Hells Angels Motor­rad­club Bonn

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat eine Kla­ge gegen das Ver­bot des Ver­eins "Hells Angels Motor­rad­club Bonn" abge­wie­sen.

Hells Angels Motor­rad­club Bonn

Mit Ver­fü­gung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums des Innern vom 11.11.2016 wur­de fest­ge­stellt, dass Zweck und Tätig­keit des Ver­eins den Straf­ge­set­zen zuwi­der­lau­fen (§ 3 Abs. 1 Ver­einsG, Art. 9 Abs. 2 GG). Dem Ver­ein wur­de jede Tätig­keit in Deutsch­land unter­sagt. Die Ent­schei­dung wur­de damit begrün­det, der Ver­ein sei als kri­mi­nel­le Ver­ei­ni­gung im Sin­ne des § 129 Abs. 1 des Straf­ge­setz­bu­ches ein­zu­stu­fen. Ein Teil sei­ner Mit­glie­der sei ange­klagt, zur Durch­set­zung sei­ner Machtund Gebiets­an­sprü­che in Tei­len des Wes­ter­walds, der nörd­li­chen Eifel sowie im Groß­raum Bonn diver­se Straf­ta­ten, dar­un­ter auch Gewalt­de­lik­te, ver­übt zu haben.

Gegen die Ver­fü­gung haben 14 Mit­glie­der im eige­nen Namen Kla­ge beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt erho­ben. Die­ses ist bei Ver­eins­ver­bo­ten durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern erstund letzt­in­stanz­lich zustän­dig. Die Klä­ger haben ins­be­son­de­re gel­tend gemacht, die ver­bo­te­ne Ver­ei­ni­gung exis­tie­re nicht mehr, weil sie bereits vor Erge­hen der ange­grif­fe­nen Ver­fü­gung auf­ge­löst und abge­wi­ckelt wor­den sei. Da nicht der Ver­ein selbst geklagt hat, hat­te das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nur dar­über zu ent­schei­den, ob ein Ver­ein im Sin­ne des Ver­eins­ge­set­zes bestand. Dies hat der 1. Bun­des­ge­richts­hof auf der Grund­la­ge einer Beweis­auf­nah­me bejaht. Die­se hat erge­ben, dass die Liqui­da­ti­on des Ver­eins im Zeit­punkt des Erge­hens der Ver­fü­gung jeden­falls des­we­gen noch nicht end­gül­tig abge­schlos­sen war, weil der Ver­ein noch beweg­li­ches Ver­mö­gen besaß; ob auch noch Ansprü­che des Ver­eins aus einem Treu­hand­ver­hält­nis betref­fend das u.a. mit dem (vor­ma­li­gen) Club­haus bebau­te Grund­stück bestan­den, hat der Bun­des­ge­richts­hof letzt­lich offen­ge­las­sen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 13. Dezem­ber 2018 – 1 A 14.16