Inner­ört­li­che Bau­vor­ha­ben – und das Maß der bau­li­chen Nut­zung

Nach § 34 Abs. 1 Satz 1 Bau­GB ist inner­halb der im Zusam­men­hang bebau­ten Orts­tei­le ein Vor­ha­ben u.a. nur dann zuläs­sig, wenn es sich nach dem Maß der bau­li­chen Nut­zung in die Eigen­art der nähe­ren Umge­bung ein­fügt.

Inner­ört­li­che Bau­vor­ha­ben – und das Maß der bau­li­chen Nut­zung

Nach dem Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 08.12 2016 1 sind für die­ses Ein­fü­gen die vor­han­de­nen "Gebäu­de" in der nähe­ren Umge­bung zuein­an­der in Bezie­hung zu set­zen. Denn sie prä­gen ihre Umge­bung nicht durch ein­zel­ne Maß­be­stim­mungs­fak­to­ren im Sin­ne des § 16 Abs. 2 BauN­VO, son­dern erzie­len ihre optisch maß­stab­bil­den­de Wir­kung durch ihr gesam­tes Erschei­nungs­bild.

Die Über­ein­stim­mung von Vor­ha­ben und Refe­renz­ob­jek­ten nur in einem Maß­fak­tor genügt daher nicht, weil sie dazu füh­ren könn­te, dass durch eine Kom­bi­na­ti­on von Bestim­mungs­grö­ßen, die ein­zel­nen Gebäu­den in der nähe­ren Umge­bung jeweils sepa­rat ent­nom­men wer­den, Bau­lich­kei­ten ent­ste­hen, die in ihrer Dimen­si­on kein Vor­bild in der nähe­ren Umge­bung haben.

Die maß­stab­bil­den­de Wir­kung des gesam­ten Erschei­nungs­bil­des eines Gebäu­des gerie­te aber aus dem Blick, wenn die pla­nungs­recht­li­che Beur­tei­lung des Ein­fü­gens nach dem Maß der bau­li­chen Nut­zung ein­zel­ne Maß­fak­to­ren wie die Gebäu­de­hö­he aus­klam­mer­te.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 25. Juli 2018 – 4 B 35.18

  1. BVerwG, Urteil vom 08.12 2016 – 4 C 7.15, BVerw­GE 157, 1 Rn.20[]