­le­gung der höchst­zu­läs­si­gen Gewich­te im grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehr 2.

Über­schrei­tet ein Fahr­zeug die Abmes­sun­gen des § 32 StVZO, ist in der Regel eine fahr­zeug­be­zo­ge­ne Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung nach § 70 Abs. 1 Nr. 1 StVZO und eine stre­cken­be­zo­ge­ne Erlaub­nis nach § 29 Abs. 3 StVO erfor­der­lich 3. In bestimm­ten Fäl­len kann eine Dau­er­er­laub­nis – unter Umstän­den für das gesam­te Bun­des­ge­biet 4 – erteilt wer­den. Die Mög­lich­keit von Aus­nah­men ist auch in der Richt­li­nie 96/​53/​EG vor­ge­se­hen. So dür­fen die Mit­glied­staa­ten zulas­sen, dass Fahr­zeu­ge oder Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen, die auf neu­en Tech­no­lo­gi­en oder Kon­zep­ten beru­hen und eine oder meh­re­re Anfor­de­run­gen die­ser Richt­li­nie nicht ein­hal­ten kön­nen, wäh­rend eines Ver­suchs­zeit­raums in bestimm­ten ört­li­chen Ver­kehrs­be­rei­chen ein­ge­setzt wer­den (Art. 4 Abs. 5 RL 96/​53/​EG).

Die Giga­li­ner-Ver­ord­nung[↑]

Am 19.12 2011 erließ das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr, Bau und Stadt­ent­wick­lung die Ver­ord­nung über Aus­nah­men von stra­ßen­ver­kehrs­recht­li­chen Vor­schrif­ten für Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge (LKW­ÜberlStVAus­nV). Als Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen nennt die Ver­ord­nung § 6 Abs. 1 Nr. 1 Buch­sta­be c), Nr. 2 Buch­sta­be a, c, k und x, Nr. 3 ein­lei­ten­der Satz­teil und Nr. 5a StVG jeweils in Ver­bin­dung mit § 6 Abs. 3 StVG.

Die Ver­ord­nung regelt, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen bestimm­te Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge am Stra­ßen­ver­kehr teil­neh­men dür­fen. In der genann­ten Fas­sung lau­ten die Vor­schrif­ten:

Die Ver­ord­nung regelt die Vor­aus­set­zun­gen, bei deren Erfül­len bestimm­te Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge am Stra­ßen­ver­kehr abwei­chend von den Vor­schrif­ten der Stra­ßen­ver­kehrs-Ord­nung und der Stra­ßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ord­nung teil­neh­men dür­fen.

§ 2: Stre­cken­netz

(1) Der Ver­kehr mit Fahr­zeu­gen und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge ist aus­schließ­lich auf den in der Anla­ge fest­ge­leg­ten Stre­cken nach Maß­ga­be der fol­gen­den Vor­schrif­ten zuläs­sig.

(2) Abwei­chend von Absatz 1 dür­fen in § 3 Num­mer 1 bezeich­ne­te Sat­tel­kraft­fahr­zeu­ge in den Län­dern Bay­ern, Ham­burg, Hes­sen, Nie­der­sach­sen, Sach­sen, Schles­wig-Hol­stein und Thü­rin­gen das gesam­te Stre­cken­netz der jewei­li­gen Län­der nut­zen.

§ 3: Fahr­zeu­ge

Die nach­fol­gen­den Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge dür­fen am Stra­ßen­ver­kehr teil­neh­men:

  1. Sat­tel­zug­ma­schi­ne mit Sat­tel­an­hän­ger (Sat­tel­kraft­fahr­zeug),
  2. Sat­tel­kraft­fahr­zeug mit Zen­tralachs­an­hän­ger,
  3. Last­kraft­wa­gen mit Unter­setz­ach­se und Sat­tel­an­hän­ger,
  4. Sat­tel­kraft­fahr­zeug mit einem wei­te­ren Sat­tel­an­hän­ger,
  5. Last­kraft­wa­gen mit einem Anhän­ger.

§ 4: Abmes­sun­gen

(1) Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge nach § 3 Num­mer 1, 2 und 4 dür­fen abwei­chend von § 32 Absatz 4 Num­mer 2 der Stra­ßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ord­nung die höchst­zu­läs­si­ge Gesamt­län­ge bis zu einer Gesamt­län­ge von 17, 80 m und die höchst­zu­läs­si­ge Teil­län­ge des Sat­tel­an­hän­gers bis zu einer Teil­län­ge Ach­se Zug­sat­telz­ap­fen bis zur hin­te­ren Begren­zung von 13, 30 m über­schrei­ten.

(2) Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge nach § 3 Num­mer 2 bis 4 dür­fen abwei­chend von § 32 Absatz 4 Num­mer 3 der Stra­ßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ord­nung und abwei­chend von § 22 Absatz 4 Satz 2 der Stra­ßen­ver­kehrs-Ord­nung die höchst­zu­läs­si­ge Gesamt­län­ge bis zu einer Gesamt­län­ge von 25, 25 m über­schrei­ten.

(3) Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge nach § 3 Num­mer 5 dür­fen abwei­chend von § 32 Absatz 4 Num­mer 3 der Stra­ßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ord­nung und abwei­chend von § 22 Absatz 4 Satz 2 der Stra­ßen­ver­kehrs-Ord­nung die höchst­zu­läs­si­ge Gesamt­län­ge bis zu einer Gesamt­län­ge von 24, 00 m über­schrei­ten.

(4) Im Rah­men der Teil­nah­me am Stra­ßen­ver­kehr dür­fen abwei­chend von § 32a der Stra­ßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ord­nung hin­ter Kraft­fahr­zeu­gen mehr als ein Anhän­ger und hin­ter Sat­tel­kraft­fahr­zeu­gen ein Anhän­ger mit­ge­führt wer­den.

§ 5: Tech­ni­sche Anfor­de­run­gen an die ein­ge­setz­ten Fahr­zeu­ge

Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge dür­fen am Stra­ßen­ver­kehr nur teil­neh­men, wenn sie mit fol­gen­den tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen aus­ge­rüs­tet sind:

  1. der Anhän­ger einer Fahr­zeug­kom­bi­na­ti­on mit Spur­hal­teleuch­ten nach § 51 Absatz 4 der Stra­ßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ord­nung,
  2. Luft­fe­de­rung außer auf den Lenk­ach­sen der Kraft­fahr­zeu­ge,
  3. Dif­fe­ren­zi­al­sper­re oder Antriebs­schlupf­re­ge­lung,
  4. elek­tro­nisch gesteu­er­tes Brems­sys­tem 5,
  5. Schei­ben­brem­sen und Retar­der (Ver­lang­sa­mer) im Zug­fahr­zeug,
  6. auto­ma­ti­sche Achs­last­über­wa­chung mit sinn­fäl­li­ger Anzei­ge der Achs­las­ten für die Ach­sen mit Luft­fe­de­rung oder der Gesamt­mas­se,
  7. Spur­hal­te­warn­sys­tem,
  8. Elek­tro­ni­sche Fahr­dy­na­mik­re­gel­sys­te­me 6,
  9. auto­ma­ti­sches Abstands­re­gel­sys­tem (Abstands­tem­po­mat) oder Not­brems­as­sis­tenz­sys­tem,
  10. Ein­rich­tun­gen für indi­rek­te Sicht nach der Richt­li­nie 2003/​97/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 10.11.2003 zur Anglei­chung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten für die Typ­ge­neh­mi­gung von Ein­rich­tun­gen für indi­rek­te Sicht und von mit sol­chen Ein­rich­tun­gen aus­ge­stat­te­ten Fahr­zeu­gen sowie zur Ände­rung der Richt­li­nie 70/​156/​EWG und zur Auf­he­bung der Richt­li­nie 71/​127/​EWG 7, die zuletzt durch die Richt­li­nie 2006/​96/​EG vom 20.11.2006 8 geän­dert wor­den ist,
  11. Kame­ra-Sys­tem am Heck des Fahr­zeugs oder der Fahr­zeug­kom­bi­na­ti­on sowie einem zuge­hö­ri­gen Moni­tor im Blick­feld des Fah­rers für die Sicht nach hin­ten,
  12. Kon­tur­mar­kie­run­gen aus retro­re­flek­tie­ren­dem Mate­ri­al nach UN/​ECE Rege­lung Nr. 48 9,
  13. rück­wär­ti­ge Kennt­lich­ma­chung durch ein Schild aus retro­re­flek­tie­ren­dem Mate­ri­al in Anleh­nung an die UN/​ECE Rege­lung Nr. 70 10 mit der Auf­schrift "Lang-Lkw" (Schrift­hö­he 130 mm),
  14. Kon­troll­ge­rät nach den Bestim­mun­gen des Anhangs I B der Ver­ord­nung (EWG) Num­mer 3821/​85 des Rates vom 20.12 1985 über das Kon­troll­ge­rät im Stra­ßen­ver­kehr 11, die zuletzt durch die Ver­ord­nung (EU) Nr. 1266/​2009 vom 16.12 2009 12 geän­dert wor­den ist.

§ 6: Kom­bi­nier­ter Ver­kehr

(1) Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge dür­fen am Stra­ßen­ver­kehr nur teil­neh­men, wenn sie im Kom­bi­nier­ten Ver­kehr ein­setz­bar sind.

(2) Kom­bi­nier­ter Ver­kehr im Sin­ne des Absat­zes 1 ist der Trans­port von Gütern in einer Lade­ein­heit (Con­tai­ner, Wech­sel­brü­cke, Sat­tel­an­hän­ger mit oder ohne Zug­ma­schi­ne, Last­kraft­wa­gen, Anhän­ger), die mit Gerä­ten umge­schla­gen wird, ohne das Trans­port­gut selbst umzu­schla­gen, wenn der Trans­port auf einem Teil der Stre­cke mit der Eisen­bahn, dem Bin­nen, Küs­ten- oder See­schiff und auf dem ande­ren Teil mit dem Kraft­fahr­zeug durch­ge­führt wird.

§ 7: Über­ein­stim­mungs­nach­weis

Die Ein­hal­tung der in den §§ 4 und 5 fest­ge­leg­ten Vor­aus­set­zun­gen sowie die Ein­hal­tung des § 32d der Stra­ßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ord­nung sind durch ein Gut­ach­ten eines amt­lich aner­kann­ten Sach­ver­stän­di­gen für den Kraft­fahr­zeug­ver­kehr nach­zu­wei­sen; das Gut­ach­ten oder des­sen Kopie ist wäh­rend der Fahrt mit­zu­füh­ren und Kon­troll­be­rech­tig­ten auf Ver­lan­gen aus­zu­hän­di­gen.

§ 8: Ladung

(1) Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge dür­fen am Stra­ßen­ver­kehr nur teil­neh­men, wenn abwei­chend von § 22 Absatz 4 der Stra­ßen­ver­kehrs-Ord­nung die Ladung nicht nach hin­ten hin­aus­ragt.

(2) Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge dür­fen am Stra­ßen­ver­kehr nur teil­neh­men, wenn kei­ne flüs­si­gen Mas­sen­gü­ter in Groß­tanks, kein Gefahr­gut, kei­ne leben­den Tie­re und kei­ne Güter, die frei­schwin­gend befes­tigt sind und auf­grund ihrer Mas­se die Fahr­sta­bi­li­tät beein­träch­ti­gen, beför­dert wer­den.

§ 9: Über­ho­len

(1) Abwei­chend von § 5 Absatz 1 und 2 der Stra­ßen­ver­kehrs-Ord­nung ist das Über­ho­len mit Fahr­zeu­gen und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge unzu­läs­sig.

(2) Abwei­chend von Absatz 1 ist das Über­ho­len von Fahr­zeu­gen und Zügen, die nicht schnel­ler als 25 km/​h fah­ren kön­nen oder dür­fen, zuläs­sig.

§ 10: Trans­port­weg

Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge gemäß § 3 Num­mer 2 bis 5 dür­fen am Stra­ßen­ver­kehr nur teil­neh­men, wenn jeweils vor Fahrt­an­tritt sich der Fah­rer davon über­zeugt hat, dass kei­ne Sper­run­gen und Umlei­tun­gen auf der zuge­las­se­nen Trans­port­stre­cke vor­lie­gen, die ein Ver­las­sen der in der Anla­ge fest­ge­leg­ten Stre­cken erfor­dern.

§ 11: Per­sön­li­che Anfor­de­run­gen an die Fah­rer

(1) Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge dür­fen am Stra­ßen­ver­kehr nur teil­neh­men, wenn deren Fah­rer seit min­des­tens fünf Jah­ren unun­ter­bro­chen im Besitz der Fahr­erlaub­nis der Klas­se CE sind und über min­des­tens fünf Jah­re Berufs­er­fah­rung im gewerb­li­chen Stra­ßen­gü­ter- oder Werk­ver­kehr ver­fü­gen. Die Berufs­er­fah­rung ist durch Vor­la­ge von Arbeits­zeug­nis­sen, Arbeits­ver­trä­gen oder sons­ti­gen Nach­wei­sen oder deren beglau­big­te Abschrif­ten, die wäh­rend der Fahrt mit­zu­füh­ren sind, nach­zu­wei­sen und Kon­troll­be­rech­tig­ten auf Ver­lan­gen aus­zu­hän­di­gen.

