Das Fischen im Rhein

Ein Ufer­zu­gangs­recht für Ang­ler ist nach dem Lan­des­fi­sche­rei­ge­setz aus­ge­schlos­sen, wenn der betrof­fe­ne Grund­stücks­teil zum unmit­tel­ba­ren Haus‑, Wohn- und Hof­be­reich gehört oder Teil einer gewerb­li­chen Anla­ge ist.

Das Fischen im Rhein

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall einem Ang­ler das Zugangs­recht zur Spit­ze der Halb­in­sel Ober­werth abge­spro­chen und damit im Ergeb­nis die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Koblenz bestä­tigt. Der Ang­ler, der Inha­ber einer Erlaub­nis zum Fisch­fang im Rhein auf einer Stre­cke von über 60 km ist, begehr­te das Betre­tungs­recht für das Gelän­de des Frei­ba­des, um zur Spit­ze der Halb­in­sel Ober­werth zu gelan­gen und dort zu angeln. Nach­dem die Stadt Koblenz einen ent­spre­chen­den Antrag des Ang­lers abge­lehnt hat­te, erhob er Kla­ge, mit der er sein Begeh­ren wei­ter­ver­folg­te. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz wies die Kla­ge gegen die ableh­nen­de Ent­schei­dung der Stadt Koblenz mit der Begrün­dung ab, dass der Klä­ger auf den Zugang über das Frei­bad­ge­län­de nicht ange­wie­sen sei, weil er den Rhein bereits über öffent­li­che Wege errei­chen kön­ne, wenn auch an ande­rer Stel­le.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz dür­fe der Ang­ler zwar nicht auf Zugangs­mög­lich­kei­ten an ande­ren Stel­len des Gewäs­sers ver­wie­sen wer­den, ihm ste­he das begehr­te Ufer­zu­gangs­recht aber mit Rück­sicht auf die Inter­es­sen der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer nicht zu. Inso­fern habe bereits der Gesetz­ge­ber im Lan­des­fi­sche­rei­ge­setz ein Betre­tungs­recht aus­ge­schlos­sen, wenn der betrof­fe­ne Grund­stücks­teil zum unmit­tel­ba­ren Haus‑, Wohn- und Hof­be­reich gehö­re oder Teil einer gewerb­li­chen Anla­ge sei. Die­se Aus­schluss­grün­de lägen hier vor.

Der Klä­ger wol­le zum einen im Bereich der Haus­meis­ter­woh­nung auf dem Gelän­de des Frei­ba­des eine sol­che zum Haus- und Wohn­be­reich gehö­ren­de Flä­che in Anspruch neh­men. Zum ande­ren han­de­le es sich bei dem auf dem Grund­stück betrie­be­nen Frei­bad um eine gewerb­li­che Anla­ge im Sin­ne der Vor­schrift.

Ob dem Ufer­zu­gangs­recht über­dies zwin­gen­de Vor­schrif­ten des Natur­schutz­rechts ent­ge­gen­stün­den, wie von der beklag­ten Stadt gel­tend gemacht, kön­ne dem­nach offen­blei­ben.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 4. Dezem­ber 2013 – 8 A 10554/​13.OVG