Groß­for­ma­ti­ge Wahl­sicht­wer­bung in Saar­brü­cken

Bereits im April hat­te das Ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lands eine Ent­schei­dung der Lan­des­haupt­stadt Saar­brü­cken gebil­ligt, die Geneh­mi­gung zur Auf­stel­lung von groß­for­ma­ti­gen Wahl­pla­kat­ta­feln des For­mats 18/​1 in der Grö­ße 3,56 m x 2,52 m im Bereich der Lan­des­haupt­stadt Saar­brü­cken wäh­rend der dies­jäh­ri­gen Wahl­kämp­fe zu ver­wei­gern. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lan­des hat nun die Beschwer­de des CDU-Kreis­ver­ban­des Saar­brü­cken-Stadt gegen die­sen Beschluss des Ver­wal­tungs­ge­richts des Saar­lan­des zurück­ge­wie­sen.

Groß­for­ma­ti­ge Wahl­sicht­wer­bung in Saar­brü­cken

Mit sei­ner Beschwer­de begehr­te der CDU-Kreis­ver­band Saar­brü­cken-Stadt wei­ter­hin, die Lan­des­haupt­stadt Saar­brü­cken zu ver­pflich­ten, ihm zu gestat­ten, groß­flä­chi­ge Wahl­pla­kat­ta­feln an 64 Stand­or­ten im Stadt­ge­biet Saar­brü­cken in der Zeit vom 27.4.2009 bis zum 27.9.2009 auf­zu­stel­len.

In sei­ner Beschwer­de­ent­schei­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt die Aus­füh­run­gen des Ver­wal­tungs­ge­richts bestä­tigt, wonach wegen der Bedeu­tung von Wah­len für einen demo­kra­ti­schen Staat und der Bedeu­tung der Par­tei­en für sol­che Wah­len jeden­falls im Regel­fall ein Anspruch einer Par­tei auf Ertei­lung einer Erlaub­nis zum Auf­stel­len von Wahl­pla­ka­ten bestehe. Die Kom­mu­nen bräuch­ten aller­dings den Wün­schen der Par­tei­en auf Wahl­sicht­wer­bung nicht unbe­schränkt Rech­nung zu tra­gen. Sie sei­en ins­be­son­de­re aus recht­li­chen Grün­den nicht dar­an gehin­dert, die Stra­ßen wäh­rend eines ange­mes­se­nen Zeit­raums für frei­es Pla­ka­tie­ren nur mit bestimm­ten Auf­la­gen, z.B. zur Gewähr­leis­tung der Ver­kehrs­si­cher­heit, der Wah­rung des Orts­bil­des, der Ver­mei­dung von Ver­schmut­zun­gen des Stra­ßen­raums und der Gewähr­leis­tung von Chan­cen­gleich­heit frei­zu­ge­ben. Aller­dings müs­se immer sicher­ge­stellt sein, dass die Par­tei­en ange­mes­se­ne und wirk­sa­me Wahl­wer­be­mög­lich­kei­ten hät­ten. Unter Berück­sich­ti­gung des­sen sei die für alle poli­ti­schen Par­tei­en glei­cher­ma­ßen gel­ten­de Ent­schei­dung der Lan­des­haupt­stadt Saar­brü­cken, groß­flä­chi­ge Wahl­pla­kat­ta­feln des For­mats 18/​1 in der Grö­ße 3,56 m x 2,52 m im öffent­li­chen Raum des Stadt­ge­biets für Wahl­kampf­zwe­cke nicht zuzu­las­sen, aus Rechts­grün­den nicht zu bean­stan­den. Es las­se sich auch nicht fest­stel­len, dass auf­grund der Ver­sa­gung der groß­flä­chi­gen Wahl­pla­ka­te eine ange­mes­se­ne und wirk­sa­me Wahl­wer­bung nicht mehr mög­lich sei, da der Par­tei Wahl­sicht­wer­bung mit den zuge­las­se­nen For­ma­ten gestat­tet wer­de. Mit Blick auf das Beschwer­de­vor­brin­gen hat der Senat ergän­zend her­vor­ge­ho­ben, dass die Lan­des­haupt­stadt Saar­brü­cken sich ihrem schlüs­si­gen Vor­brin­gen zufol­ge bereits im Jahr 2001 unter Aus­schluss groß­flä­chi­ge­rer Pla­ka­te ent­schie­den habe, im öffent­li­chen Stra­ßen­raum ihres Stadt­ge­bie­tes das Anbrin­gen von 1800 Wahl­kampf­pla­ka­ten der Grö­ße DIN A 1 (0,59 m x 0,81 m) bzw. DIN A 0 (0,84 m x 1,189 m) zu erlau­ben und jeder an der Wahl teil­neh­men­den Par­tei ein ent­spre­chen­des Kon­tin­gent zuzu­er­ken­nen. Es sei nicht ersicht­lich, dass die­se Ver­fah­rens­wei­se dem ver­fas­sungs­recht­li­chen Gebot, den poli­ti­schen Par­tei­en eine ange­mes­se­ne Selbst­dar­stel­lung im Wege der Wahl­sicht­wer­bung zu ermög­li­chen, nicht genüg­te. So sei der Antrag­stel­le­rin bezüg­lich der Wah­len vom 7.6.2009 das Anbrin­gen von 200 bzw. 250 bzw. 45 Wahl­pla­ka­ten der Grö­ßen DIN A 1 und DIN A 0 erlaubt wor­den. War­um dies zur Sicher­stel­lung ange­mes­se­ner und wirk­sa­mer Wahl­sicht­wer­bung nicht aus­rei­chen soll­te, sei nicht dar­ge­legt.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lands, Beschluss vom 2. Juni 2009 – 1 B 347/​09