(2) Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge dür­fen am Stra­ßen­ver­kehr nur teil­neh­men, wenn deren Fah­rer vor dem erst­ma­li­gen Füh­ren eines Fahr­zeugs oder einer Fahr­zeug­kom­bi­na­ti­on mit Über­län­ge an einer min­des­tens zwei­stün­di­gen Ein­wei­sung in das ein­ge­setz­te Fahr­zeug oder die ein­ge­setz­te Fahr­zeug­kom­bi­na­ti­on durch den Her­stel­ler oder eine von die­sem beauf­trag­te Stel­le teil­ge­nom­men haben, in der ins­be­son­de­re der siche­re Umgang mit den beson­de­ren Fahr­ei­gen­schaf­ten des ein­ge­setz­ten Fahr­zeugs oder der ein­ge­setz­ten Fahr­zeug­kom­bi­na­ti­on prak­ti­ziert wird. In der Ein­wei­sung ist zudem das Kur­ven- und Rück­wärts­fah­ren beson­ders zu schu­len. Eine Beschei­ni­gung über die Teil­nah­me an der Ein­wei­sung ist mit­zu­füh­ren und Kon­troll­be­rech­tig­ten auf Ver­lan­gen aus­zu­hän­di­gen.

§ 12: Wis­sen­schaft­li­che Beglei­tung

(1) Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge dür­fen am Stra­ßen­ver­kehr nur teil­neh­men, wenn mit die­sen an einer wis­sen­schaft­li­chen Unter­su­chung durch die Bun­des­an­stalt für Stra­ßen­we­sen teil­ge­nom­men wird.

(2) Die Teil­nah­me ist durch das Trans­port­un­ter­neh­men gegen­über der Bun­des­an­stalt für Stra­ßen­we­sen, Brü­der­stra­ße 53, 51427 Ber­gisch Glad­bach, schrift­lich auf dem Post­we­ge zu bekun­den. In der Bekun­dung sind Anga­ben zum Unter­neh­men (Sitz), zum ein­ge­setz­ten Fahr­zeug oder zur ein­ge­setz­ten Fahr­zeug­kom­bi­na­ti­on (Typ, Erst­zu­las­sungs­da­tum) und zur Stre­cke (Abfahrts- und Ziel­ort) anzu­zei­gen.

§ 13: Inkraft­tre­ten und Außer­kraft­tre­ten

(1) Die­se Ver­ord­nung tritt am 1.01.2012 in Kraft.

(2) Sie tritt mit Ablauf des 31.12 2016 außer Kraft.

Mit der Ers­ten Ver­ord­nung zur Ände­rung der Ver­ord­nung über Aus­nah­men von stra­ßen­ver­kehrs­recht­li­chen Vor­schrif­ten für Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge vom 05.07.2012 13 wur­de das Beför­de­rungs­ver­bot für gefähr­li­che Güter in § 8 Abs. 2 LKW­ÜberlStVAus­nV modi­fi­ziert. Außer­dem wur­den zusätz­li­che Stre­cken in die Anla­ge auf­ge­nom­men. Mit der Zwei­ten und Drit­ten Ände­rungs­ver­ord­nung 14 sind wei­te­re Stre­cken in der Anla­ge hin­zu­ge­kom­men.

Die Nor­men­kon­troll­an­trä­ge[↑]

Gegen die­se Rechts­ver­ord­nung rich­tet sich zum einen der Nor­men­kon­troll­an­trag von 214 Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten 15, zum ande­ren ein Nor­men­kon­troll­an­trag der Lan­des­re­gie­run­gen von Baden-Würt­tem­berg und Schles­wig-Hol­stein 16

Die Antrag­stel­ler hal­ten die Ver­ord­nung für ver­fas­sungs­wid­rig, weil sie ohne die erfor­der­li­che Zustim­mung des Bun­des­ra­tes erlas­sen wor­den sei, es an einer aus­rei­chen­den Ermäch­ti­gung feh­le, das Zitier­ge­bot des Art. 80 Abs. 1 Satz 3 GG sowie die aus dem Rechts­staats­ge­bot fol­gen­den Anfor­de­run­gen an Bestimmt­heit und Ratio­na­li­tät nicht beach­tet sei­en, und sie den Anfor­de­run­gen des Art. 80 GG, des Geset­zes­vor­be­halts, des Art. 23 Abs. 1 Satz 1 GG sowie des Gebots der Uni­ons­treue nicht genü­ge.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt beur­teil­te die Nor­men­kon­troll­an­trä­ge ‑soweit sie zuläs­sig waren – als unbe­grün­det. Die Vor­schrif­ten der Ver­ord­nung sind von den Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen des § 6 Abs. 1 StVG gedeckt. Die Zustim­mung des Bun­des­ra­tes zu der Ver­ord­nung war nicht erfor­der­lich; ein Ver­stoß gegen Art. 80 Abs. 2 GG liegt daher nicht vor. Das Zitier­ge­bot des Art. 80 Abs. 1 Satz 3 GG. der Par­la­ments­vor­be­halt und das Rechts­staats­prin­zip sind nicht ver­letzt. . Ver­stö­ße gegen wei­te­re Ver­fas­sungs­be­stim­mun­gen, deren Prü­fung die umfas­sen­de Prü­fungs­kom­pe­tenz im Rah­men der abs­trak­ten Nor­men­kon­trol­le eröff­net, sind nicht ersicht­lich.

Das StVG als aus­rei­chen­de Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge[↑]

Abs. 1 Satz 1 und 2 GG bestimmt, dass die Bun­des­re­gie­rung, ein Bun­des­mi­nis­ter oder die Lan­des­re­gie­run­gen durch Gesetz ermäch­tigt wer­den kön­nen, Rechts­ver­ord­nun­gen zu erlas­sen, und dass dabei Inhalt, Zweck und Aus­maß der erteil­ten Ermäch­ti­gung im Gesetz bestimmt wer­den müs­sen. Die Norm stellt damit unmit­tel­bar Anfor­de­run­gen nur an das ermäch­ti­gen­de Gesetz 17. Aus dem dahin­ter­ste­hen­den, im Rechts­staats- und Demo­kra­tie­prin­zip ange­leg­ten Prin­zip des Vor­be­halts des Geset­zes folgt aber auch, dass eine Rechts­ver­ord­nung sich in den Gren­zen der gesetz­li­chen Ermäch­ti­gung hal­ten muss. Gestat­te­te das Grund­ge­setz Rechts­ver­ord­nun­gen, die sich nicht im Rah­men der jewei­li­gen gesetz­li­chen Ermäch­ti­gung hal­ten, wären auch die Anfor­de­run­gen, die Art. 80 Abs. 1 GG an das ermäch­ti­gen­de Gesetz stellt, sinn­los. Die Fra­ge, ob eine Ver­ord­nung von der in Anspruch genom­me­nen Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge gedeckt ist, hat daher über ihre Bedeu­tung als Vor­fra­ge der ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fung 18 hin­aus ver­fas­sungs­recht­li­che Rele­vanz 19.

Die Ver­ord­nung stützt sich auf § 6 Abs. 1 Nr. 1 Buch­sta­be c), Nr. 2 Buch­sta­be a), c), k) und x), Nr. 3 ein­lei­ten­der Satz­teil und Nr. 5a StVG jeweils in Ver­bin­dung mit § 6 Abs. 3 StVG. Von die­sen Nor­men sind die Vor­schrif­ten der Ver­ord­nung gedeckt.

§ 6 Abs. 3 StVG kommt als Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge für die Ver­ord­nung nicht in Betracht. Wie sich bereits aus dem Wort­laut ergibt, han­delt es sich bei die­ser Bestim­mung nicht um eine selb­stän­di­ge Grund­la­ge für den Erlass von Ver­ord­nun­gen, son­dern um eine Ver­fah­rens­vor­schrift, die regelt, dass unter ande­rem Aus­nah­men von den auf die Absät­ze 1 bis 2a des § 6 StVG gestütz­ten Vor­schrif­ten ohne Zustim­mung des Bun­des­ra­tes sta­tu­iert wer­den kön­nen. In sys­te­ma­ti­scher Hin­sicht bestä­tigt dies der Ver­gleich mit den Absät­zen 1, 3a und 4 des § 6 StVG, die jeweils aus­drück­lich zum Erlass von Rechts­ver­ord­nun­gen ermäch­ti­gen, wäh­rend in § 6 Abs. 3 StVG eine sol­che aus­drück­li­che Ermäch­ti­gung fehlt.

Auch Sinn und Zweck des § 6 Abs. 3 StVG spre­chen nicht dafür, die Vor­schrift als Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung zu ver­ste­hen. Ins­be­son­de­re erschließt sich nicht, wor­in der Mehr­wert einer selb­stän­di­gen Ermäch­ti­gung zu "Aus­nah­men" lie­gen soll­te. Sinn­voll wäre eine selb­stän­di­ge Aus­nah­me­er­mäch­ti­gung nur dann, wenn damit auch Aus­nah­me­re­ge­lun­gen ermög­licht wer­den soll­ten, die nicht bereits durch eine der Ermäch­ti­gun­gen aus dem Kata­log des § 6 Abs. 1 StVG gedeckt sind. Dann aber wäre unver­ständ­lich, war­um der Ver­ord­nungs­ge­ber gera­de in den Fäl­len, in denen er ohne Zustim­mung des Bun­des­ra­tes tätig wird, nicht an die Gren­zen der Ermäch­ti­gun­gen des § 6 Abs. 1 StVG gebun­den sein soll­te.

Mit Blick auf Art. 80 Abs. 1 GG, der für jede Ver­ord­nungs­vor­schrift eine gesetz­li­che Grund­la­ge ver­langt 20, kommt auch eine über die Reich­wei­te der Ermäch­ti­gun­gen des § 6 Abs. 1 StVG hin­aus­ge­hen­de unge­schrie­be­ne Ermäch­ti­gung zum Erlass von Aus­nah­me­re­ge­lun­gen und damit ver­bun­de­nen wei­te­ren Bestim­mun­gen nicht in Betracht.

Die Vor­schrif­ten der Ver­ord­nung fin­den in den ange­führ­ten Bestim­mun­gen des § 6 Abs. 1 StVG aus­rei­chen­de Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen.

§ 1 LKW­ÜberlStVAus­nV gibt ledig­lich an, was Gegen­stand der nach­fol­gen­den Ver­ord­nungs­be­stim­mun­gen ist, und bedarf daher kei­ner Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge, die über die für die nach­fol­gen­den Vor­schrif­ten erfor­der­li­chen hin­aus­geht.

§§ 3 und 4 Abs. 1 bis 3 LKW­ÜberlStVAus­nV als zen­tra­le Nor­men der Ver­ord­nung bestim­men, dass die in § 3 LKW­ÜberlStVAus­nV auf­ge­zähl­ten Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen von den Rege­lun­gen in § 32 Abs. 4 StVZO abwei­chen­de Gesamt­län­gen auf­wei­sen dür­fen.

Die­se Vor­schrif­ten sind, soweit sie die höchst­zu­läs­si­ge Län­ge für ein­zel­ne Fahr­zeu­ge oder Anhän­ger regeln, von § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be a) StVG gedeckt, der zu Ver­ord­nungs­re­ge­lun­gen über Vor­aus­set­zun­gen für die Zulas­sung von Kraft­fahr­zeu­gen und deren Anhän­gern ermäch­tigt (zum Erfor­der­nis der Zulas­sung s. § 1 Abs. 1 Satz 1 StVG; die Vor­aus­set­zun­gen und das Zulas­sungs­ver­fah­ren regelt die Fahr­zeug-Zulas­sungs­ver­ord­nung (FZV) ).

Soweit § 4 Abs. 1 bis 3 in Ver­bin­dung mit § 3 LKW­ÜberlStVAus­nV Höchst­län­gen für Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen vor­se­hen – die als sol­che nicht der Zulas­sung unter­lie­gen 21 – kön­nen sie als Vor­schrif­ten über den Betrieb von Fahr­zeu­gen auf § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be c) StVG gestützt wer­den. § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be c) StVG ermäch­tigt unter ande­rem zu Rege­lun­gen über den Betrieb von Fahr­zeu­gen. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass die in die­ser Vor­schrift auf das Wort "Zulas­sung" fol­gen­den Auf­zäh­lungs­ele­men­te jeweils nur zulas­sungs­be­zo­gen zu ver­ste­hen wären. Zwar könn­te für eine sol­che Aus­le­gung spre­chen, dass die Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs zu § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be c) StVG nur mit­teilt, die Vor­schrift befas­se sich mit "Art und Inhalt der Zulas­sung", ohne noch ande­re Rege­lungs­ge­gen­stän­de zu erwäh­nen 22. Hier­bei dürf­te es sich jedoch um eine der Fül­le der Teil­vor­schrif­ten des § 6 Abs. 1 StVG geschul­de­te Ver­knap­pung der Ent­wurfs­be­grün­dung han­deln. Nach dem Wort­laut des § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be c) StVG ste­hen die Auf­zäh­lungs­ele­men­te der Vor­schrift ein­deu­tig in einem Ver­hält­nis der Gleich­ord­nung neben­ein­an­der.

Bei den Rege­lun­gen der §§ 3, 4 LKW­ÜberlStVAus­nV, die die Gesamt­län­ge von Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen betref­fen, han­delt es sich auch um Vor­schrif­ten über den Betrieb von Fahr­zeu­gen. Sind zwei zuge­las­se­ne Fahr­zeu­ge in ihrer Kom­bi­na­ti­on län­ger, als § 32 Abs. 4 StVZO das für ihre spe­zi­el­le Kom­bi­na­ti­on vor­sieht, ist die Fahr­zeug­kom­bi­na­ti­on nicht vor­schrifts­mä­ßig im Sin­ne des § 31 Abs. 2 StVZO. Der Hal­ter darf daher die Inbe­trieb­nah­me nicht anord­nen oder zulas­sen.

Den Vor­schrif­ten der §§ 3, 4 LKW­ÜberlStVAus­nV fehlt es auch nicht an der not­wen­di­gen Schutz­zweck­ori­en­tie­rung.

Nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be a) StVG müs­sen die auf die­se Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge gestütz­ten Ver­ord­nungs­be­stim­mun­gen auf die Gewähr­leis­tung der Ver­kehrs­si­cher­heit der Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­tei­le und den Schutz der Ver­kehrs­teil­neh­mer gerich­tet sein. Es spricht nicht gegen eine sol­che Schutz­rich­tung der fahr­zeug­be­zo­ge­nen Bestim­mun­gen der §§ 3, 4 LKW­ÜberlStVAus­nV, dass mit der dar­in vor­ge­se­he­nen Her­auf­set­zung der zuläs­si­gen Höchst­län­gen das Schutz­ni­veau im Ver­gleich zu § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 StVZO ver­rin­gert wor­den sein könn­te. Den schutz­be­zo­ge­nen Anfor­de­run­gen des § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be a) StVG genügt eine Vor­schrift, wenn sie den dort genann­ten Schutz­zwe­cken ent­spricht. Dies ist bei den fahr­zeug­be­zo­ge­nen Bestim­mun­gen der §§ 3, 4 LKW­ÜberlStVAus­nV der Fall. Durch die Begren­zung der zuläs­si­gen Gesamt­län­ge auf bestimm­te Maße die­nen sie der Ver­kehrs­si­cher­heit und dem Schutz der Ver­kehrs­teil­neh­mer. Dass sie im Ver­gleich zu der Rechts­la­ge, die ohne die Aus­nah­me­re­ge­lung bestand, den Schutz­stan­dard absen­ken, ist dem­ge­gen­über nicht ent­schei­dend. § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be a) StVG bin­det den Ver­ord­nungs­ge­ber nicht an ein ein­mal ein­ge­führ­tes Schutz­ni­veau; für eine ein­ge­schränk­te Zuläs­sig­keit spä­te­rer Abän­de­run­gen der­ge­stalt, dass fort­an nur noch "stren­ge­re" oder min­des­tens gleich stren­ge Rege­lun­gen erlas­sen wer­den dürf­ten, bie­tet die Bestim­mung, gleich ob es um Regel- oder um Aus­nah­me­vor­schrif­ten geht, kei­ner­lei Anhalts­punkt.

In glei­cher Wei­se wie die von § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be a) StVG gedeck­ten fahr­zeug­be­zo­ge­nen Ver­ord­nungs­be­stim­mun­gen zie­len auch die für Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen gel­ten­den Höchst­län­gen­vor­ga­ben, die ihre Grund­la­ge in § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be c) StVG fin­den, auf die Gewähr­leis­tung der Ver­kehrs­si­cher­heit und den Schutz der Ver­kehrs­teil­neh­mer. An der erfor­der­li­chen Schutz­zweck­ori­en­tie­rung fehlt es daher auch dann nicht, wenn man, was nach den Geset­zes­ma­te­ria­li­en 23 wie auch im Hin­blick auf Art. 80 Abs. 1 Satz 2 GG 24 nahe­liegt, § 6 Abs. 1 Nr. 2 StVG dahin aus­legt, dass die in § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be a) genann­ten Schutz­zwe­cke auch für die ande­ren Buch­sta­ben der Num­mer 2 und somit auch für die Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge des § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be c) StVG Gel­tung bean­spru­chen.

§ 4 Abs. 4 LKW­ÜberlStVAus­nV, der bestimmt, dass abwei­chend von § 32a StVZO Kraft­fahr­zeu­ge mehr als einen Anhän­ger und Sat­tel­kraft­fahr­zeu­ge einen Anhän­ger mit­füh­ren dür­fen, ist eben­falls von § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be c) StVG gedeckt, denn auch hier­bei han­delt es sich um eine Vor­schrift über den Betrieb eines Fahr­zeugs.

§ 2 LKW­ÜberlStVAus­nV und die Anla­ge, auf die die Vor­schrift ver­weist, legen durch Bestim­mun­gen zu den Stre­cken, auf denen der Ver­kehr mit Fahr­zeu­gen und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge aus­schließ­lich zuläs­sig ist, ledig­lich den Anwen­dungs­be­reich der nach­fol­gen­den Vor­schrif­ten fest, so dass auch inso­weit die dort bereits genann­ten Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen ein­schlä­gig sind.

§ 5 LKW­ÜberlStVAus­nV ord­net an, dass Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge nur dann am Stra­ßen­ver­kehr teil­neh­men dür­fen, wenn sie mit bestimm­ten tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen aus­ge­rüs­tet sind. Hier­bei han­delt es sich um eine Rege­lung über Beschaf­fen­heit, Aus­rüs­tung und Kenn­zeich­nung von Fahr­zeu­gen zum Schutz von Ver­kehrs­teil­neh­mern, die eben­falls auf der Grund­la­ge des § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be c) StVG erlas­sen wer­den konn­te.

§ 6 LKW­ÜberlStVAus­nV ist von § 6 Abs. 1 Nr. 5a StVG gedeckt, der dazu ermäch­tigt, Vor­schrif­ten unter ande­rem über Bau, Beschaf­fen­heit, Aus­rüs­tung und Betrieb von Fahr­zeu­gen und Fahr­zeug­tei­len zum Schutz vor den von Fahr­zeu­gen aus­ge­hen­den schäd­li­chen Umwelt­ein­wir­kun­gen im Sin­ne des Bun­des-Immis­si­ons­schutz­ge­set­zes zu erlas­sen. Nach der Begriffs­be­stim­mung des § 3 Abs. 1 BIm­SchG, auf die damit ver­wie­sen wird 25, sind schäd­li­che Umwelt­ein­wir­kun­gen Immis­sio­nen, die nach Art, Aus­maß oder Dau­er geeig­net sind, Gefah­ren, erheb­li­che Nach­tei­le oder erheb­li­che Beläs­ti­gun­gen für die All­ge­mein­heit oder die Nach­bar­schaft her­bei­zu­füh­ren.

§ 6 LKW­ÜberlStVAus­nV bestimmt, dass Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge am Stra­ßen­ver­kehr nur teil­neh­men dür­fen, wenn sie im kom­bi­nier­ten Ver­kehr ein­setz­bar sind. Damit sol­len die Ver­la­ge­rung von Güter­trans­por­ten von der Stra­ße auf den Schie­nen- oder Schiffs­ver­kehr geför­dert und schäd­li­che Aus­wir­kun­gen des Güter­kraft­ver­kehrs auf die Umwelt ein­ge­dämmt wer­den. Zwar wird die­ses Schutz­ziel nicht durch ein zwin­gen­des Gebot der Nut­zung des kom­bi­nier­ten Ver­kehrs ver­folgt, son­dern ledig­lich durch Anfor­de­run­gen an die Beschaf­fen­heit der teil­neh­men­den Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen. Auch indem die Vor­schrift allein dafür sorgt, dass zumin­dest die Mög­lich­keit besteht, die Modu­le auch im kom­bi­nier­ten Ver­kehr ein­zu­set­zen, und damit tech­ni­schen Hin­der­nis­sen der Nut­zung des kom­bi­nier­ten Ver­kehrs ent­ge­gen­wirkt, trägt sie jedoch zum Schutz vor schäd­li­chen Umwelt­ein­wir­kun­gen bei. Ange­sichts der viel­fäl­ti­gen durch Ver­kehrs­ver­la­ge­run­gen auf die Schie­ne redu­zier­ba­ren schäd­li­chen Umwelt­ein­wir­kun­gen, die vom Stra­ßen­ver­kehr nach wie vor aus­ge­hen, steht der Ein­ord­nung der Rege­lung als dem Schutz vor schäd­li­chen Umwelt­ein­wir­kun­gen im Sin­ne des Bun­des-Immis­si­ons­schutz­ge­set­zes die­nend auch nicht ent­ge­gen, dass es sich um eine auf die Mini­mie­rung von Umwelt­ein­wir­kun­gen unter­halb der Schwel­le von Gefah­ren, erheb­li­chen Nach­tei­len oder erheb­li­chen Beläs­ti­gun­gen zie­len­de Vor­schrift rein vor­sor­gen­den Cha­rak­ters han­delt. Dass die Vor­schrif­ten über Bau, Beschaf­fen­heit, Aus­rüs­tung und Betrieb von Fahr­zeu­gen und Fahr­zeug­tei­len, zu denen § 6 Abs. 1 Nr. 5a StVG ermäch­tigt, ihre Wir­kun­gen nicht nur an Orten ent­fal­ten, an denen die Schwel­le schäd­li­cher Umwelt­ein­wir­kun­gen akut über­schrit­ten ist, liegt in der Natur sol­cher Vor­schrif­ten und kann daher nicht dazu füh­ren, dass ihnen die dem Schutz vor schäd­li­chen Umwelt­ein­wir­kun­gen die­nen­de Funk­ti­on abge­spro­chen wird 26, Rn. 55; Jarass, BIm­SchG, 10. Aufl.2013, § 38 Rn. 13, m.w.N.)). § 6 Abs. 1 Nr. 5a StVG bie­tet aller­dings kei­ne Grund­la­ge, um mit­tels Anfor­de­run­gen, die die Kos­ten des Kraft­fahr­zeug­ver­kehrs erhö­hen, all­ge­mei­ne ver­kehrs­po­li­ti­sche Kon­zep­te zur Stär­kung des Schie­nen­ver­kehrs umzu­set­zen 27. Dar­um han­delt es sich jedoch bei der in § 6 der Ver­ord­nung getrof­fe­nen Rege­lung nicht, wie sich schon dar­aus ergibt, dass die Bestim­mung Teil einer Ver­ord­nung ist, die als Gan­ze den Kraft­fahr­zeug­ver­kehr nicht beschränkt, son­dern des­sen Mög­lich­kei­ten erwei­tert.

§ 7 LKW­ÜberlStVAus­nV, der bestimmt, dass die Ein­hal­tung der in §§ 4 und 5 LKW­ÜberlStVAus­nV und § 32d StVZO gere­gel­ten Vor­aus­set­zun­gen durch ein wäh­rend der Fahrt mit­zu­füh­ren­des Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten nach­zu­wei­sen ist, ist durch die Ermäch­ti­gung des § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be c) StVG gedeckt. Die­se Norm ermäch­tigt unter ande­rem zu Ver­ord­nungs­be­stim­mun­gen über die Begut­ach­tung von Fahr­zeu­gen. Auch die Anord­nung des Mit­sich­füh­rens des Gut­ach­tens ist noch zum Kom­plex der Begut­ach­tung zu zäh­len. Jeden­falls ergibt sich eine dies­be­züg­li­che Ermäch­ti­gung dar­aus, dass der Ein­lei­tungs­satz des § 6 Abs. 1 Nr. 2 StVG, der durch die nach­fol­gend unter den ein­zel­nen Buch­sta­ben auf­ge­führ­ten Bestim­mun­gen nur regel­bei­spiel­ar­tig kon­kre­ti­siert wird, zu Rege­lun­gen sowohl über die Beschaf­fen­heit als auch über die Prü­fung der Fahr­zeu­ge ermäch­tigt. Unter Buch­sta­be d) wird dies exem­pla­risch dahin kon­kre­ti­siert, dass unter ande­rem Rege­lun­gen über den Nach­weis der Zulas­sung durch Fahr­zeug­do­ku­men­te erlas­sen wer­den kön­nen. Dies zeigt, dass die Ermäch­ti­gung zum Erlass von Bestim­mun­gen über Beschaf­fen­heit und Prü­fung der Fahr­zeu­ge vom Gesetz­ge­ber selbst dahin ver­stan­den und kon­kre­ti­siert wor­den ist, dass sie auch die Rege­lung der zur Kon­trol­le not­wen­di­gen Nach­weis­pflich­ten ein­schließt.

§ 8 LKW­ÜberlStVAus­nV beruht auf § 6 Abs. 1 Nr. 3 ein­lei­ten­der Satz­teil StVG, der zu Ver­ord­nun­gen über Maß­nah­men zur Erhal­tung der Sicher­heit und Ord­nung auf den öffent­li­chen Stra­ßen ermäch­tigt. Gemäß § 8 Abs. 1 LKW­ÜberlStVAus­nV darf die Ladung bei Fahr­zeu­gen und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge nicht nach hin­ten hin­aus­ra­gen, nach § 8 Abs. 2 LKW­ÜberlStVAus­nV dür­fen – abge­se­hen von der Aus­nah­me in Satz 2 – kei­ne Flüs­sig­kei­ten in Tanks, kein Gefahr­gut, kei­ne leben­den Tie­re und kei­ne frei­schwin­gen­den Güter beför­dert wer­den.

Die in § 6 Abs. 1 Nr. 3 StVG unter den ein­zel­nen Buch­sta­ben genann­ten Rege­lungs­ge­gen­stän­de sind nach dem Wort­laut der Bestim­mung ("unter ande­rem") bei­spiel­haft zu ver­ste­hen, so dass auch ande­re, dort nicht expli­zit auf­ge­führ­te Rege­lun­gen zur Erhal­tung der Sicher­heit und Ord­nung getrof­fen wer­den kön­nen 28. Von der Ermäch­ti­gung darf nur zur Rege­lung des Stra­ßen­ver­kehrs und nur dann Gebrauch gemacht wer­den, wenn und soweit schwer­wie­gen­de Grün­de eine Rege­lung erfor­dern 29. Die­se Vor­aus­set­zun­gen erfüllt das Ver­bot des Hin­aus­ra­gens von Ladun­gen indem es ver­hin­dert, dass Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge wei­te­re Län­ge durch die Ladung dazu­ge­win­nen und damit ins­be­son­de­re ein Über­ho­len durch ande­re Fahr­zeu­ge mit erhöh­ten Gefah­ren ver­bun­den ist. Auch das Ver­bot bestimm­ter Ladun­gen, die ungüns­ti­ge Aus­wir­kun­gen auf die Fahr­sta­bi­li­tät oder den Umfang der Schä­den bei einem etwai­gen Unfall haben kön­nen, ist durch schwer­wie­gen­de Grün­de der Ver­kehrs­si­cher­heit gerecht­fer­tigt.

