Jah­res­zeug­nis­no­te 1 : 2

Die Ermitt­lung der Jah­res­zeug­nis­no­te am Ende der Klas­sen­stu­fe 10 unter Gewich­tung der Leis­tun­gen im 1. und 2. Schul­halb­jahr im Ver­hält­nis 1 : 2 ist recht­lich nicht zu bean­stan­den. So jeden­falls das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz in einem Eil­ver­fah­ren, in dem sie den Antrag eines nicht ver­setz­ten Main­zer Gym­na­si­as­ten (Antrag­stel­ler), ihn vor­läu­fig in die Klas­sen­stu­fe 11 zu ver­set­zen, abge­lehnt hat.

Jah­res­zeug­nis­no­te 1 : 2

Der Antrag­stel­ler wur­de am Ende der Klas­sen­stu­fe 10 nicht in die 11. Klas­sen­stu­fe ver­setzt, weil er im Jah­res­zeug­nis in zwei Fächern die Note „man­gel­haft” hat­te und die­se Noten auch nicht aus­glei­chen konn­te. Mit sei­nem beim Ver­wal­tungs­ge­richt gestell­ten Eil­an­trag bean­stan­de­te er sei­ne Nicht­ver­set­zung, indem er sich gegen die Jah­res­zeug­nis­no­te „man­gel­haft” in einem der bei­den Fächer wand­te. Die­se Note sei unzu­tref­fend berech­net wor­den, weil die Leis­tun­gen im 2. Schul­halb­jahr im Ver­gleich zu denen aus dem 1. Schul­halb­jahr dop­pelt (im Ver­hält­nis 1 : 2) gewich­tet wor­den sei­en, mach­te er unter ande­rem gel­tend.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz lehn­te sei­nen Antrag jedoch ab: Die Ermitt­lung der Jah­res­no­te unter Gewich­tung der Leis­tun­gen im 1. Schul­halb­jahr und im 2. Schul­halb­jahr im Ver­hält­nis 1 : 2 sei nicht zu bean­stan­den. Die maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten ent­hiel­ten kei­ne rech­ne­ri­schen Vor­ga­ben im Sin­ne ver­bind­li­cher mathe­ma­ti­scher For­meln zur Berech­nung der Jah­res­zeug­nis­no­ten. Es sei ledig­lich vor­ge­ge­ben, dass Jah­res­zeug­nis­no­ten auf­grund der Leis­tun­gen im gesam­ten Schul­jahr unter stär­ke­rer Berück­sich­ti­gung der Leis­tun­gen im 2. Schul­halb­jahr fest­ge­legt wer­den. Wie sich die „stär­ke­re Berück­sich­ti­gung” aus­zu­drü­cken habe, oblie­ge man­gels wei­te­rer Vor­ga­ben der päd­ago­gi­schen Ein­schät­zung durch die Lehr­kraft. Die stär­ke­re Berück­sich­ti­gung erfor­de­re nicht zwin­gend eine Gewich­tung 1 : 2, sie ste­he dem aber auch nicht ent­ge­gen. Die vor­ge­nom­me­ne Gewich­tung hal­te sich im Rah­men des päd­ago­gi­schen Bewer­tungs­spiel­raums, über den eine Lehr­kraft bei der Leis­tungs­fest­stel­lung und Leis­tungs­be­wer­tung ver­fü­ge.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz, Beschluss vom 28. August 2010 – 6 L 857/​10.MZ