Hass-Pre­di­ger

"Hass-Pre­di­ger" kön­nen aus­ge­wie­sen wer­den.

Hass-Pre­di­ger

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den heu­te die Kla­ge eines als asyl­be­rech­tigt aner­kann­ten ägyp­ti­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen aus Por­ta West­fa­li­ca abge­wie­sen, mit der die­ser sich gegen sei­ne Aus­wei­sung aus Deutsch­land gewandt hat­te.

Der Land­rat des Krei­ses Min­den-Lüb­be­cke hat­te bereits im Juli 2006 die Aus­wei­sung des 1966 gebo­re­nen Klä­gers ver­fügt und ihm die Abschie­bung nach Ägyp­ten ange­droht. Ein hier­ge­gen vom Klä­ger anhän­gig gemach­ter Eil­an­trag war vom Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den bereits im Sep­tem­ber 2006 abge­lehnt wor­den; die hier­ge­gen vom Klä­ger erho­be­ne Beschwer­de hat­te beim Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter im Mai 2007 aber Erfolg gehabt.

Nun­mehr hat­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den über die Aus­wei­sung des Klä­gers zu ent­schei­den. Sie stütz­te ihre jet­zi­ge Ent­schei­dung maß­geb­lich auf die Tätig­keit des Klä­gers in dem Ver­ein „Isla­mi­sches Zen­trum“ in Müns­ter.

Ein Aus­län­der kön­ne nach den Vor­schrif­ten des Auf­ent­halts­ge­set­zes aus­ge­wie­sen wer­den, wenn er zum Hass gegen Tei­le der Bevöl­ke­rung auf­sta­che­le, zu Gewalt- oder Will­kür­maß­nah­men auf­for­de­re oder Tei­le der Bevöl­ke­rung beschimp­fe, bös­wil­lig ver­ächt­lich mache oder ver­leum­de.

Der Klä­ger habe in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im Isla­mi­schen Zen­trum, aber auch in Min­den zahl­rei­che Pre­dig­ten gehal­ten und dabei zu Gewalt­ta­ten auf­ge­ru­fen und ins­be­son­de­re Juden beschimpft und ver­leum­det. Zwar sei der Klä­ger in einem dar­auf­hin ein­ge­lei­te­ten Straf­ver­fah­ren nicht ver­ur­teilt wor­den; die auf die Vor­schrif­ten des Aus­län­der­rechts gestütz­te Aus­wei­sung set­ze jedoch kei­ne straf­recht­li­che Ver­ur­tei­lung vor­aus. Die dem Gericht vor­lie­gen­den umfang­rei­chen Wort­pro­to­kol­le über die Pre­dig­ten des Klä­gers recht­fer­tig­ten ohne Wei­te­res des­sen Aus­wei­sung. Dies gel­te auch in Anbe­tracht der Tat­sa­che, dass der Klä­ger als Asyl­be­rech­tig­ter aner­kannt sei und mit sei­ner Fami­lie seit 1996 in Deutsch­land lebe.

Ob der Klä­ger in abseh­ba­rer Zeit Deutsch­land auch tat­säch­lich ver­las­sen muss, ist aller­dings noch offen. Dies hängt unter ande­rem davon ab, ob der vom Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge im April 2006 aus­ge­spro­che­ne Wider­ruf der Asyl­an­er­ken­nung des Klä­gers Bestand hat. Die­ses Ver­fah­ren ist nach einer Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts in Min­den seit dem Früh­jahr 2007 beim Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Müns­ter anhän­gig.

Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den, Urteil vom 26. August 2009 – 7 K 2079/​07