Bei der Vor­schrift des § 9 LKW­ÜberlStVAus­nV, die das Über­ho­len von Fahr­zeu­gen, die schnel­ler als 25 km/​h fah­ren kön­nen und dür­fen, ver­bie­tet, han­delt es sich eben­falls um eine Maß­nah­me zur Erhal­tung der Sicher­heit und Ord­nung auf den öffent­li­chen Stra­ßen im Sin­ne des § 6 Abs. 1 Nr. 3 ein­lei­ten­der Satz­teil StVG.

Auch § 10 LKW­ÜberlStVAus­nV, der bestimmt, dass Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge am Stra­ßen­ver­kehr nur teil­neh­men dür­fen, wenn jeweils vor Fahrt­an­tritt der Fah­rer sich davon über­zeugt hat, dass kei­ne Sper­run­gen und Umlei­tun­gen auf der Stre­cke vor­lie­gen, die ein Ver­las­sen des zuge­las­se­nen Stre­cken­net­zes erfor­dern, ist von § 6 Abs. 1 Nr. 3 ein­lei­ten­der Satz­teil StVG gedeckt. Die Vor­schrift dient der Sicher­heit des Ver­kehrs und der Ver­hü­tung der über das übli­che Maß hin­aus­ge­hen­den Abnut­zung der Stra­ße, indem mög­lichst ver­mie­den wird, dass Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge für sie unge­eig­ne­te Stre­cken benut­zen und damit zu einem Hin­der­nis und einer Gefahr für ande­re Ver­kehrs­teil­neh­mer wer­den oder die Stra­ßen­sub­stanz mehr als ver­tret­bar in Anspruch neh­men.

Die Vor­schrift des § 11 LKW­ÜberlStVAus­nV, die beson­de­re Anfor­de­run­gen an die Fah­rer eines Fahr­zeugs oder einer Fahr­zeug­kom­bi­na­ti­on mit Über­län­ge stellt, ist von § 6 Abs. 1 Nr. 1 Buch­sta­be c) StVG gedeckt, der zu Rechts­ver­ord­nun­gen über die Zulas­sung von Per­so­nen zum Stra­ßen­ver­kehr, ins­be­son­de­re über die Anfor­de­run­gen an die Eig­nung zum Füh­ren von Kraft­fahr­zeu­gen, die Beur­tei­lung der Eig­nung durch Gut­ach­ten sowie die Fest­stel­lung und Über­prü­fung der Eig­nung durch die Fahr­erlaub­nis­be­hör­de, ermäch­tigt.

§ 12 LKW­ÜberlStVAus­nV, der bestimmt, dass über­lan­ge Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen am Stra­ßen­ver­kehr nur teil­neh­men dür­fen, wenn mit ihnen an einer wis­sen­schaft­li­chen Unter­su­chung durch die Bun­des­an­stalt für Stra­ßen­we­sen teil­ge­nom­men wird, kann auf § 6 Abs. 1 Nr. 3 ein­lei­ten­der Halb­satz in Ver­bin­dung mit § 6 Abs. 1 Nr. 5a StVG gestützt wer­den.

Mit der ange­grif­fe­nen Rechts­ver­ord­nung sol­len aus­weis­lich ihrer von der Bun­des­re­gie­rung vor­ge­leg­ten und von den Antrag­stel­lern nicht in Fra­ge gestell­ten Begrün­dung die recht­li­chen Grund­la­gen dafür geschaf­fen wer­den, in einem "Feld­ver­such" die Chan­cen und Risi­ken inno­va­ti­ver Nutz­fahr­zeug­kon­zep­te im Stra­ßen­ver­kehr zu eva­lu­ie­ren. Wesent­li­ches Ziel sei es, zu unter­su­chen, ob durch den Ein­satz von Fahr­zeu­gen und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge der Ver­kehrs­trä­ger Stra­ße effi­zi­en­ter genutzt wer­den und ob damit ein Bei­trag zur Ver­min­de­rung von Emis­sio­nen geleis­tet wer­den kann. Die in § 12 der Ver­ord­nung sta­tu­ier­te Pflicht zur Teil­nah­me an der vor­ge­se­he­nen wis­sen­schaft­li­chen Unter­su­chung dient die­sem Zweck, indem sie die Vor­aus­set­zun­gen für die Eva­lua­ti­on des Ver­suchs sicher­stellt. Die Teil­nah­me­pflicht trägt damit zwar zur Erhal­tung der Sicher­heit und Ord­nung auf den öffent­li­chen Stra­ßen (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 ein­lei­ten­der Halb­satz StVG) und zum Schutz vor schäd­li­chen Umwelt­ein­wir­kun­gen (§ 6 Abs. 1 Nr. 5a StVG) nicht unmit­tel­bar, son­dern nur mit­tel­bar inso­fern bei, als aus der dadurch ermög­lich­ten Unter­su­chung Erkennt­nis­se für die Bewer­tung des Feld­ver­suchs und die dar­an anknüp­fen­de Ent­schei­dung über das Ob und Wie der Fort­füh­rung der ver­suchs­wei­se eröff­ne­ten zusätz­li­chen Mög­lich­kei­ten der Teil­nah­me am Stra­ßen­ver­kehr gewon­nen wer­den sol­len. Eine in die­ser Wei­se ver­mit­tel­te Zuge­hö­rig­keit zum Gegen­stand der genann­ten Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gun­gen reicht jedoch aus. Dies bestä­tigt die Gesetz­ge­bungs­ge­schich­te des § 6 Abs. 1 Nr. 16 StVG, der zu Rege­lun­gen über die Beschrän­kung des Stra­ßen­ver­kehrs zur Erfor­schung des Unfall­ge­sche­hens, des Ver­kehrs­ver­hal­tens, der Ver­kehrs­ab­läu­fe sowie zur Erpro­bung geplan­ter ver­kehrs­si­chern­der oder ver­kehrs­re­geln­der Rege­lun­gen und Maß­nah­men ermäch­tigt. In der Begrün­dung des zugrun­de­lie­gen­den Regie­rungs­ent­wurfs ist hier­zu aus­ge­führt, die­se Ermäch­ti­gung die­ne "allein der Klar­stel­lung". Bis­her sei­en der­ar­ti­ge Rege­lun­gen zu Ver­suchs­zwe­cken, die zwar von der Ziel­rich­tung her der Ver­kehrs­si­cher­heit dien­ten, ohne dass ihre Wirk­sam­keit bereits fest­stün­de, auf § 6 Abs. 1 Nr. 3 StVG (der dama­li­gen Fas­sung) gestützt wor­den. Mög­li­che Zwei­fel, ob die­se "mit­tel­ba­re Bezie­hung zur Ver­kehrs­si­cher­heit" das Sicher­heits­merk­mal des § 6 Abs. 1 Nr. 3 StVG erfül­le, soll­ten durch die neue Ermäch­ti­gung gegen­stands­los wer­den 30. Die ange­spro­che­nen mög­li­chen Zwei­fel wur­den danach ein­deu­tig nicht geteilt, son­dern nur zur Kennt­nis genom­men und mit einer nicht kon­sti­tu­ti­ven, son­dern rein klar­stel­len­den Rege­lung beant­wor­tet. Aus § 6 Abs. 1 Nr. 16 StVG ist dem­ge­mäß nicht etwa ein Gegen­schluss dahin zu zie­hen, dass eine Rege­lung wie § 12 LKW­ÜberlStVAus­nV der in Anspruch genom­me­nen Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge nicht zuge­ord­net wer­den kann, weil die Bezie­hung zu deren Gegen­stand durch einen Ver­suchs­zu­sam­men­hang ver­mit­telt ist. Ein sol­cher Gegen­schluss läge im Übri­gen auch ange­sichts der wenig sys­te­ma­ti­schen Ord­nung der Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen des § 6 StVG fern.

Kei­ne Zustim­mung des Bun­des­rats, Art. 80 Abs. 2 GG[↑]

Die Ver­ord­nung ist nicht des­halb ver­fas­sungs­wid­rig, weil sie ohne Zustim­mung des Bun­des­ra­tes erlas­sen wur­de. Die Zustim­mung des Bun­des­ra­tes nach Art. 80 Abs. 2 GG war nicht erfor­der­lich, weil die Ver­ord­nung auf der Grund­la­ge des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG ohne Zustim­mung des Bun­des­ra­tes erge­hen konn­te. Zwar bedür­fen Rechts­ver­ord­nun­gen zum Stra­ßen­ver­kehrs­ge­setz, das nach der Grund­re­gel der Art. 83, 30 GG von den Län­dern als eige­ne Ange­le­gen­heit aus­ge­führt wird, gemäß Art. 80 Abs. 2 GG grund­sätz­lich der Zustim­mung des Bun­des­ra­tes. Die­ses Zustim­mungs­er­for­der­nis steht jedoch nach Art. 80 Abs. 2 GG unter dem Vor­be­halt ander­wei­ti­ger bun­des­ge­setz­li­cher Rege­lung, kann also durch Bun­des­ge­setz aus­ge­schlos­sen wer­den. Eine sol­che ander­wei­ti­ge Rege­lung ist § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG, nach der Rechts­ver­ord­nun­gen über all­ge­mei­ne Aus­nah­men von den auf dem Stra­ßen­ver­kehrs­ge­setz beru­hen­den Rechts­vor­schrif­ten nicht der Zustim­mung des Bun­des­ra­tes bedür­fen; statt­des­sen sind vor ihrem Erlass die zustän­di­gen obers­ten Lan­des­be­hör­den zu hören. Die hier zur Prü­fung gestell­te Ver­ord­nung ist eine sol­che Rechts­ver­ord­nung über all­ge­mei­ne Aus­nah­men im Sin­ne des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG.

Abs. 2 GG ent­hält kei­ne Vor­ga­ben, die der Ein­stu­fung der Ver­ord­nung als Aus­nah­me­re­ge­lung im Sin­ne des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG ent­ge­gen­stün­den.

Die in Art. 80 Abs. 2 GG vor­ge­se­he­ne grund­sätz­li­che Zustim­mungs­be­dürf­tig­keit von Ver­ord­nun­gen auf­grund zustim­mungs­pflich­ti­ger Geset­ze dient dem Schutz der Mit­wir­kungs­rech­te des Bun­des­ra­tes bei der Set­zung von Rechts­nor­men 31. Zustim­mungs­rech­te des Bun­des­ra­tes sol­len nicht durch Dele­ga­ti­on der Rechts­set­zung auf die Exe­ku­ti­ve erlö­schen 32. Eine "ander­wei­ti­ge bun­des­ge­setz­li­che Rege­lung" im Sin­ne des Art. 80 Abs. 2 GG darf dem­ge­mäß nicht in einer Wei­se aus­ge­legt wer­den, die dazu führt, dass der Bun­des­rat ohne sein Zutun Mit­be­stim­mungs­rech­te ver­liert. Das Zustim­mungs­er­for­der­nis darf nur unter den Vor­aus­set­zun­gen ent­fal­len, denen der Bun­des­rat im Rah­men des Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens zuge­stimmt hat. Dar­aus folgt aller­dings nicht mehr als das, was sich aus der Bin­dung an die gesetz­li­che Rege­lung (Art.20 Abs. 3 GG) ohne­hin ergibt: Die Vor­aus­set­zun­gen, unter denen nach der "ander­wei­ti­gen bun­des­ge­setz­li­chen Rege­lung" eine Zustim­mung des Bun­des­ra­tes ent­behr­lich ist, dür­fen nicht über ihren im Wege der aner­kann­ten Aus­le­gungs­me­tho­den zu ermit­teln­den Gehalt hin­aus aus­ge­dehnt wer­den.

Wei­te­re Maß­ga­ben für die Aus­le­gung des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG sind Art. 80 Abs. 2 GG nicht zu ent­neh­men. Die Annah­me, die Mög­lich­keit ander­wei­ti­ger gesetz­li­cher Rege­lung dür­fe nur genutzt wer­den, wenn hier­für ein beson­de­rer sach­li­cher Grund bestehe, fin­det weder im Wort­laut des Art. 80 Abs. 2 GG eine Stüt­ze, noch gibt der dar­ge­stell­te Zweck der Vor­schrift dafür etwas her. Durch die Zustim­mungs­be­dürf­tig­keit "ander­wei­ti­ger gesetz­li­cher Rege­lung" im Sin­ne des Art. 80 Abs. 2 GG ist gewähr­leis­tet, dass dem Bun­des­rat nicht Ent­schei­dungs­mög­lich­kei­ten ohne sein Zutun ent­zo­gen wer­den. Wei­ter­ge­hen­den Schut­zes durch eine im Text des Grund­ge­set­zes nicht ange­leg­te beson­de­re Recht­fer­ti­gungs­be­dürf­tig­keit der ander­wei­ti­gen gesetz­li­chen Rege­lung im Sin­ne des Art. 80 Abs. 2 GG bedarf es nicht. Gegen­tei­li­ges lässt sich auch der Bezug­nah­me auf die sach­li­che Recht­fer­ti­gung des Ver­zichts auf die Zustim­mung des Bun­des­ra­tes in der Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung des § 8 Abs. 3 des Finanz­ver­wal­tungs­ge­set­zes 33 im Beschluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 27.06.2002 34 nicht ent­neh­men; um die Aus­le­gung des Art. 80 Abs. 2 GG ging es dort nicht.

