Gru­ben­was­ser­be­hand­lung nach Berg­werks­still­le­gung

Eine Berg­werk­be­trei­be­rin ist nach Schlie­ßung des Berg­werks auch noch wei­ter­hin für die Klä­rung des Gru­ben­was­sers zur Ver­ant­wor­tung her­an­zu­zie­hen.

Gru­ben­was­ser­be­hand­lung nach Berg­werks­still­le­gung

So die Ent­schei­dung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len in dem Fall des still­ge­leg­ten Metall­erz­berg­werks Meg­gen in Len­ne­stadt. In dem Berg­werk wur­den von 1852 bis zur Ein­stel­lung der För­de­rung im März 1992 Pyrit, Zink und Blei unter­tä­gig abge­baut. Hier tritt immer noch Gru­ben­was­ser aus, das mit Schwer­me­tal­len belas­tet ist. Schon wäh­rend der akti­ven Erz­ge­win­nung muss­te die Gru­be von dem ein­drin­gen­den Grund- und Kluft­was­ser ent­wäs­sert wer­den. Das nach außen abge­pump­te Gru­ben­was­ser war auf­grund des Kon­tak­tes mit den an den Stol­len­wän­den frei­ge­leg­ten Erzen mit Schwer­me­tal­len belas­tet und muss­te vor sei­ner Ein­lei­tung in die Len­ne in einer Klär­an­la­ge von der Metall­fracht gerei­nigt wer­den.

Die Schlie­ßung der Gru­be erfolg­te mit einem im Jahr 1993 zuge­las­se­nen Abschluss­be­triebs­plan. Nach dem Voll­lau­fen der Gru­be tritt seit 1999 Gru­ben­was­ser aus einem Stol­len aus. Es wur­de zunächst von der kla­gen­den Berg­werk­be­trei­be­rin, der Klä­ge­rin, in der Klär­an­la­ge mit behörd­li­chen Geneh­mi­gun­gen – sog. Son­der­be­triebs­plä­nen – vor der Ein­lei­tung in die Len­ne wei­ter geklärt. Die Klä­ge­rin ist der Auf­fas­sung, dass sie für die Gru­ben­was­ser­be­hand­lung kei­ne Ewig­keits­haf­tung tref­fe. Daher ver­wei­ger­te sie die Vor­la­ge wei­te­rer Son­der­be­triebs­plä­ne. Mit Bescheid vom 8. April 2008 ord­ne­te die Berg­be­hör­de an, für den Betrieb der Gru­ben­was­ser­be­hand­lungs­an­la­ge Meg­gen ent­we­der einen neu­en, zulas­sungs­fä­hi­gen Son­der­be­triebs­plan als Ergän­zung des zuge­las­se­nen Abschluss­be­triebs­plans vor­zu­le­gen oder bei ihr die Ver­län­ge­rung des bis­lang gül­ti­gen Betriebs­plans für die Gru­ben­was­ser­be­hand­lung zu bean­tra­gen.

Hier­ge­gen hat die Berg­werks­be­trei­be­rin Kla­ge beim Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg erho­ben und recht bekom­men. Die dage­gen gerich­te­te Beru­fung des beklag­ten Lan­des ist vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len ein­ge­reicht wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts ist die Berg­werks­be­trei­be­rin auch noch wei­ter­hin für die Klä­rung des Gru­ben­was­sers zur Ver­ant­wor­tung her­an­zu­zie­hen. Die Ver­fü­gung ist auch ver­hält­nis­mä­ßig, weil die Klä­ge­rin jeden­falls zum gegen­wär­ti­gen Zeit­punkt und auf abseh­ba­re Zeit durch die Kos­ten nicht unver­hält­nis­mä­ßig belas­tet wird. Dabei sei zu berück­sich­ti­gen, dass der Aus­tritt des belas­te­ten Gru­ben­was­sers Fol­ge des frü­he­ren Berg­baus ist.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 26. Janu­ar 2012 – 11 A 2635/​09