Hal­tungs­ver­bot für Lama, Esel, Pony

Bestehen wei­ter­hin erheb­li­che Zwei­fel an einer künf­ti­gen bean­stan­dungs­frei­en Tier­hal­tung, kann die Wie­der­ge­stat­tung der Tier­hal­tung abge­lehnt wer­den.

Hal­tungs­ver­bot für Lama, Esel, Pony

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Kla­ge ent­schie­den, mit der ein Tier­hal­tungs­ver­bot auf­ge­ho­ben wer­den soll­te. In der Ver­gan­gen­heit hielt der Klä­ger ein Lama, zwei Esel und ein Shet­land­po­ny. Dem Erlass des voll­stän­di­gen Tier­hal­tungs­ver­bo­tes durch den beklag­ten Land­kreis Bern­kas­tel-Witt­lich am 21. Febru­ar 2013 waren meh­re­re tier­schutz­recht­li­che Kon­trol­len vor­an­ge­gan­gen, bei denen seit dem Jahr 2012 wie­der­holt Ver­stö­ße gegen Tier­hal­ter­pflich­ten bean­stan­det wur­den. So sei u. a. die Bereit­stel­lung eines tro­cke­nen Unter­stan­des nicht gewähr­leis­tet und die Ver­sor­gung der Tie­re mit Was­ser und Fut­ter man­gel­haft gewe­sen. Auch sei der Unter­stand nicht regel­mä­ßig gesäu­bert wor­den und den Tie­ren habe kein hin­rei­chen­der Aus­lauf zur Ver­fü­gung gestan­den.

Mit sei­nem Antrag vom 20. Dezem­ber 2018 hat der Klä­ger die Auf­he­bung des Tier­hal­te- und Betreu­ungs­ver­bo­tes und Rück­brin­gung der Tie­re, wel­che ihm im Jahr 2013 weg­ge­nom­men wor­den waren, begehrt. Nach­dem der beklag­te Land­kreis das abge­lehnt hat­te, ist Kla­ge erho­ben wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier bestehe der Grund für die Annah­me wei­te­rer Zuwi­der­hand­lun­gen nach wie vor. Ange­sichts der viel­fach doku­men­tier­ten Ver­stö­ße und des Ver­hal­tens des Klä­gers in der münd­li­chen Ver­hand­lung lägen durch­grei­fen­de Anhalts­punk­te dafür vor, dass sei­ne über Jah­re hin­weg gezeig­te Ein­stel­lung zu sei­nen Tie­ren und dem Tier­schutz in einer ent­spre­chen­den cha­rak­ter­li­chen Grund­ein­stel­lung wur­ze­le, die Ver­stö­ße zu rela­ti­vie­ren, teil­wei­se zu negie­ren und ande­ren Per­so­nen die Schuld dar­an zu geben. Dass sich die­se Ein­stel­lung auf­grund eines indi­vi­du­el­len Lern­pro­zes­ses grund­sätz­lich gewan­delt hät­te, sei dem­ge­gen­über nicht ersicht­lich. Eine Aus­ein­an­der­set­zung des Klä­gers mit sei­nen Feh­lern in Bezug auf die Hal­tung der Tie­re sei eben­so wenig erkenn­bar wie eine dies­be­züg­li­che Ein­sicht.

Da inso­weit wei­ter­hin erheb­li­che Zwei­fel an einer künf­tig bean­stan­dungs­frei­en Tier­hal­tung bestün­den, habe der Beklag­te den Antrag des Klä­gers auf Wie­der­ge­stat­tung der Tier­hal­tung zu Recht abge­lehnt. Der Klä­ger habe kei­nen Anspruch auf Wie­der­ge­stat­tung der Tier­hal­tung.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 22. Janu­ar 2020 – 8 K 4155/​19.TR