Die von den Antrag­stel­lern befür­wor­te­te Ein­schrän­kung der Mög­lich­keit ander­wei­ti­ger gesetz­li­cher Rege­lung ist auch aus einem hin­ter Art. 80 Abs. 2 GG ste­hen­den föde­ra­len Leit­bild nicht abzu­lei­ten. Zu dem Leit­bild, von dem Art. 80 Abs. 2 GG geprägt ist, gehört aus­weis­lich des Rege­lungs­in­halts der Vor­schrift neben der Zustim­mungs­be­dürf­tig­keit der dort genann­ten Rechts­ver­ord­nun­gen gera­de auch die Mög­lich­keit der ander­wei­ti­gen gesetz­li­chen Rege­lung. Das Zustim­mungs­er­for­der­nis wird durch das Grund­ge­setz selbst ein­ge­schränkt.

Anfor­de­run­gen an die Aus­le­gung des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG erge­ben sich auch nicht aus Art. 80 Abs. 1 Satz 2 GG. Die­se Ver­fas­sungs­be­stim­mung gilt für Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gun­gen. Bei § 6 Abs. 3 StVG han­delt es sich dage­gen um eine Ver­fah­rens­re­ge­lung.

Der in § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG ver­wen­de­te Begriff der Aus­nah­me deckt die Rege­lun­gen der zur Prü­fung gestell­ten Ver­ord­nung.

Als Aus­nah­me wird bezeich­net, was von einer im Übri­gen fort­be­stehen­den Regel abweicht. Ob eine Rege­lung als Aus­nah­me­re­ge­lung ver­stan­den wer­den kann, lässt sich daher nicht ohne Betrach­tung der Regel bestim­men, von der abge­wi­chen wird.

§ 6 Abs. 3, 2. Var. StVG stellt von dem sonst bestehen­den Erfor­der­nis der Zustim­mung des Bun­des­ra­tes Rechts­ver­ord­nun­gen über all­ge­mei­ne Aus­nah­men "von den auf die­sem Gesetz beru­hen­den Rechts­vor­schrif­ten" frei. Die ins Auge zu fas­sen­den Regeln sind danach die auf dem Stra­ßen­ver­kehrs­ge­setz beru­hen­den Rechts­vor­schrif­ten. Inwie­weit dabei als die Vor­schrif­ten, von denen als "Regel" aus­zu­ge­hen ist und die durch eine Aus­nah­me­re­ge­lung nicht gänz­lich bei­sei­te­ge­setzt wer­den dür­fen, nur ein­zel­ne Bestim­mun­gen oder auch gan­ze Rege­lungs­kom­ple­xe gel­ten kön­nen, muss hier nicht geklärt wer­den. Auch bei Anle­gung des stren­ge­ren Maß­stabs ent­hält die zur Prü­fung gestell­te Ver­ord­nung Aus­nah­me­re­ge­lun­gen im Sin­ne des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG. Es han­delt sich um Aus­nah­men von ein­zel­nen Vor­schrif­ten der auf dem Stra­ßen­ver­kehrs­ge­setz beru­hen­den Stra­ßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ord­nung.

Dies gilt zunächst für die zen­tra­len Vor­schrif­ten der §§ 3 und 4 LKW­ÜberlStVAus­nV. § 4 Abs. 1 bis 3 LKW­ÜberlStVAus­nV sieht für die in § 3 LKW­ÜberlStVAus­nV genann­ten Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen Höchst­län­gen­ma­ße vor, die von den in § 32 Abs. 4 StVZO ange­ord­ne­ten abwei­chen. § 4 Abs. 4 LKW­ÜberlStVAus­nV regelt, dass abwei­chend von § 32a StVZO hin­ter Kraft­fahr­zeu­gen mehr als ein Anhän­ger und hin­ter Sat­tel­kraft­fahr­zeu­gen ein Anhän­ger mit­ge­führt wer­den dür­fen. Dem Aus­nah­me­cha­rak­ter die­ser Vor­schrif­ten steht nicht ent­ge­gen, dass sie die Regeln, von denen abge­wi­chen wird, voll­stän­dig bei­sei­te­setz­ten. Wer­den allein die Bestim­mun­gen des § 4 LKW­ÜberlStVAus­nV in den Blick genom­men, könn­ten sie zwar als Rege­lun­gen erschei­nen, die die Län­gen­vor­schrif­ten des § 32 Abs. 4 StVZO für die in § 3 LKW­ÜberlStVAus­nV auf­ge­führ­ten Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen voll­um­fäng­lich ver­drän­gen; aus den wei­te­ren Vor­schrif­ten der Ver­ord­nung ergibt sich aber deut­lich, dass die – auch for­mell nicht etwa gestri­che­ne, son­dern fort­be­stehen­de – "Regel" des § 32 Abs. 4 StVZO nur par­ti­ell, näm­lich nur unter Vor­aus­set­zun­gen außer Gel­tung gesetzt wird, die sicher­stel­len, dass in der Pra­xis wei­test­ge­hend die Regel maß­geb­lich bleibt. Indem die Ver­ord­nung umfas­sen­de Vor­aus­set­zun­gen für die Inan­spruch­nah­me der Höchst­län­gen­re­ge­lung fest­setzt, wird ihr Anwen­dungs­be­reich deut­lich ver­engt. Sie gilt ledig­lich für die Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen, die die zahl­rei­chen auf­ge­führ­ten Vor­aus­set­zun­gen erfül­len, wäh­rend es für alle ande­ren bei der Regel des § 32 Abs. 4 StVZO bleibt. Auch in räum­li­cher und zeit­li­cher Hin­sicht ist der Anwen­dungs­be­reich ein­ge­schränkt. Nach § 2 LKW­ÜberlStVAus­nV gel­ten die Län­gen­vor­schrif­ten der Ver­ord­nung nur auf bestimm­ten Stre­cken, wäh­rend es für das übri­ge Gebiet der Bun­des­re­pu­blik bei der Regel des § 32 Abs. 4 StVZO bleibt. Dar­über hin­aus sind die Ver­än­de­run­gen der zuläs­si­gen Höchst­ma­ße bis zum 31.12 2016 befris­tet.

Gemäß der Ein­gangs­be­stim­mung des § 1 LKW­ÜberlStVAus­nV wer­den die in den zen­tra­len Vor­schrif­ten der §§ 3 und 4 LKW­ÜberlStVAus­nV vor­ge­se­he­nen Aus­nah­men durch die wei­te­ren Ver­ord­nungs­be­stim­mun­gen näher aus­ge­stal­tet. Die Ver­ord­nung stellt sich damit ins­ge­samt als Rege­lung von "Aus­nah­men" dar.

Der Begriff der "Rechts­ver­ord­nun­gen über …. Aus­nah­men" in § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG kann nur dahin aus­ge­legt wer­den, dass in der­ar­ti­gen Ver­ord­nun­gen auch Vor­schrif­ten ent­hal­ten sein kön­nen, die die zuge­las­se­nen Aus­nah­men durch Vor­aus­set­zun­gen ihrer Inan­spruch­nah­me und sons­ti­ge Rand­be­din­gun­gen aus­ge­stal­ten. Die nor­ma­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen für das Ein­grei­fen der Aus­nah­me etwa sind – ganz unab­hän­gig davon, ob sie im sel­ben Satz oder in der­sel­ben Vor­schrift gere­gelt sind wie die Abwei­chung, die den Kern der Aus­nah­me­re­ge­lung bil­det – inte­gra­ler Teil einer Aus­nah­me­re­ge­lung. Die Zuge­hö­rig­keit der die Abwei­chung näher aus­ge­stal­ten­den Rege­lun­gen zu den § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG unter­fal­len­den Aus­nah­me­re­ge­lun­gen zeigt sich beson­ders deut­lich dar­in, dass es gera­de die­se aus­ge­stal­ten­den Rege­lun­gen sind, die den Anwen­dungs­be­reich der Abwei­chun­gen im Ver­hält­nis zu dem der "Regeln" – hier des § 32 Abs. 4 StVZO und des § 32a StVZO – in der Wei­se ein­engen, dass von einer "Aus­nah­me" im Sin­ne des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG über­haupt gespro­chen wer­den kann.

Der Ver­gleich einer in einer Ver­ord­nung ent­hal­te­nen Aus­nah­me mit einer behörd­li­chen Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung bestä­tigt die­se Aus­le­gung. Für die behörd­li­che Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung bestimmt § 71 StVZO, dass die Geneh­mi­gung von Aus­nah­men mit Auf­la­gen ver­bun­den wer­den kann, denen der Betrof­fe­ne nach­zu­kom­men hat. Ande­re Neben­be­stim­mun­gen kön­nen – gestützt auf § 36 VwVfG – eben­falls mit der Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung ver­bun­den wer­den 35. § 46 Abs. 3 Satz 1 StVO bestimmt, dass Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung und Erlaub­nis unter dem Vor­be­halt des Wider­rufs erteilt und mit Neben­be­stim­mun­gen (Bedin­gun­gen, Befris­tun­gen, Auf­la­gen) ver­se­hen wer­den kön­nen. Dass der Gesetz­ge­ber davon aus­ging, dass zwar die behörd­li­che Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung Neben­be­stim­mun­gen ent­hal­ten kann, bei der Rege­lung von Aus­nah­men in einer Ver­ord­nung funk­tio­nal äqui­va­len­te Bestim­mun­gen aber nicht ent­hal­ten sein wür­den, kann nicht ange­nom­men wer­den. Auch wür­de es den Schutz­zwe­cken des § 6 StVG wider­spre­chen, wenn der Ver­ord­nungs­ge­ber bei der Gewäh­rung von Aus­nah­men nicht auch zugleich "Neben­be­stim­mun­gen" regeln könn­te, um bei­spiels­wei­se von den Aus­nah­men aus­ge­hen­de Gefah­ren zu ver­min­dern.

Art und Anzahl der in der Ver­ord­nung ent­hal­te­nen aus­ge­stal­ten­den Bestim­mun­gen ste­hen einer Aner­ken­nung als Aus­nah­me­ver­ord­nung im Sinn des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG nicht ent­ge­gen.

Der Ein­wand, an einer gro­ßen Zahl von "Neben­be­stim­mun­gen" zei­ge sich, dass es sich nicht mehr um eine Aus­nah­me, son­dern um ein Son­der­re­gime hand­le, greift hier nicht durch. Quan­ti­ta­ti­ve Abgren­zungs­kri­te­ri­en wären nicht zuletzt des­halb sinn­wid­rig, weil sie dazu füh­ren wür­den, dass der beson­ders vor­sich­ti­ge Ver­ord­nungs­ge­ber, der die geplan­te Abwei­chung beson­ders umsich­tig beschrän­ken möch­te, auf die Zustim­mung des Bun­des­ra­tes ange­wie­sen wäre, wäh­rend die kür­ze­re Aus­nah­me­ver­ord­nung des sorg­lo­se­ren Ver­ord­nungs­ge­bers ohne Zustim­mung des Bun­des­ra­tes erge­hen könn­te.

Eine Gren­ze für die Zuläs­sig­keit neben­be­stim­mungs­äqui­va­len­ter Bestim­mun­gen in einer Aus­nah­me­ver­ord­nung im Sin­ne des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG ist aller­dings erreicht, wenn eine Ver­ord­nung über Bestim­mun­gen, die sich aus­ge­stal­tend auf eine Aus­nah­me bezie­hen, hin­aus selb­stän­di­ge, hier­von unab­hän­gi­ge Rege­lun­gen ent­hält. Für die Fra­ge, wann eine aus­rei­chen­de inne­re Bezie­hung zwi­schen der Aus­nah­me­re­ge­lung und den wei­te­ren Bestim­mun­gen vor­liegt, ist wie­der­um die dar­ge­stell­te Par­al­le­le zu den Neben­be­stim­mun­gen zu einem Ver­wal­tungs­akt, etwa einer Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung nach § 70 Abs. 1 Nr. 1 StVZO, her­an­zu­zie­hen. Nach ver­wal­tungs­recht­li­chen Grund­sät­zen müs­sen Neben­be­stim­mun­gen sach­be­zo­gen bezie­hungs­wei­se sach­ge­recht sein 36. Sie sind dann zuläs­sig, wenn sie dem Zweck des Ver­wal­tungs­ak­tes in der Haupt­sa­che bezie­hungs­wei­se der gesetz­li­chen Rege­lung, die für den Erlass des Ver­wal­tungs­ak­tes maß­geb­lich ist, die­nen 37. Dass eine Neben­be­stim­mung irgend­ei­nem legi­ti­men Ver­wal­tungs­zeck dient, reicht nicht aus 38; sie muss ihre Recht­fer­ti­gung viel­mehr in dem Zweck des Geset­zes und der vom Gesetz­ge­ber gewoll­ten Ord­nung der Mate­rie fin­den 39. Nach § 36 Abs. 3 VwVfG darf eine Neben­be­stim­mung zudem nicht dem Zweck der Haupt­re­ge­lung zuwi­der­lau­fen.

Bei Über­tra­gung die­ser Anfor­de­run­gen hal­ten sich die Bestim­mun­gen, die nach den Fest­stel­lun­gen zum Aus­nah­me­cha­rak­ter der §§ 3 und 4 LKW­ÜberlStVAus­nV hier noch zu prü­fen sind, im Rah­men des Zuläs­si­gen. Die wei­te­ren Rege­lun­gen der Ver­ord­nung gehö­ren ent­we­der noch zur Bestim­mung des Inhalts der Aus­nah­men oder sind zuläs­si­ge neben­be­stim­mungs­äqui­va­len­te Aus­ge­stal­tun­gen.

