IHK-Reso­lu­ti­on zum Aus­bau des Godor­fer Hafens

Die durch Beschluss einer Voll­ver­samm­lung gefass­te Reso­lu­ti­on einer Indus­trie- und Han­dels­kam­mer ist dann zuläs­sig, wenn die wider­strei­ten­den Inter­es­sen der Kam­mer­mit­glie­der in gebo­te­nem Umfang in der Voll­ver­samm­lung berück­sich­tigt wer­den. Dabei müs­sen in der Voll­ver­samm­lung ver­ein­zelt geblie­be­ne Mei­nun­gen nicht öffent­lich gemacht wer­den.

IHK-Reso­lu­ti­on zum Aus­bau des Godor­fer Hafens

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln die Kla­ge eines Pflicht­mit­glie­des der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer zu Köln bezüg­lich der Rechts­wi­dirg­keit der Reso­lu­ti­on der Kam­mer vom 28. März 2011 zum Aus­bau des Godor­fer Hafens abge­wie­sen. In dem hier vor­lie­gen­den Fall war der vom Rat der Stadt Köln beschlos­se­ne Aus­bau des Godor­fer Hafens im August 2006 von der Bezirks­re­gie­rung Köln plan­fest­ge­stellt wor­den. Die Pla­nun­gen ver­warf das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter im März 2011. Weil der Hafen­aus­bau seit Jah­ren umstrit­ten war, beschloss der Rat der Stadt Köln eben­falls im März 2011, zu die­sem The­ma eine Ein­woh­ner­be­fra­gung durch­zu­füh­ren. Aus Anlass der anste­hen­den Befra­gung beschloss die Voll­ver­samm­lung der Indus­trie– und Han­dels­kam­mer zu Köln am 28. März 2011 eine Reso­lu­ti­on, mit der sie alle Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler auf­rief, an der Befra­gung teil­zu­neh­men und für den Aus­bau des Hafens zu stim­men. Zudem geneh­mig­te sie die Durch­füh­rung einer Kam­pa­gne, in deren Rah­men Pla­ka­te, Fly­er und eine Inter­net­sei­te erstellt wur­den, um die Bür­ger über das Pro­jekt auf­zu­klä­ren und dafür zu wer­ben.

Mit sei­ner am 13. Mai 2011 erho­be­nen Kla­ge wen­det sich der Klä­ger, der Pflicht­mit­glied der Kam­mer ist, gegen den Beschluss der Voll­ver­samm­lung. Er hält die Reso­lu­ti­on unter ande­rem des­halb für unzu­läs­sig, weil sie sich nach sei­ner Auf­fas­sung zu ein­sei­tig für den Hafen­aus­bau aus­spre­che.

Die­ser Sicht­wei­se konn­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln nicht fol­gen. Es stell­te fest, dass die beklag­te Kam­mer sich mit ihrem Beschluss im Rah­men der ihr zuge­wie­se­nen Auf­ga­ben gehal­ten hat. Die Voll­ver­samm­lung habe die wider­strei­ten­den Inter­es­sen der Kam­mer­mit­glie­der in gebo­te­nem Umfang berück­sich­tigt. Die Reso­lu­ti­on und deren Umset­zung mit­tels Pla­ka­ten und Fly­ern hät­ten die erfor­der­li­che Sach­lich­keit und Zurück­hal­tung gewahrt. In der Voll­ver­samm­lung ver­ein­zelt geblie­be­ne Mei­nun­gen müss­ten nicht öffent­lich gemacht wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 3. Mai 2012 – 1 K 2836/​11