Kalk­stein­ab­bau und Grund­was­ser­ge­fähr­dung

Vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg ist jetzt die Kla­ge eines Was­ser­werks gegen den wei­te­ren Abbau von Kalk­stein im Bereich der Stadt War­stein ohne Erfolg geblie­ben. Das Was­ser­werk hat­te Beein­träch­ti­gun­gen des Grund­was­sers im War­stei­ner Kalk­mas­siv gel­tend gemacht. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg hat die Kla­ge der das Was­ser­werk betrei­ben­den Gesell­schaft gegen den von der Bezirks­re­gie­rung Arns­berg zuge­las­se­nen berg­recht­li­chen Haupt­be­triebs­plan II für den wei­te­ren Abbau von Kalk­stein im Tage­bau Hohe Lieth, Bau­feld Eli­sa­beth II, süd­lich von War­stein-Sut­trop durch ein Stein­bruch­un­ter­neh­men abge­wie­sen.

Kalk­stein­ab­bau und Grund­was­ser­ge­fähr­dung

Das an dem gericht­li­chen Ver­fah­ren betei­lig­te Stein­bruch­un­ter­neh­men beab­sich­tigt, in die­sem Bau­feld, das in der Schutz­zo­ne III A des Was­ser­schutz­ge­bie­tes „War­stei­ner Kalk­mas­siv“ liegt, das Gestein bis zu einer Tie­fe von 352 m, 362 m bzw. 385 m über NN abzu­bau­en. Es hat Stel­lung­nah­men eines Gut­ach­ters vor­ge­legt, nach denen bei die­sen Abbau­tie­fen eine dau­er­haft tro­cke­ne Grund­soh­le des Tage­baus zu erwar­ten sei. Die Klä­ge­rin, eine Eigen­ge­sell­schaft des Krei­ses Soest, die ver­schie­de­ne Städ­te und Gemein­den im Kreis­ge­biet mit Trink­was­ser ver­sorgt, befürch­tet hin­ge­gen, dass ein sol­cher Abbau das Grund­was­ser im War­stei­ner Kalk­mas­siv beein­träch­ti­gen wird. Auf­grund der bis­lang vor­lie­gen­den Gut­ach­ten kön­ne eine Frei­le­gung des Grund­was­sers nicht hin­rei­chend sicher aus­ge­schlos­sen wer­den. Auch wenn es nicht zu einer Frei­le­gung des Grund­was­sers kom­me, kön­ne schon eine abbau­be­ding­te Ver­än­de­rung des Grund­was­ser­stan­des nega­ti­ve Kon­se­quen­zen für die Hydro­che­mie des Grund­was­sers haben. Dies sei nicht genug erforscht wor­den.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg hat die Kla­ge nach Durch­füh­rung eines Orts­ter­mi­nes auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung in Arns­berg abge­wie­sen: Die Klä­ge­rin könn­te sich im vor­lie­gen­den Fall allein auf eine Ver­let­zung der Was­ser­schutz­ge­biets­ver­ord­nung beru­fen. Aus­schlag­ge­bend sei allein, ob durch die Abgra­bung das Ver­bot, Grund­was­ser dau­ernd frei­zu­le­gen oder anzu­schnei­den, ver­letzt wer­de. Ob der beab­sich­tig­te Tage­bau unab­hän­gig davon die Was­ser­ge­win­nung an der Lör­me­cke-Quel­le gefähr­de, sei für das vor­lie­gen­de Ver­fah­ren uner­heb­lich. Unter Berück­sich­ti­gung meh­re­rer Stel­lung­nah­men des Geo­lo­gi­schen Diens­tes NRW sei nicht zu befürch­ten, dass in dem Stein­bruch nach Been­di­gung des Abbaus Grund­was­ser dau­er­haft frei­ge­legt oder ange­schnit­ten wer­de. Wenn es gele­gent­lich oder vor­über­ge­hend zu Aus­trit­ten von Grund­was­ser kom­me, stel­le dies noch kei­nen Ver­stoß gegen die Was­ser­schutz­ge­biets­ver­ord­nung dar.

Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg, Urteil vom 29. Novem­ber 2011 – 7 K 2895/​09