Kein Ver­trau­ens­schutz für eine Gemein­de

Eine Gemein­de ‑wie auch ein Land­kreis- ist als öffent­lich-recht­li­che Kör­per­schaft durch den Grund­satz der Gesetz­mä­ßig­keit der Ver­wal­tung gebun­den. Des­halb spricht Vie­les dafür, dass sie sich auf die Ver­trau­ens­schutz gegen­über der Her­stel­lung recht­mä­ßi­ger Zustän­de gewähr­leis­ten­de Jah­res­frist des § 48 Abs. 4 Satz 1 VwVfG nicht beru­fen kann 1.

Kein Ver­trau­ens­schutz für eine Gemein­de

Jeden­falls kann der Gedan­ke der Rechts­si­cher­heit und des Ver­trau­ens­schut­zes, aus dem das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die beson­de­re zeit­li­che Begren­zung einer Bei­trags­er­he­bung gegen­über dem Bür­ger abge­lei­tet hat 2, nicht auf sie über­tra­gen wer­den 3, so dass es nicht dar­auf ankommt, ob sich die­se Begren­zung über das Bei­trags­recht hin­aus aus­deh­nen lie­ße.

Unab­hän­gig hier­von hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in sei­nen Urtei­len vom 23.01.2019 4 geklärt, dass die Rück­nah­me­frist erst mit Ein­gang der Stel­lung­nah­me des Betrof­fe­nen im Rah­men der Anhö­rung zu lau­fen beginnt und dass bei einer ver­zö­ger­ten Anhö­rung zur beab­sich­tig­ten Rück­nah­me einer Ent­schei­dung gege­be­nen­falls die Grund­sät­ze der Ver­wir­kung ein­grei­fen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 18. Juni 2019 – 10 B 18.18

  1. vgl. BVerwG, Urteil vom 27.04.2006 – 3 C 23.05, BVerw­GE 126, 7, 14[]
  2. vgl. BVerwG, Beschluss vom 05.03.2013 – 1 BvR 2457/​08, BVerfGE 133, 143 Rn. 41[]
  3. vgl. BVerwG, Urteil vom 27.04.2006 – 3 C 23.05, BVerw­GE 126, 7, 12 f.[]
  4. BVerwG10 C 5.17 u.a. 32[]