§ 2 LKW­ÜberlStVAus­nV ist nicht als Neben­be­stim­mung zur Aus­nah­me­re­ge­lung des § 4 LKW­ÜberlStVAus­nV zu ver­ste­hen, son­dern gehört noch zur Bestim­mung des Inhalts der Aus­nah­me. § 5 LKW­ÜberlStVAus­nV dient durch die Nor­mie­rung beson­de­rer tech­ni­scher Anfor­de­run­gen dem Zweck der Stra­ßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ord­nung und des Stra­ßen­ver­kehrs­ge­set­zes, die Sicher­heit des Ver­kehrs und der Ver­kehrs­teil­neh­mer sicher­zu­stel­len; gleich­zei­tig schafft die Vor­schrift die Vor­aus­set­zun­gen für die Aus­nah­me nach § 4 LKW­ÜberlStVAus­nV, die der Ver­ord­nungs­ge­ber offen­bar ande­ren­falls als zu gefahr­träch­tig bewer­tet. Das­sel­be gilt für die Vor­schrift über die Ladung in § 8 LKW­ÜberlStVAus­nV und für das Über­hol­ver­bot in § 9 LKW­ÜberlStVAus­nV. § 6 LKW­ÜberlStVAus­nV zielt auf die Ver­mei­dung schäd­li­cher Umwelt­fol­gen aus dem mit der Zulas­sung über­lan­ger Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen ver­bun­de­nen erhöh­ten wirt­schaft­li­chen Anreiz, für Trans­port­zwe­cke den Stra­ßen­ver­kehr zu nut­zen. § 7 LKW­ÜberlStVAus­nV, nach dem die Ein­hal­tung der in § 4 und § 5 LKW­ÜberlStVAus­nV fest­ge­leg­ten Vor­aus­set­zun­gen durch die Ein­ho­lung eines wäh­rend der Fahrt mit­zu­füh­ren­den Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens nach­zu­wei­sen ist, hält sich eben­falls im Rah­men zuläs­si­ger "Neben­be­stim­mun­gen". Die Vor­schrift dient der Über­prüf­bar­keit der Ein­hal­tung der Län­gen­ma­ße und der zusätz­li­chen tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen und damit der Sicher­heit des Ver­kehrs und ist des­halb nicht als unzu­läs­si­ge "selb­stän­di­ge" Ver­hal­tens­pflicht zu qua­li­fi­zie­ren. Ent­spre­chen­des gilt im Hin­blick auf § 10 LKW­ÜberlStVAus­nV, der die Über­prü­fung der beab­sich­tig­ten Stre­cke vor Fahrt­an­tritt anord­net. § 11 LKW­ÜberlStVAus­nV stellt per­sön­li­che Anfor­de­run­gen an die Fah­rer von Fahr­zeu­gen und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge auf. Auch hier­mit soll den aus der Aus­nah­me des § 4 LKW­ÜberlStVAus­nV flie­ßen­den Gefah­ren begeg­net wer­den, indem gere­gelt wird, dass beson­ders erfah­re­ne und spe­zi­ell geschul­te Fah­rer die ent­spre­chen­den Fahr­zeu­ge füh­ren. Um eine zweck­ent­spre­chen­de Aus­ge­stal­tung der Aus­nah­me han­delt es sich schließ­lich auch bei der Rege­lung des § 12 LKW­ÜberlStVAus­nV, die der Eva­lua­ti­on der ver­suchs­wei­se ein­ge­führ­ten Aus­nah­me­re­ge­lung mit Blick auf das Ob und Wie ihrer Fort­füh­rung dient.

Der Begriff der Aus­nah­men im Sinn des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG ist nicht über den Wort­sinn hin­aus ein­schrän­kend aus­zu­le­gen.

Das Vor­lie­gen einer Aus­nah­me im Sinn des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG setzt ins­be­son­de­re nicht vor­aus, dass die Inter­es­sen des­je­ni­gen, dem eine Aus­nah­me gewährt wird, die Inter­es­sen an der aus­nahms­lo­sen Bei­be­hal­tung der bestehen­den Rege­lun­gen über­wie­gen, oder dass für die betref­fen­de Rege­lung eine beson­de­re Dring­lich­keit besteht.

Par­al­le­len zur Aus­le­gung des § 46 Abs. 1 und 2 StVO, der die Geneh­mi­gung von Aus­nah­men von Bestim­mun­gen der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung regelt, sind hier nicht zu zie­hen. Unab­hän­gig von der Fra­ge, inwie­weit Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen nach § 46 StVO das Vor­lie­gen eines beson­de­ren Aus­nah­me­falls vor­aus­set­zen und es hier­für auf eine Gewich­tung der betei­lig­ten Inter­es­sen ankommt 40, betref­fen die dies­be­züg­lich in der Recht­spre­chung auf­ge­stell­ten Anfor­de­run­gen jeden­falls nicht den Begriff der Aus­nah­me; es han­delt sich nicht um Vor­aus­set­zun­gen dafür, dass die in Rede ste­hen­de Abwei­chung als Aus­nah­me qua­li­fi­ziert wer­den kann, son­dern um Vor­aus­set­zun­gen dafür, dass sie bewil­ligt wer­den darf. Schon des­halb kann nicht ange­nom­men wer­den, dass der­ar­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen auch bei § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG gel­ten sol­len, der nicht Vor­aus­set­zun­gen für die Zuläs­sig­keit von Aus­nah­me­re­ge­lun­gen, son­dern das Ver­fah­ren für den Erlass von Aus­nah­me­re­ge­lun­gen zum Gegen­stand hat. Gegen eine der­ar­ti­ge Über­tra­gung spre­chen auch die struk­tu­rel­len Unter­schie­de zwi­schen Ver­wal­tungs- und Ver­ord­nungs­er­mes­sen 41.

Ein­schrän­ken­de inhalt­li­che Vor­aus­set­zun­gen für das Vor­lie­gen oder die Zuläs­sig­keit einer Aus­nah­me im Sin­ne des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG erge­ben sich auch nicht aus der Gesetz­ge­bungs­ge­schich­te. Zwar ging nach der Ent­wurfs­be­grün­dung zu Art. 5 Abs. 2 des Geset­zes zur Siche­rung des Stra­ßen­ver­kehrs vom 19.12 1952 42, der Vor­läu­fer­vor­schrift des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG, der his­to­ri­sche Gesetz­ge­ber davon aus, dass die erfass­ten Aus­nah­men "nicht bedeu­tungs­voll genug" sei­en, um den Bun­des­rat damit zu befas­sen; auch müss­ten "die Aus­nah­men häu­fig, um schwe­re wirt­schaft­li­che Schä­den zu ver­mei­den, schnell getrof­fen wer­den" 43. Die­ses gesetz­ge­be­ri­sche Motiv ist jedoch in gesetz­li­che Kri­te­ri­en gera­de nicht über­führt wor­den. Im Wort­laut des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG und sei­ner Vor­gän­ger­vor­schrift hat es kei­nen Aus­druck gefun­den, obwohl dies ohne wei­te­res mög­lich gewe­sen wäre und ent­spre­chen­de Ein­schrän­kun­gen andern­orts auch sta­tu­iert sind (vgl. etwa für Rege­lun­gen, nach denen das Erfor­der­nis der Zustim­mung des Bun­des­ra­tes zu einer Rechts­ver­ord­nung nur bei Eil­be­dürf­tig­keit der Ver­ord­nungs­re­ge­lung ent­fällt, § 72 Abs. 1 Pflan­zen­schutz­ge­setz, § 17c Abs. 3 und § 79 Abs. 1a Tier­seu­chen­ge­setz). Die Erwä­gung, dass es sich bei den Aus­nah­men "häu­fig", also kei­nes­wegs immer, um Eil­be­dürf­ti­ges han­deln wer­de, zeigt viel­mehr, dass die Eil­be­dürf­tig­keit einer Ver­ord­nung kein not­wen­di­ges Merk­mal ihres Cha­rak­ters als Aus­nah­me­ver­ord­nung sein soll­te.

Der Hin­weis der antrag­stel­len­den Lan­des­re­gie­run­gen auf die Kom­ple­xi­tät der not­wen­di­gen funk­tio­na­li­täts- und sicher­heits­be­zo­ge­nen Prü­fung des Regel­werks, die im Lich­te des Leit­bilds des § 6 Abs. 1 StVG und ange­sichts grund­recht­li­cher Schutz­pflich­ten die Mit­spra­che der Län­der erfor­de­re, ist eben­falls nicht geeig­net, eine Aus­le­gung des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG zu begrün­den, nach der die Ver­ord­nung der Zustim­mung des Bun­des­ra­tes bedurft hät­te. Dass der Gesetz­ge­ber gera­de mit § 6 Abs. 1 StVG das Ziel ver­folgt hät­te – oder hät­te ver­fol­gen müs­sen, die Sach­kun­de der Län­der zu erschlie­ßen, ist nicht ersicht­lich. Die­sem Ziel dient viel­mehr das in § 6 Abs. 3 StVG ent­hal­te­ne Erfor­der­nis, die obers­ten Lan­des­be­hör­den vor Erlass der Aus­nah­me­ver­ord­nung anzu­hö­ren. Ein Gebot, bei der Berüh­rung grund­recht­li­cher Schutz­pflich­ten die Zustim­mung des Bun­des­ra­tes ein­zu­ho­len, ist dem Grund­ge­setz nicht zu ent­neh­men.

Eben­so­we­nig kann der gleich­falls ange­führ­te Gesichts­punkt einer Berüh­rung der Staat­lich­keit der Län­der durch ver­kehrs­be­zo­ge­ne Rege­lun­gen zu einer ein­schrän­ken­den Aus­le­gung des Begriffs der Aus­nah­me in § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG füh­ren. Da Stra­ßen­ver­kehr in Deutsch­land nur auf dem Gebiet der Län­der statt­fin­den kann, betrifft jede noch so gering­fü­gi­ge Aus­nah­me von stra­ßen­ver­kehrs­recht­li­chen Vor­schrif­ten not­wen­di­ger­wei­se die Län­der. Sprä­che bereits dies für die Not­wen­dig­keit einer Bun­des­rats­zu­stim­mung, müss­ten Aus­nah­me­re­ge­lun­gen ohne Zustim­mung des Bun­des­ra­tes grund­sätz­lich aus­ge­schlos­sen wer­den, was § 6 Abs. 3 StVG aber gera­de nicht vor­sieht.

Ob eine Rege­lung beson­ders umstrit­ten ist oder sein könn­te, ist für die Mög­lich­keit ihrer Ein­ord­nung als Rege­lung über Aus­nah­men im Sin­ne des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG nicht maß­ge­bend. Die – ohne­hin begrenz­te – Bedeu­tung, die die­sem Gesichts­punkt für die Beur­tei­lung einer Rege­lung als "wesent­lich" und daher dem Vor­be­halt des Geset­zes unter­lie­gend zuge­mes­sen wird 44, kommt ihm für die Fra­ge der Zustim­mungs­be­dürf­tig­keit gesetz­li­cher und ver­ord­nungs­recht­li­cher Rege­lun­gen nicht zu. Die Zustän­dig­keits­ver­tei­lung im Ver­hält­nis von Legis­la­ti­ve und Exe­ku­ti­ve hat ande­re Grün­de und folgt ande­ren Regeln als die Bestim­mung der Mit­wir­kungs­be­fug­nis­se des Bun­des­rats in Norm­set­zungs­ver­fah­ren.

Bei der zur Prü­fung gestell­ten Ver­ord­nung han­delt es sich auch um eine Rechts­ver­ord­nung über "all­ge­mei­ne" Aus­nah­men. Es wer­den für eine unbe­kann­te Viel­zahl von Fäl­len Rege­lun­gen getrof­fen, die an einen unbe­stimm­ten Per­so­nen­kreis gerich­tet sind 45. Der Ein­wand, die Ver­ord­nung sei nicht all­ge­mein, denn die Unter­neh­men, die nicht in Län­dern ansäs­sig sei­en, die in § 2 Abs. 2 LKW­ÜberlStVAus­nV auf­ge­führt sei­en, wür­den benach­tei­ligt und die in der Anla­ge auf­ge­führ­ten Neben­stre­cken lie­fen auf die Begüns­ti­gung eines klar abgrenz­ba­ren und damit indi­vi­du­el­len Per­so­nen­krei­ses hin­aus, ist nicht zutref­fend. Die Benut­zung der in § 2 LKW­ÜberlStVAus­nV auf­ge­führ­ten Stre­cken ist jedem erlaubt, der die übri­gen Vor­aus­set­zun­gen der Ver­ord­nung erfüllt. Ob es der Ein­stu­fung der Ver­ord­nung als "all­ge­mei­ne" Aus­nah­men regelnd ent­ge­gen­stün­de, wenn sie gezielt im Hin­blick auf einen bestimm­ten Per­so­nen­kreis – etwa bestimm­te Unter­neh­men – ergan­gen wäre und damit einer ver­deck­ten Ein­zel­fall­re­ge­lung nahe­kä­me, muss nicht erör­tert wer­den, da hier­für nichts ersicht­lich ist.

Auch der Ein­wand, eine all­ge­mei­ne Aus­nah­me im Sin­ne des § 6 Abs. 3, 2. Var. StVG sei nur eine sol­che, die auch als indi­vi­du­el­le erteilt wer­den kön­ne, was bei der Ver­ord­nung nicht der Fall sei, weil eine indi­vi­du­el­le Rege­lung nicht alle vor­ge­se­he­nen Neben­be­stim­mun­gen ent­hal­ten kön­ne, greift nicht durch. Es erschließt sich bereits nicht, war­um ent­ge­gen der sons­ti­gen Pra­xis der Begriff der all­ge­mei­nen Rege­lung par­al­lel – und nicht in Abgren­zung – zum Begriff der indi­vi­du­el­len Rege­lung zu bestim­men sein soll­te 46.

