Kein gemein­sa­mer Ein­schu­lungs­be­reich in Ber­lin-Mit­te

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg beur­teilt – wie zuvor auch bereits das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin den Beschluss des Ber­li­ner Bezirks­amts Mit­te über die Bil­dung des gemein­sa­men Ein­schu­lungs­be­reichs 07 als rechts­wid­rig.

Kein gemein­sa­mer Ein­schu­lungs­be­reich in Ber­lin-Mit­te

Nach dem Ber­li­ner Schul­ge­setz dür­fen Grund­schu­len nur zusam­men­ge­legt wer­den, wenn inner­halb des so geschaf­fe­nen gemein­sa­men Ein­schu­lungs­be­reichs für jeden dort woh­nen­den Schul­an­fän­ger ein alters­an­ge­mes­se­ner Schul­weg zu jeder der für ihn nun­mehr zustän­di­gen Grund­schu­len besteht.

Die­sen Grund­satz hat der Bezirk Mit­te nach Ansicht des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg aber nicht hin­rei­chend beach­tet. So muss z.B. ein in der Ram­ler­stra­ße woh­nen­der Schul­an­fän­ger zu der für ihn nun­mehr auch zustän­di­gen Guts-Muths-Grund­schu­le in der Sin­ger­stra­ße einen Weg von mehr als 4500 Meter zurück­le­gen. Das ist – auch im Hin­blick auf das Alter der Ber­li­ner Schul­an­fän­ger, die zum Teil bereits mit 5 Jah­ren ein­ge­schult wer­den – nicht zumut­bar.

Da die Län­ge der Schul­we­ge im gemein­sa­men Ein­schu­lungs­be­reich Mit­te zum Teil deut­lich über dem liegt, was für einen Schul­an­fän­ger noch als alters­an­ge­mes­sen anzu­se­hen ist, brauch­te sich das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg nicht zu der von dem Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin fest­ge­leg­ten Ober­gren­ze von rund 1000 Metern zu äußern.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Beschlüs­se vom 7. Sep­tem­ber 2011 – OVG 3 S 101.11, OVG 3 S 102.11 und OVG 3 S 118.11