Haus­ver­bot für die Hoch­schu­le

Dient ein Haus­ver­bot ins­ge­samt der Wah­rung des Haus­frie­dens als Vor­aus­set­zung eines ord­nungs­ge­mä­ßen Hoch­schul­be­triebs und ist es in Aus­übung des Haus­rechts von dem Rek­tor der Hoch­schu­le nach pflicht­ge­mä­ßem Ermes­sen aus­ge­spro­chen wor­den, dann ist das Haus­ver­bot recht­mä­ßig ergan­gen.

Haus­ver­bot für die Hoch­schu­le

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lan­des den Antrag eines Stu­den­ten gegen einen Bescheid des Rek­tors der Hoch­schu­le für Tech­nik und Wirt­schaft (HTW) im Eil­recht­schutz­ver­fah­ren zurück­ge­wie­sen. Der Rek­tor hat­te damit dem Stu­den­ten für zwei Jah­re ein Haus­ver­bot für alle Stand­or­te der HTW erteilt. Hin­ter­grund ist die Wahl eines neu­en All­ge­mei­nen stu­die­ren­den­aus­schus­ses (Asta) der HTW, bei der es zu Strei­tig­kei­ten zwi­schen der "alten" und "neu­en" Asta kam. Dabei wech­sel­ten Mit­glie­der des neu­en Asta das Tür­schloss zu den Asta­räu­men aus und es kam zu einer Beset­zung der Räu­me, an der sich der Antrag­stel­ler betei­lig­te.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts des Saar­lan­des ist das in Aus­übung des Haus­rechts von dem Rek­tor nach pflicht­ge­mä­ßem Ermes­sen aus­ge­spro­che­ne Haus­ver­bot recht­mä­ßig. Das Haus­ver­bot die­ne ins­ge­samt der Wah­rung des Haus­frie­dens als Vor­aus­set­zung eines ord­nungs­ge­mä­ßen Hoch­schul­be­triebs. Gegen den Haus­frie­den habe der Antrag­stel­ler mit sei­nem rechts­miss­bräuch­li­chen Ver­hal­ten – Beset­zung des Asta­rau­mes, Aus­wechs­lung des Tür­schlos­ses, Ver­such, ande­re Per­so­nen von der Nut­zung des Rau­mes gewalt­sam aus­zu­schlie­ßen – beson­ders schwer­wie­gend ver­sto­ßen. Dies sei im Kern nichts ande­res als eine Selbst­jus­tiz, die nach der Rechts­ord­nung des Staa­tes nicht zu tole­rie­ren sei.

Die Inter­es­sen des Antrag­stel­lers hät­ten dage­gen zurück­zu­ste­hen. Er sei weder Stu­dent der HTW noch in sons­ti­ger Wei­se auf die Benut­zung der Ein­rich­tun­gen der HTW ange­wie­sen. Soweit er sich beru­fen füh­le, die Mit­glie­der des neu­en Asta zu bera­ten, kön­ne er dies auch außer­halb der Räum­lich­kei­ten der HTW tun.

Ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lan­des, Beschluss vom 26. Juli 2012 – 1 L 636/​12