Grup­pen­ver­fol­gung von Jesi­den im Irak

Die aus der Stadt Mosul stam­men­den Jesi­den sind einer Grup­pen­ver­fol­gung aus­ge­setzt. Indem ursprüng­lich für die staat­li­che Grup­pen­ver­fol­gung ent­wi­ckel­ten Grund­sät­ze prin­zi­pi­ell auch auf die pri­va­te Ver­fol­gung durch nicht­staat­li­che Akteu­re über­tra­gen wer­den [1], kann es zu einer ent­spre­chend ter­ri­to­ri­al klein­tei­li­gen Fest­stel­lung einer Grup­pen­ver­fol­gung kom­men.

Grup­pen­ver­fol­gung von Jesi­den im Irak

Die vor­zu­neh­men­de wer­ten­de Betrach­tung im Sin­ne der Gewich­tung und Abwä­gung aller fest­ge­stell­ten Umstän­de und ihrer Bedeu­tung erstreckt sich des­halb vor­lie­gend ledig­lich auf die Stadt Mosul, nicht auf die gesam­te Pro­vinz Nini­ve, deren Haupt­stadt Mosul ist, und ins­be­son­de­re nicht auf die Gebie­te, in denen Jesi­den vor­nehm­lich leben. Der Ort der inner­staat­li­chen Flucht­al­ter­na­ti­ve muss erreich­bar sein und dort jeden­falls das Exis­tenz­mi­ni­mum gewähr­leis­tet sein.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 25. August 2010 – 8 A 397/​09

  1. vgl. BVerwG, Urteil vom 21.04.2009 – 10 C 11/​08, InfAuslR 2009, 315[]