Hun­de demons­trie­ren mit

Trotz Mit­nah­me­ver­bot dür­fen Hun­de bei einer geplan­ten Demons­tra­ti­on gegen das Ver­bot von Hun­den auf dem Ufer­weg des Schlach­ten­sees mit­de­mons­trie­ren.

Hun­de demons­trie­ren mit

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall durch Eil­be­schluss ent­schie­den. Der Antrag­stel­ler beab­sich­tigt, im Rah­men eines Auf­zu­ges mit unge­fähr 30 Per­so­nen und mit­ge­führ­ten Hun­den, den Schlach­ten­see auf dem Ufer­weg ein­mal zu umrun­den, um gegen das seit Mai 2015 vom Bezirks­amt Zehlen­dorf-Ste­glitz aus­ge­schil­der­te Mit­nah­me­ver­bot zu pro­tes­tie­ren. Der Poli­zei­prä­si­dent in Ber­lin unter­sag­te dem Antrag­stel­ler dar­auf­hin sofort voll­zieh­bar, den Ufer­weg im Rah­men des Auf­zu­ges zu nut­zen. Dage­gen hat sich der Antrag­stel­ler gewehrt.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin kön­ne die Recht­mä­ßig­keit des Mit­nah­me­ver­bots ange­sichts der Kür­ze der Zeit und vor dem Hin­ter­grund des noch bestehen­den tat­säch­li­chen Auf­klä­rungs­be­darfs in der Sache nicht abschlie­ßend geprüft wer­den. Eine daher nur mög­li­che Abwä­gung des Ver­samm­lungs­rechts des Antrag­stel­lers mit den öffent­li­chen Inter­es­sen am Ver­bot gehe zu des­sen Guns­ten aus. Denn etwai­gen Gefah­ren durch die mit­ge­führ­ten Hun­de kön­ne dadurch begeg­net wer­den, dass die­se stän­dig anzu­lei­nen sei­en und deren Kot mit Hun­de­kot­beu­teln ord­nungs­ge­mäß ent­sorgt wer­de.

Dar­über hin­aus­ge­hen­de Beläs­ti­gun­gen durch Hun­de sei­en unwahr­schein­lich und müss­ten ansons­ten wegen der zeit­li­chen Kür­ze der mög­li­chen Beein­träch­ti­gung hin­ge­nom­men wer­den.

Aus die­sen Grün­den räum­te das Ver­wal­tungs­ge­richt in die­sem Fall dem Ver­samm­lungs­recht den Vor­rang ein.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Beschluss vom 10. August 2015 – VG 1 L 257.15