Glücks­spiel im Inter­net – aber nicht in NRW

Das von der Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf ver­füg­te Ver­bot des Glücks­spiels im Inter­net in NRW wur­den jetzt in meh­re­ren Eil­ver­fah­ren vom Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf vor­läu­fig bestä­tigt. Mit den Ent­schei­dun­gen wies das Gericht die Anträ­ge ver­schie­de­ner Anbie­ter von Glücks­spie­len im Inter­net (z. B. Sport­wet­ten, Poker) zurück, die dar­auf ziel­ten, unein­ge­schränkt Glücks­spiel im Inter­net ver­an­stal­ten zu dür­fen. Zeit­gleich bestä­tig­te die Kam­mer in wei­te­ren Eil­ent­schei­dun­gen auch das behörd­li­che Ver­bot der Glücks­spiel­wer­bung im Inter­net.

Glücks­spiel im Inter­net – aber nicht in NRW

Nach Ansicht der Düs­sel­dor­fer Ver­wal­tungs­rich­ter ist das Ver­bot der Ver­an­stal­tung und Ver­mitt­lung von Glücks­spie­len im Inter­net sowohl ver­fas­sungs- als auch euro­pa­recht­lich unbe­denk­lich. Zur Umset­zung des Glücks­spiel­staats­ver­tra­ges darf die für NRW zustän­di­ge Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Düs­sel­dorf gegen Ver­an­stal­ter von uner­laub­tem Glücks­spiel im Inter­net auch mit Sitz im Aus­land vor­ge­hen und die Ver­mitt­lung an Spie­ler mit Auf­ent­halt in NRW unter­sa­gen. Denn auch aus­län­di­sche Unter­neh­men, die ziel­ge­rich­tet u. a. auf dem deut­schen Markt im Inter­net Glücks­spie­le anbie­ten, haben, so das VG, das deut­sche Recht zu beach­ten.

Um dem Wer­be­ver­bot im Inter­net für das Gebiet von NRW nach­zu­kom­men, dürf­te von dem Wer­ben­den gefor­dert wer­den kön­nen, die Wer­bung für uner­laub­te Glücks­spie­le im gesam­ten Bun­des­ge­biet ein­zu­stel­len. Denn Wer­bung im Inter­net ist in allen Bun­des­län­dern ver­bo­ten.

Bean­stan­det hat das Gericht dage­gen eine Anord­nung der Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf, die dar­auf gerich­tet ist, die Domain eines Glücks­spiel­ver­an­stal­ters vom welt­wei­ten Inter­net zu tren­nen. Denn hier­mit über­schrei­tet die Behör­de ihre auf NRW beschränk­te Kom­pe­tenz.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschlüs­se vom 18. Mai 2009 – 27 L 1607/​08 u.a.