Immu­ni­täts­an­ge­le­gen­hei­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges – und der Aus­kunfts­an­spruch der Pres­se

Der Deut­sche Bun­des­tag muss einem Jour­na­lis­ten kei­ne Aus­kunft zu Immu­ni­täts­an­ge­le­gen­hei­ten geben. Das hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig heu­te ent­schie­den.

Immu­ni­täts­an­ge­le­gen­hei­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges – und der Aus­kunfts­an­spruch der Pres­se

In dem hier vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall bean­trag­te ein Redak­teur einer Tages­zei­tung die Ertei­lung von Aus­künf­ten zu Immu­ni­täts­an­ge­le­gen­hei­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges. Das der Kla­ge statt­ge­ben­de Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin 1 hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg auf­ge­ho­ben 2: Immu­ni­täts­an­ge­le­gen­hei­ten als eige­ne Ange­le­gen­hei­ten des Par­la­ments sei­en vom Anwen­dungs­be­reich des auf Ver­wal­tungs­han­deln beschränk­ten pres­se­recht­li­chen Aus­kunfts­an­spruchs aus­ge­nom­men.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat nun die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on des Redak­teurs zurück­ge­wie­sen: Der pres­se­recht­li­che Aus­kunfts­an­spruch rich­tet sich gegen Bun­des­be­hör­den. Par­la­men­ta­ri­sche Ange­le­gen­hei­ten wie Immu­ni­täts­an­ge­le­gen­hei­ten sind dage­gen nach dem Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts von dem ver­fas­sungs­un­mit­tel­ba­ren Aus­kunfts­an­spruch nicht erfasst.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 25. Okto­ber 2018 – 7 C 6.17

  1. VG Ber­lin, Urteil vom 30.09.2015 – 27 K 110.04[]
  2. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 29.11.2016 – 6 B 84.15[]