Grund­was­ser­ab­pum­pen für 30 Jah­re

Sind auf­grund von Gut­ach­ten kei­ne Schä­den am Grund­ei­gen­tum der Nach­barn durch eine erlaub­te Grund­was­ser­ab­lei­tung zu erwar­ten, ist die von der zustän­di­gen Gemein­de getrof­fe­ne Ermes­sens­ent­schei­dung nicht zu bean­stan­den und recht­mä­ßig erfolgt.

Grund­was­ser­ab­pum­pen für 30 Jah­re

So die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Lüne­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall zwei­er Kla­gen gegen eine was­ser­recht­li­che Erlaub­nis der Stadt Lüne­burg für den Hell­manns­weg, nach der für 30 Jah­re Grund­was­ser durch­gän­gig abge­pumpt wer­den kann. Im Hell­manns­weg in Lüne­burg wur­de in den 1990iger Jah­ren ein Kom­plex mit 25 Woh­nun­gen errich­tet. Wegen der Grund­was­ser­ver­hält­nis­se wur­de zunächst eine auf 10 Jah­re befris­te­te was­ser­recht­li­che Geneh­mi­gung zum Abpum­pen des Grund­was­sers erteilt. Nach meh­re­ren Gut­ach­ten und gericht­li­chen Strei­tig­kei­ten auch mit dem Nach­barn der Wohn­an­la­ge wur­de von der Stadt Lüne­burg nun­mehr eine geho­be­ne was­ser­recht­li­che Erlaub­nis für 30 Jah­re erteilt, wonach das Grund­was­ser durch­gän­gig abge­pumpt wer­den kann. Nach­barn haben gegen die­se Erlaub­nis geklagt, weil sie Schä­den an ihren eige­nen Nach­bar­ge­bäu­den durch Ris­se und Absa­ckun­gen befürch­ten.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Lüne­burg ist trotz eini­ger for­ma­ler Män­gel der bean­stan­de­ten geho­be­nen was­ser­recht­li­chen Erlaub­nis die von der Stadt Lüne­burg getrof­fe­ne Ermes­sens­ent­schei­dung als recht­mä­ßig anzu­se­hen. Dabei hat das Ver­wal­tungs­ge­richt maß­geb­lich auf die zur Zeit der Erlaub­nis­er­tei­lung durch gut­ach­ter­li­che Äuße­run­gen unter­mau­er­ten Fest­stel­lun­gen abge­stellt. Die dar­aus abge­lei­te­te Auf­fas­sung der beklag­ten Stadt, dass Schä­den am Grund­ei­gen­tum der Nach­barn durch die erlaub­te Grund­was­ser­ab­lei­tung nicht ent­ste­hen wür­den, ist bestä­tigt wor­den durch ein in einem zivil­recht­li­chen Ver­fah­ren auf Anord­nung des Ober­lan­des­ge­richts Cel­le ein­ge­hol­tes Gut­ach­ten. Inten­si­ve vom Ver­wal­tungs­ge­richt geführ­te Ver­gleichs­ver­hand­lun­gen haben zu kei­ner ein­ver­nehm­li­chen Lösung füh­ren kön­nen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Lüne­burg, Urtei­le vom 19. Juli 2012 – 6 A 74/​11 und 6 A 68/​11