Gre­mi­um Motor­cy­cle Club Sach­sen

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat das Ver­bot des Regio­nal­ver­bands „Gre­mi­um Motor­cy­cle Club (MC) Sach­sen“ und der vier ihm ange­hö­ren­den Orts­grup­pen („Chap­ter“) bestä­tigt.

Gre­mi­um Motor­cy­cle Club Sach­sen

Mit Ver­fü­gung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums des Innern vom 28. Mai 2013 wur­de der Regio­nal­ver­band ein­schließ­lich der ihm als Teil­or­ga­ni­sa­tio­nen ange­hö­ren­den Chap­ter Dres­den, Chem­nitz, Plau­en und Nomads East­side sowie einer Sup­por­ter­or­ga­ni­sa­ti­on („Här­te Plau­en“) auf­ge­löst und ver­bo­ten. Das Ver­eins­ver­bot wur­de damit begrün­det, dass der Haupt­zweck des Regio­nal­ver­bands und sei­ner Teil­or­ga­ni­sa­tio­nen nicht in der kame­rad­schaft­li­chen Pfle­ge des Motor­sports, son­dern in der gewalt­tä­ti­gen Gebiets- und Macht­ent­fal­tung und in der straf­rechts­wid­ri­gen Selbst­be­haup­tung gegen­über kon­kur­rie­ren­den Orga­ni­sa­tio­nen in sei­nem Ein­fluss­ge­biet lie­ge.

Hier­ge­gen haben die ver­bo­te­nen Ver­ei­ne vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Kla­ge erho­ben, das bei Ver­eins­ver­bo­ten durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern erst- und letzt­in­stanz­lich zustän­dig ist. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die Kla­gen abge­wie­sen:

Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern ist, so das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, zu Recht davon aus­ge­gan­gen, dass es sich bei dem inner­halb des „Gre­mi­um MC Ger­ma­ny“ als „Regi­on Sach­sen“ bezeich­ne­ten Regio­nal­ver­band nach den Vor­ga­ben der Sat­zung des „Gre­mi­um MC Ger­ma­ny“ und ihrer Umset­zung in der Regi­on Sach­sen um einen Ver­ein i.S.d. Ver­eins­ge­set­zes han­delt. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass in der Regi­on ent­ge­gen der Sat­zung nur spo­ra­disch Prä­si­den­ten­tref­fen statt­ge­fun­den haben und kein Regio­nal­spre­cher gewählt wor­den ist. Denn die Mit­glie­der der der Regi­on ange­hö­ren­den Chap­ter haben sich fak­tisch der Auto­ri­tät des Prä­si­den­ten des Füh­rung­s­chap­ters Dres­den unter­wor­fen, der die Spre­cher­funk­ti­on für den Regio­nal­ver­band aus­ge­übt hat.

Der Regio­nal­ver­band erfüllt nach Ansicht des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts auch den Ver­bots­grund der Straf­ge­setz­wid­rig­keit, da sei­ne Zwe­cke und Tätig­kei­ten den Straf­ge­set­zen zuwi­der­lau­fen. Dies ergibt sich ins­be­son­de­re aus dem Ver­hal­ten des ihn beherr­schen­den Prä­si­den­ten des Füh­rung­s­chap­ters Dres­den im Zusam­men­hang mit einem von Mit­glie­dern der Klä­ger gemein­sam ver­such­ten Tötungs­de­likt zum Nach­teil eines unbe­tei­lig­ten Jugend­li­chen in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezem­ber 2011. Durch die­se Tat soll­te ein vor­an­ge­gan­ge­ner Angriff von Mit­glie­dern des riva­li­sie­ren­den „Hells Angels MC“ auf ein eige­nes Mit­glied gerächt wer­den. Nach dem Ergeb­nis der Beweis­auf­nah­me ist die­se Tat dem Regio­nal­ver­band zuzu­rech­nen und prägt sei­nen Cha­rak­ter, weil er sich nach der Tat von die­ser nicht glaub­haft distan­ziert hat. Er hat es im Gegen­teil zuge­las­sen, dass Ver­eins­mit­glie­der wegen ihrer Tat­be­tei­li­gung durch Ver­lei­hung eines Amtes bzw. einer Aus­zeich­nung („No Mer­cy-Patch“) belohnt wur­den.

In einem wei­te­ren Ver­fah­ren hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt dar­über hin­aus ent­schie­den, dass sich das Ver­bot hier zu Recht auch auf die Sup­por­ter­or­ga­ni­sa­ti­on „Här­te Plau­en“ erstreckt 1

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 7. Janu­ar 2016 – 1 A 32015

  1. BVerwG, Urteil vom 13.01.2016 – BVerwG 1 A 2.15[]