Zitier­ge­bot, Art. 80 Abs. 1 Satz 3 GG[↑]

Die Ver­ord­nung ver­stößt nicht gegen das Zitier­ge­bot des Art. 80 Abs. 1 Satz 3 GG. Die dort ver­an­ker­te Ver­pflich­tung, in der Rechts­ver­ord­nung deren Rechts­grund­la­ge anzu­ge­ben, bedeu­tet, dass nicht nur das Geset­zes­werk, in dem sich die Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge fin­det, son­dern die ermäch­ti­gen­de gesetz­li­che Ein­zel­vor­schrift in der Ver­ord­nung genannt wird 47. Eine Ver­ord­nung, die auf meh­re­ren Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen beruht, muss die­se voll­stän­dig zitie­ren und bei inhalt­li­cher Über­schnei­dung meh­re­rer Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen die­se gemein­sam ange­ben. Aller­dings muss nicht zu jeder

Bestim­mung der Ver­ord­nung im ein­zel­nen ange­ge­ben wer­den, auf wel­cher der Ermäch­ti­gun­gen sie beruht 48. Der Ver­ord­nungs­ge­ber wird durch die Pflicht zur Anga­be der Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge ange­hal­ten, sich der Reich­wei­te sei­ner Recht­set­zungs­be­fug­nis zu ver­ge­wis­sern; Normadres­sa­ten und Gerich­ten wird ermög­licht, zu prü­fen, ob der Ver­ord­nungs­ge­ber bei Erlass der Norm von einer gesetz­li­chen Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge Gebrauch machen woll­te und ob die getrof­fe­ne Rege­lung sich im Rah­men der Ermäch­ti­gung gehal­ten hat 49.

Hier­an gemes­sen genügt die Ver­ord­nung dem Zitier­ge­bot. Sie nennt als Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen § 6 Abs. 1 Nr. 1 Buch­sta­be c), Nr. 2 Buch­sta­be a), c), k) und x), Nr. 3 ein­lei­ten­der Satz­teil und Nr. 5a StVG jeweils in Ver­bin­dung mit § 6 Abs. 3 StVG. Damit sind die Ermäch­ti­gun­gen benannt, auf die der Ver­ord­nungs­ge­ber sich stüt­zen woll­te und auf die die erlas­se­nen Bestim­mun­gen sich, wie aus­ge­führt, stüt­zen las­sen. Auf die Fra­ge, ob ein­zel­ne der her­an­ge­zo­ge­nen Vor­schrif­ten unge­eig­net sind, irgend­ei­ne der Ver­ord­nungs­be­stim­mun­gen zu tra­gen, kommt es nicht an. Ein Zitie­rungs­über­schuss in die­sem Sin­ne wäre, jeden­falls wenn er wie hier allen­falls in gerin­gem Umfang zu ver­zeich­nen ist, unschäd­lich. Da es nicht erfor­der­lich ist, jeder Ver­ord­nungs­re­ge­lung die jewei­li­ge Rechts­grund­la­ge aus­drück­lich zuzu­wei­sen, son­dern es aus­reicht, die Rechts­grund­la­gen am Beginn der Ver­ord­nung gebün­delt anzu­füh­ren 50, ist auch das Mit­be­nen­nen einer unzu­tref­fen­den Grund­la­ge jeden­falls dann nicht als Ver­stoß gegen das Zitier­ge­bot anzu­se­hen, wenn die Prü­fung dadurch allen­falls unwe­sent­lich erschwert wird. Ein Fall wahl­lo­ser Über­schüt­tung mit unge­prüf­ten Zitie­run­gen, der dem Sinn und Zweck des Zitier­ge­bots zuwi­der­lie­fe, liegt offen­sicht­lich nicht vor.

Rechts­ver­ord­nung und Par­la­ments­vor­be­halt[↑]

Die Ver­ord­nung ver­stößt nicht gegen den Par­la­ments­vor­be­halt.

Der im Rechts­staats­prin­zip und im Demo­kra­tie­ge­bot wur­zeln­de Par­la­ments­vor­be­halt gebie­tet, dass in grund­le­gen­den nor­ma­ti­ven Berei­chen, ins­be­son­de­re im Bereich der Grund­rechts­aus­übung, soweit die­se staat­li­cher Rege­lung zugäng­lich ist, die wesent­li­chen Ent­schei­dun­gen vom Gesetz­ge­ber getrof­fen wer­den 51. Wann es einer Rege­lung durch den par­la­men­ta­ri­schen Gesetz­ge­ber bedarf, lässt sich nur im Blick auf den jewei­li­gen Sach­be­reich und die Eigen­art des betrof­fe­nen Rege­lungs­ge­gen­stan­des beur­tei­len. Die ver­fas­sungs­recht­li­chen Wer­tungs­kri­te­ri­en sind dabei den tra­gen­den Prin­zi­pi­en des Grund­ge­set­zes, ins­be­son­de­re den dort ver­bürg­ten Grund­rech­ten, zu ent­neh­men 52.

Die Vor­schrif­ten der §§ 1 bis 12 LKW­ÜberlStVAus­nV konn­ten danach als Ver­ord­nung erge­hen.

Der Par­la­ments­vor­be­halt ver­langt nicht, dass der Gesetz­ge­ber selbst über die Abmes­sun­gen der am Stra­ßen­ver­kehr teil­neh­men­den Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen ent­schei­det.

Unter der Gel­tung des Stra­ßen­ver­kehrs­ge­set­zes sind die zuläs­si­gen Höchst­län­gen nie im Gesetz selbst, son­dern stets in der Stra­ßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ord­nung gere­gelt wor­den. Die zuläs­si­gen Län­gen wur­den durch den Ver­ord­nungs­ge­ber mehr­mals geän­dert (vgl. etwa Ver­ord­nung zur Ände­rung der Stra­ßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ord­nung und der Stra­ßen­ver­kehrs-Ord­nung vom 21.03.1956 53; Ver­ord­nung zur Ände­rung der Stra­ßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ord­nung vom 23.04.1965 54; Zehn­te Ver­ord­nung zur Ände­rung stra­ßen­ver­kehrs­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 23.07.1990 55; Drei­zehn­te Ver­ord­nung zur Ände­rung stra­ßen­ver­kehrs­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 24.04.1992 56; Sechs­und­zwan­zigs­te Ver­ord­nung zur Ände­rung stra­ßen­ver­kehrs­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 12.08.1997 57). Der Gesetz­ge­ber hat in § 6 Abs. 1 Nr. 2 Buch­sta­be a) und c) StVG vor­ge­se­hen, dass Fahr­zeug­zu­las­sung und ‑betrieb von bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen etwa an Bau und Beschaf­fen­heit abhän­gig gemacht wer­den kön­nen, um die Ver­kehrs­si­cher­heit zu gewähr­leis­ten und die Ver­kehrs­teil­neh­mer zu schüt­zen. Dass er das Nähe­re dem Ver­ord­nungs­ge­ber über­lässt, ist nicht zu bean­stan­den. In Anbe­tracht des tech­ni­schen Fort­schritts und damit ein­her­ge­hen­der schnel­ler Ver­än­de­run­gen von Gefah­ren­la­gen und Mög­lich­kei­ten ihrer Ver­mei­dung ist die Ein­schät­zung des Gesetz­ge­bers nach­voll­zieh­bar, dass der Ver­ord­nungs­ge­ber eher in der Lage ist, die Anfor­de­run­gen auf dem aktu­el­len Stand zu hal­ten und damit allen berühr­ten grund­recht­li­chen Inter­es­sen Rech­nung zu tra­gen 58.

Steht danach der Par­la­ments­vor­be­halt selbst einer dau­er­haf­ten Ände­rung der zuläs­si­gen Län­gen­ma­ße durch den Ver­ord­nungs­ge­ber nicht ent­ge­gen, kann ein Ver­stoß auch nicht dar­in lie­gen, dass zunächst nur ver­suchs­wei­se eine befris­te­te Rege­lung getrof­fen wur­de.

Mit den Vor­schrif­ten, die die Ver­ord­nung über die Her­auf­set­zung der Höchst­län­gen hin­aus ent­hält, sind die ver­fas­sungs­recht­li­chen Gren­zen des durch den Ver­ord­nungs­ge­ber Regel­ba­ren eben­falls nicht über­schrit­ten. Auf die Fra­ge, ob dies bereits dar­aus folgt, dass es sich bei die­sen Vor­schrif­ten nur um die Aus­ge­stal­tung der Aus­nah­men von den sonst gel­ten­den, zuläs­si­ger­wei­se auf der Ebe­ne des Ver­ord­nungs­rechts geän­der­ten Län­gen­ma­ßen han­delt, kommt es dabei nicht an. Jeden­falls sind kei­ne Grün­de ersicht­lich, die aus­ge­stal­ten­den Rege­lun­gen der Ver­ord­nung, die von den Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen des § 6 Abs. 1 StVG gedeckt sind, als der­art wesent­lich anzu­se­hen, dass sie abwei­chend vom im Anwen­dungs­be­reich des § 6 Abs. 1 StVG sonst übli­chen und akzep­tier­ten Ver­fah­ren durch den Gesetz­ge­ber hät­ten getrof­fen wer­den müs­sen. Ins­be­son­de­re kann sich ein sol­ches Erfor­der­nis nicht aus ihrem Zusam­men­hang mit der – ihrer­seits ver­ord­nungs­recht­li­cher Rege­lung zugäng­li­chen – Her­auf­set­zung der zuläs­si­gen Höchst­län­gen erge­ben. Ent­ge­gen der Ansicht der Antrag­stel­le­rin­nen im Ver­fah­ren 2 BvF 3/​12 las­sen sich auch weder aus den grund­rechts­ein­grei­fen­den Rege­lungs­ele­men­ten der Ver­ord­nung noch dar­aus, dass der Gesetz­ge­ber in § 6e StVG eine aus­drück­li­che und ins Ein­zel­ne gehen­de Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung zum Erlass von Vor­schrif­ten zur Sen­kung des Unfall­ri­si­kos jun­ger Fahr­an­fän­ger geschaf­fen hat, Rück­schlüs­se auf die Not­wen­dig­keit detail­lier­te­rer aus­drück­li­cher Ent­schei­dun­gen des Gesetz­ge­bers auch in Bezug auf die vor­lie­gen­de Mate­rie – nament­lich in Bezug auf die in § 12 LKW­ÜberlStVAus­nV gere­gel­te Pflicht zur Teil­nah­me an einer wis­sen­schaft­li­chen Unter­su­chung – zie­hen. Zwar trifft es zu, dass eine grund­rechts­ein­grei­fen­de Qua­li­tät von Ver­hal­tens­maß­ga­ben, an die die Mög­lich­keit der Nut­zung über­lan­ger Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen geknüpft wird, nicht dadurch aus­ge­schlos­sen oder recht­lich belang­los wird, dass die Eröff­nung die­ser Mög­lich­keit im Gan­zen die Frei­heits­spiel­räu­me der Ver­kehrs­teil­neh­mer erwei­tert. Auch soweit die Bestim­mun­gen der Ver­ord­nung grund­rechts­ein­grei­fen­den Cha­rak­ter haben, folgt dar­aus jedoch nicht, dass sie im Detail vom Gesetz­ge­ber vor­ge­zeich­net sein müss­ten. Viel­mehr reicht es aus, wenn die jewei­li­ge gesetz­li­che Ver­ord­nungs­er­mäch­ti­gung den Anfor­de­run­gen des Art. 80 Abs. 1 Satz 2 GG genügt. Dies ist hier der Fall. Ins­be­son­de­re fehlt es den Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen für § 12 LKW­ÜberlStVAus­nV nicht des­halb an der not­wen­di­gen Bestimmt­heit, weil sie auch Rege­lun­gen ermög­li­chen, die dem gesetz­lich vor­ge­ge­be­nen Rege­lungs­zweck ver­mit­telt über einen Erpro­bungs­zu­sam­men­hang die­nen. Aus der blo­ßen Exis­tenz der ange­führ­ten ein­fach­ge­setz­li­chen Bestim­mung des § 6e StVG las­sen sich Schlüs­se für die Bestim­mung der Reich­wei­te des ver­fas­sungs­recht­li­chen Par­la­ments­vor­be­halts nicht zie­hen.

