Ham­bur­gi­sche Bezirks­ver­samm­lun­gen

Die Bezirks­amts­lei­tung eines ham­bur­gi­schen Bezirks­amts kann die Mit­glie­der der Bezirks­ver­samm­lung oder eines ihrer Aus­schüs­se nicht zu bestimm­ten Hand­lun­gen ver­pflich­ten.

Ham­bur­gi­sche Bezirks­ver­samm­lun­gen

Ein Sanie­rungs­bei­rat für ein städ­te­bau­li­ches Sanie­rungs­ge­biet, der auf­grund von Beschlüs­sen der Bezirks­ver­samm­lung zur Unter­stüt­zung ihrer Arbeit gebil­det wor­den ist und über des­sen Beset­zungs­mo­da­li­tä­ten allein die Bezirks­ver­samm­lung oder deren Aus­schüs­se ent­schei­den, ist kein Gre­mi­um, das die Betei­li­gungs­pflich­ten der Gemein­de nach § 137 Bau­GB wahr­nimmt.

Die Bezirks­ver­samm­lung und ihre Aus­schüs­se sind bei der Wahr­neh­mung ihrer Auf­ga­ben nach § 19 Abs. 2 Hmb­BezVG und ihres Selbst­or­ga­ni­sa­ti­ons­rechts in den Gren­zen von Recht und Gesetz (§ 21 Hmb­BezVG) grund­sätz­lich dar­in frei, ob sie sich zusätz­li­chen Sach­ver­stands aus dem Krei­se der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger bedie­nen, zu die­sem Zweck for­ma­li­sier­te Gre­mi­en schaf­fen sowie wel­che inhalt­li­che Kri­te­ri­en sie für deren Beru­fung anle­gen.

Art. 3 Abs. 1, 19 Abs. 4 GG ver­mit­teln einem sanie­rungs­recht­lich Betrof­fe­nen kei­nen Anspruch dar­auf, vor­läu­fig einen Sitz im Sanie­rungs­bei­rat unter gleich­zei­ti­ger Sit­zent­he­bung eines bereits von der Bezirks­ver­samm­lung bestä­tig­ten Mit­glieds zu erhal­ten.

Hat die Bezirks­ver­samm­lung bei der Aus­ge­stal­tung des Aus­wahl­ver­fah­rens zum Bei­rats­mit­glied für eine Ver­fah­rens­kon­stel­la­ti­on kei­ne Rege­lung getrof­fen, ist sie bei Beach­tung des Ver­bots will­kür­li­cher Ent­schei­dun­gen (Art. 3 Abs. 1 GG) dar­in frei, hier­über wäh­rend des Aus­wahl­ver­fah­rens eine Ent­schei­dung zu tref­fen.

Ham­bur­gi­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 11. Okto­ber 2010 – 2 Bs 130/​10