Grenz­ab­stand für eine Sau­na

Eine Sau­na mit Holz­ofen darf (in Rhein­land-Pfalz) nach einem Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Neu­stadt nur betrie­ben wer­den, wenn ein Abstand von min­des­tens 3 m zum Nach­bar­grund­stück ein­ge­hal­ten wird.

Grenz­ab­stand für eine Sau­na

In dem jetzt vom VG ent­schie­de­nen Fall hat­te der Eigen­tü­mer eines mit einem Ein­fa­mi­li­en­haus bebau­ten Grund­stücks in einem Abstand von ca. 2,50 m zur Grund­stücks­gren­ze ein 2,25 m x 2,45 m x 3 m gro­ßes Sau­na­ge­bäu­de mit Holz­ofen errich­tet. Den Ofen hat­te er durch ein Rohr mit einem bereits seit län­ge­rem vor­han­de­nen Kamin ver­bun­den. Die­ser wur­de bis­her ledig­lich gele­gent­lich als offe­ner Kamin zum Gril­len genutzt.

Nach­dem sich die Nach­barn bei der Kreis­ver­wal­tung über Rauch­be­läs­ti­gun­gen beschwert hat­ten, for­der­te die Behör­de den Eigen­tü­mer auf, einen Bau­an­trag zu stel­len. Auf die­sen nach­träg­li­chen Antrag hin erteil­te sie eine Bau­ge­neh­mi­gung, schrieb aber zugleich vor, dass die Sau­na nur mit einem Elek­tro­ofen beheizt wer­den dür­fe.

Der Wider­spruch des Betrof­fe­nen beim Kreis­rechts­aus­schuss blieb ohne Erfolg. Er erhob daher Kla­ge beim Ver­wal­tungs­ge­richt und mach­te gel­tend, dass ihm auch für den Betrieb des Holz­ofens eine Bau­ge­neh­mi­gung erteilt wer­den müs­se.

Die Rich­ter haben die Kla­ge abge­wie­sen: Nach den Bestim­mun­gen der rhein­land-pfäl­zi­schen Lan­des­bau­ord­nung über Abstands­flä­chen müs­se der Grenz­ab­stand für eine Sau­na mit Holz­ofen min­des­tens 3 m betra­gen; hier wür­den aber nur 2,5 m ein­ge­hal­ten. Eine Aus­nah­me sei nur zuläs­sig für Gebäu­de ohne Auf­ent­halts­räu­me und ohne Feu­er­stät­ten. Wegen der Rauch­be­läs­ti­gun­gen der Nach­barn habe der Klä­ger auch kei­nen Anspruch auf eine von den Abstands­vor­schrif­ten abwei­chen­de Geneh­mi­gung.

Gegen das Urteil kann inner­halb eines Monats nach Zustel­lung die Zulas­sung der Beru­fung durch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz bean­tragt wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Urteil vom 20. Okto­ber 2008 – 4 K 788/​08.NW

  1. AG Ful­da, Beschluss vom 04.07.2019 – 88 XIV 312/​19 L, 88 XIV 313/​19 L[]