Der Ein­wand, eine gesetz­ge­be­ri­sche Ent­schei­dung sei gebo­ten, weil durch die Begren­zung des Stre­cken­net­zes, in dem der Ver­kehr mit über­lan­gen Fahr­zeu­gen und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen zuläs­sig ist (§ 2 LKW­ÜberlStVAus­nV), die Rechts- und Wirt­schafts­ein­heit der Bun­des­re­pu­blik zer­trennt wer­de, greift nicht durch. Auf den Gesichts­punkt der Rechts- und Wirt­schafts­ein­heit kommt es, unter ande­rem auf dem Gebiet des Stra­ßen­ver­kehrs, für die Ver­tei­lung der Gesetz­ge­bungs­be­fug­nis im Ver­hält­nis zwi­schen Bund und Län­dern an (Art. 72 Abs. 2 i.V.m. Art. 74 Abs. 1 Nr. 22 GG). Die Über­tra­gung die­ses Gesichts­punkts auf die Fra­ge der Ver­tei­lung von Norm­set­zungs­be­fug­nis­sen des Bun­des im Ver­hält­nis zwi­schen Gesetz- und Ver­ord­nungs­ge­ber erscheint schon des­halb nicht nahe­lie­gend, weil mit der Annah­me, eine bun­des­recht­li­che Rege­lung lau­fe den Erfor­der­nis­sen der Rechts- und Wirt­schafts­ein­heit zuwi­der, bereits die Bun­des­kom­pe­tenz für den Erlass einer der­ar­ti­gen Rege­lung in Abre­de gestellt wäre. Auf die wei­te­re Fra­ge nach der Organ­kom­pe­tenz inner­halb des Bun­des käme es dann nicht mehr an. Unab­hän­gig davon kann von einer Beein­träch­ti­gung der Rechts- oder Wirt­schafts­ein­heit 59 durch § 2 LKW­ÜberlStVAus­nV aber auch kei­ne Rede sein. Beschrän­kun­gen der Befahr­bar­keit von Ver­kehrs­we­gen auf dafür geeig­ne­te Fahr­zeu­ge und die sich dar­aus für die jewei­li­gen Fahr­zeu­ge erge­ben­de Beschrän­kung in der Frei­heit der Stre­cken­nut­zung stel­len kei­ne sol­che Beein­träch­ti­gung dar. Auch soweit § 2 LKW­ÜberlStVAus­nV zwi­schen den Län­dern Unter­schie­de macht, die sich einer Erklä­rung durch Eig­nungs­ge­sichts­punk­te ent­zie­hen, fehlt es an einer Beein­träch­ti­gung der Rechts- und Wirt­schafts­ein­heit jeden­falls wegen des Aus­nah­me­cha­rak­ters der Ver­ord­nung.

Einer gesetz­ge­be­ri­schen Ent­schei­dung bedurf­te es auch nicht des­halb, weil durch die Ein­füh­rung län­ge­rer Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen ein dem Stra­ßen­ver­kehrs­ge­setz zugrun­de­lie­gen­des Kon­zept der Ver­tei­lung des Güter­ver­kehrs zwi­schen Stra­ße, Was­ser und Schie­ne geän­dert wor­den wäre. Ein gesetz­ge­be­ri­sches Kon­zept der Ver­kehrs­strom­ver­tei­lung, dem die Ver­ord­nung zuwi­der­lie­fe, kann weder § 6 StVG noch ande­ren Vor­schrif­ten des Stra­ßen­ver­kehrs­ge­set­zes oder gar der von den antrag­stel­len­den Lan­des­re­gie­run­gen in die­sem Zusam­men­hang ange­führ­ten Ver­wal­tungs­vor­schrift zu § 46 StVO ent­nom­men wer­den. Das Stra­ßen­ver­kehrs­ge­setz legt in § 6 StVG die Ent­schei­dung über die Län­ge von Fahr­zeu­gen gera­de in die Hän­de des Ver­ord­nungs­ge­bers.

Rechts­staats­prin­zip[↑]

Die Ver­ord­nung ver­stößt nicht dadurch gegen das Rechts­staats­prin­zip, dass sie wider­sprüch­li­che Rege­lun­gen 60 ent­hiel­te. Ins­be­son­de­re liegt kein Wider­spruch dar­in, dass sie Anfor­de­run­gen an Fah­rer und tech­ni­sche Aus­stat­tung stellt, aber nicht aus­drück­lich Kon­se­quen­zen für deren Nicht­be­ach­tung fest­legt. Unab­hän­gig von der Fra­ge, ob in der Rechts­fol­gen­lo­sig­keit der Ver­let­zung rechts­nor­ma­tiv sta­tu­ier­ter Ver­hal­tens­pflich­ten eine rechts­staats­wid­ri­ge Wider­sprüch­lich­keit zu sehen wäre, ist jeden­falls eine sol­che Fol­gen­lo­sig­keit hier nicht ersicht­lich. Die Anfor­de­run­gen der Ver­ord­nung an die tech­ni­sche Aus­stat­tung der Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen mit Über­län­ge und die Qua­li­fi­ka­ti­on ihrer Fah­rer (§§ 5 und 11 LKW­ÜberlStVAus­nV) sind als Vor­aus­set­zun­gen für die zuläs­si­ge Teil­nah­me sol­cher Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen am Stra­ßen­ver­kehr for­mu­liert. Bei Nicht­be­ach­tung grif­fe daher der Dis­pens von den Län­gen­vor­ga­ben des § 32 StVZO nicht ein, so dass min­des­tens ein Ver­stoß gegen die Län­gen­vor­ga­ben des § 32 StVZO und damit eine Ord­nungs­wid­rig­keit nach § 69a Abs. 3 Nr. 2 StVZO in Ver­bin­dung mit § 24 StVG vor­lä­ge. Dar­in, dass die Ver­ord­nung nicht bestimmt, wer über die Teil­nah­me am Feld­ver­such zu ent­schei­den hat und wie hier­bei die kon­kre­te Berech­ti­gung von Fahr­zeu­gen und Fahr­zeug­kom­bi­na­tio­nen für die Teil­nah­me nach­zu­wei­sen und zu prü­fen ist, zeigt sich kein Wider­spruch, son­dern ein Ver­ord­nungs­kon­zept, das eine sol­che prä­ven­ti­ve Kon­trol­le nicht vor­sieht.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 1. April 2014 – 2 BvF 1/​122 BvF 3/​12

  1. elek­tro­ni­scher Bun­des­an­zei­ger AT144 2011 V2, ver­öf­fent­licht am 21.12 2011[]
  2. ABl L 235 vom 17.09.1996, S. 59; geän­dert durch Richt­li­nie 2002/​7/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 18.02.2002, ABl L 67 vom 09.03.2002, S. 47[]
  3. vgl. Reb­ler, in: Ferner/​Bachmeier/​Müller, Ver­kehrs­recht, 2009, Ver­wR, § 32 StVZO, Rn. 30; Jan­ker, in: Burmann/​Heß/​Jahnke/​Janker, Stra­ßen­ver­kehrs­recht, 22. Aufl.2012, § 29 StVO, Rn. 6; Reb­ler, NZV 2004, S. 450, 451; s. auch All­ge­mei­ne Ver­wal­tungs­vor­schrift zur Stra­ßen­ver­kehrs-Ord­nung, VwV-StVO zu § 29 StVO, Rn. 79 ff.[]
  4. vgl. VwV-StVO zu § 29 StVO, Rn. 140 ff.[]
  5. EBS nach UN/​ECE Rege­lung Nr. 13 Ände­rungs­se­rie 11; ABl. L 297/​1 vom 13.11.2010, S. 183[]
  6. nach UN/​ECE Rege­lung Nr. 13 Ände­rungs­se­rie 11; ABl. L 297/​1 vom 13.11.2010, S. 183[]
  7. ABl. L 25 vom 29.01.2004, S. 1[]
  8. ABl. L 363 vom 20.11.2006, S. 81[]
  9. ABl. L 137 vom 30.05.2007, S. 1[]
  10. BGBl.1994 II S. 970[]
  11. ABl. L 370 vom 31.12.1985, S. 8[]
  12. ABl. L 339 vom 22.12.2009, S. 3[]
  13. eBAnz AT 11.07.2012 V1[]
  14. vom 08.02.2013, eBAnz AT 14.02.2013 V1, bzw. vom 17.09.2013, eBAnz AT 25.09.2013 V2[]
  15. BVerfG – 2 BvF 1/​12[]
  16. BVerfG – 2 BvF 3/​12[]
  17. vgl. BVerfGE 101, 1, 30[]
  18. vgl. BVerfGE 8, 51, 61; 101, 1, 30; 127, 293, 319[]
  19. vgl. BVerfGE 106, 1, 12; Rozek, in: Maun­z/­Schmidt-Bleib­treu/Klein/­Be­th­ge, BVerfGG, Lose­blatt­samm­lung, Stand: 39. Ergän­zungs­lie­fe­rung Dezem­ber 2012, § 76 Rn. 67; Schlaich/​Korioth, Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, 9. Aufl.2012, Rn. 131; Benda/​Klein, Ver­fas­sungs­pro­zess­recht, 3. Aufl.2012, Rn. 691[]
  20. vgl. BVerfGE 22, 330, 343; 48, 1, 19; 101, 1, 30; Bren­ner, in: Mangoldt/​Klein/​Starck, Grund­ge­setz, Bd. 2, 6. Aufl.2010, Art. 80, Rn. 78[]
  21. vgl. dazu, dass Gegen­stand von Betriebs­er­laub­nis­sen bezie­hungs­wei­se Geneh­mi­gun­gen und der nach­fol­gen­den Zulas­sung das ein­zel­ne Fahr­zeug ist, § 3 Abs. 1 Satz 2 FZV; Reb­ler, in: Ferner/​Bachmeier/​Müller, Ver­kehrs­recht, § 32 StVZO, Rn. 18[]
  22. BT-Drs. 14/​8766, S. 58[]
  23. vgl. BT-Drs. 14/​8766, S. 58[]
  24. vgl. BVerfGE 8, 274, 307; 55, 207, 226 f.; 80, 1, 20 f.; 123, 39, 78[]
  25. vgl. BT-Drs. 7/​179, S. 50[]
  26. vgl. auch, zur Mög­lich­keit von Emis­si­ons­wer­ten mit Vor­sorge­cha­rak­ter als zum Schutz vor schäd­li­chen Umwelt­ein­wir­kun­gen ein­zu­hal­ten­den Grenz­wer­ten im Sin­ne des § 38 Abs. 1 Satz 1 BIm­SchG, Knauff, in: Koch/​Pache/​Scheuing, GK-BIm­SchG, § 38 ((Stand Sept.2011[]
  27. vgl. all­ge­mein zu § 6 StVG BVerw­GE 14, 202, 205[]
  28. vgl. BVerfGE 26, 259, 262 f.; 40, 371, 381 f.; auch BVerw­GE 59, 221, 229 f.; BVerwG, Urteil vom 16.03.1994 – 11 C 48.92, NZV 1994, S. 374, 375[]
  29. vgl. BVerfGE 26, 259, 263[]
  30. vgl. BT-Drs. 8/​3150 S. 10[]
  31. vgl. BVerfGE 8, 71, 77 f.; 114, 196, 231[]
  32. vgl. BVerfGE 24, 184, 189; 114, 196, 231[]
  33. vom 30.08.1971, BGBl I S. 1426, 1427[]
  34. BVerfGE 106, 1, 25[]
  35. vgl. Dau­er, in: Hentschel/​König/​Dauer, Stra­ßen­ver­kehrs­recht, 41. Aufl.2011, § 71 StVZO, Rn. 2; Reb­ler, in: Ferner/​Bachmeier/​Müller, Ver­kehrs­recht, Köln 2009, § 71 StVZO, Rn. 1 und 2; Reb­ler, SVR 2008, S. 148; Rebler/​Borzym, SVR 2008, S. 133; a.A. OLG Bam­berg, Beschluss vom 14.05.2007 – 2 Ss OWi 597/​06, NZV 2007, S. 638, 639[]
  36. vgl. BVerw­GE 36, 145, 147[]
  37. vgl. BVerw­GE 64, 285, 288[]
  38. Kopp/​Ramsauer, VwVfG, 13. Aufl.2012, § 36, Rn. 54[]
  39. vgl. BVerw­GE 51, 164, 166; 56, 254, 261[]
  40. vgl. BVerw­GE 104, 154, 156 f.; BVerwG, Urteil vom 22.12 1993 – 11 C 45.92, NZV 1994, S. 244, 245[]
  41. vgl. Ossen­bühl, in: Isensee/​Kirchhof, Hand­buch des Staats­rechts, Bd. V, 3. Aufl.2009, § 103, Rn. 41[]
  42. BGBl I S. 832[]
  43. BT-Drs. 1/​2674, S.20[]
  44. vgl. BVerfGE 108, 282, 312[]
  45. zu die­sen Kri­te­ri­en vgl. etwa Ruf­fert, in: Erichsen/​Ehlers, All­ge­mei­nes Ver­wal­tungs­recht, 14. Aufl.2010, § 21, Rn. 32 ff.; Kopp/​Ramsauer, VwVfG, 13. Aufl.2012, § 35, Rn. 121[]
  46. vgl. zu die­ser bei­spiels­wei­se beim Begriff des Ver­wal­tungs­ak­tes rele­van­ten Abgren­zung nur Kopp/​Ramsauer, VwVfG, 13. Aufl.2012, § 35, Rn. 118 ff.[]
  47. vgl. BVerfGE 24, 184, 196; 101, 1, 42[]
  48. vgl. BVerfGE 20, 283, 292; 101, 1, 42, Bau­er, in: Drei­er, Grund­ge­setz, Bd. II, 2. Aufl.2006, Art. 80, Rn. 44; Pieroth, in: Jarass/​Pieroth, Grund­ge­setz, 12. Aufl.2012, Art. 80, Rn. 16; Mann, in: Sachs, Grund­ge­setz, 6. Aufl.2011, Art. 80, Rn. 31[]
  49. vgl. BVerfGE 24, 184, 196, 101, 1, 42[]
  50. vgl. BVerfGE 20, 283, 292; 101, 1, 42[]
  51. vgl. BVerfGE 49, 89, 126; 61, 260, 275; 80, 124, 132; 83, 130, 142, 151 f., 101, 1, 34[]
  52. vgl. BVerfGE 98, 218, 251; stRspr[]
  53. BGBl I S. 127[]
  54. BGBl I S. 344[]
  55. BGBl I S. 1489[]
  56. BGBl I S. 965[]
  57. BGBl I S.2051[]
  58. vgl. BVerfGE 101, 1, 35[]
  59. vgl. BVerfGE 106, 62, 145 ff.; 111, 226, 254; 112, 226, 248 f.; 125, 141, 155[]
  60. vgl. BVerfGE 1, 14, 45; 25, 216, 227; 98, 106, , 118 f.; 108, 169, 182[]