Hotel­zim­mer ohne Fens­ter

Da Hotel­zim­mer nicht dem Woh­nen die­nen, muss einem Hotel von der Vor­schrift, dass Auf­ent­halts­räu­me unmit­tel­bar ins Freie füh­ren­de Fens­ter haben müs­sen, eine Aus­nah­me bewil­ligt wer­den.

Hotel­zim­mer ohne Fens­ter

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Stadt Han­no­ver ver­pflich­tet, der Hotel­be­trei­be­rin die grund­sätz­li­che bau­recht­li­che Zuläs­sig­keit des Vor­ha­bens zu beschei­ni­gen, fens­ter­lo­se Hotel­zim­mer zu bau­en. Im Gebiet der Stadt Han­no­ver betreibt sie ein City­hos­tel, wel­ches sie durch Umnut­zung einer ehe­ma­li­gen Gast­stät­te um 13 Mehr­bett­zim­mer erwei­tern möch­te. Nach den bau­li­chen Gege­ben­hei­ten wür­den neun Zim­mer über kei­ne Fens­ter ver­fü­gen. Den Bau­an­trag der Hotel­be­trei­be­rin lehn­te die Stadt Han­no­ver unter Ver­weis auf § 43 Abs. 3 NBauO ab. Die Vor­schrift bestimmt, dass Auf­ent­halts­räu­me unmit­tel­bar ins Freie füh­ren­de Fens­ter haben müs­sen. Ein Abse­hen von die­ser Anfor­de­rung kom­me nicht in Betracht. Gegen die­se Ableh­nung ist vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver Kla­ge erho­ben wor­den.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver aus­ge­führt, dass eine Aus­nah­me bewil­ligt wer­den müs­se, da Hotel­zim­mer nicht dem Woh­nen die­nen. Ins­be­son­de­re sprä­chen gegen die Zulas­sung von Mehr­bett­zim­mern ohne Fens­ter nicht die all­ge­mei­nen Anfor­de­run­gen an gesun­de Wohn- und Arbeits­ver­hält­nis­se.

Aus die­sen Grün­den ist die Stadt Han­no­ver ver­pflich­tet wor­den, der Hotel­be­trei­be­rin die grund­sätz­li­che bau­recht­li­che Zuläs­sig­keit des Vor­ha­bens zu beschei­ni­gen.

Das Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Han­no­ver ist noch nicht rechts­kräf­tig. Die Beru­fung ist vom Nie­der­säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richt zuge­las­sen wor­den, da die auf­ge­wor­fe­nen Fra­gen von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung sind 1.

Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver, Urteil vom 24. Janu­ar 2019 – 4 A 6675/​18

  1. Nds. OVG, Beschluss vom 18.02.2020 – 1 LA 62/​19[]