Kein Ver­weil­ver­bot in der Düre­ner Innenstadt

Vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen war ein Eil­an­trag gegen Ver­weil­ver­bot und Mas­ken­pflicht in der Düre­ner Innen­stadt erneut erfolg­reich. Damit haben Antrag­stel­ler nun­mehr zum drit­ten Mal Erfolg mit ihren Anträ­gen gegen der­ar­ti­ge All­ge­mein­ver­fü­gun­gen für die Stadt Düren:

Kein Ver­weil­ver­bot in der Düre­ner Innenstadt
  • Das Gericht hat­te zunächst mit Beschluss vom 8. Febru­ar 20211 einem Eil­an­trag gegen eine All­ge­mein­ver­fü­gung der Stadt Düren statt­ge­ge­ben, mit dem für den Bereich der Düre­ner Innen­stadt das Tra­gen einer Mund-Nasen-Bede­ckung (All­tags­mas­ke) ange­ord­net wor­den war.
  • Dar­auf­hin hat­te der Kreis Düren mit All­ge­mein­ver­fü­gung vom 5. März 2021 (erneut) das Tra­gen einer medi­zi­ni­schen Mas­ke sowie zusätz­lich u. a. ein Ver­weil­ver­bot in öffent­li­chen Parks und Grün­flä­chen ange­ord­net. Auch hier­ge­gen gerich­te­ten Eil­an­trä­gen hat das Gericht mit Beschlüs­sen vom 12. März 20212 statt­ge­ge­ben und zur Begrün­dung im Wesent­li­chen aus­ge­führt, der Kreis Düren sei für eine Rege­lung von Schutz­maß­nah­men, die sich auf die Stadt Düren beschränk­ten, schon nicht zustän­dig gewe­sen. Außer­dem sei­en die ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen der All­ge­mein­ver­fü­gung (Mas­ken­pflicht und Ver­weil­ver­bot) vor­aus­sicht­lich unver­hält­nis­mä­ßig und damit rechtswidrig.
  • Mit All­ge­mein­ver­fü­gung vom 19. März 2021 hat der Kreis Düren nun­mehr erneut und mit im Wesent­li­chen gleich­lau­ten­der Begrün­dung inhalts­glei­che und zunächst bis zum 28. März 2021 befris­te­te Rege­lun­gen zu einem Ver­weil­ver­bot und einer Mas­ken­pflicht in Düren ange­ord­net. Der hier­ge­gen gerich­te­te Eil­an­trag des Antrag­stel­lers hat­te jetzt wie­der­um Erfolg:
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Das Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen hat in der Begrün­dung des statt­ge­ben­den Beschlus­ses dar­auf ver­wie­sen, dass sie nach wie vor von einer Unzu­stän­dig­keit des Krei­ses Düren und einer Unver­hält­nis­mä­ßig­keit der ange­ord­ne­ten Rege­lun­gen aus­ge­he. Mit der blo­ßen Behaup­tung, ent­ge­gen der gericht­li­chen Annah­me doch zustän­dig zu sein, habe der Kreis sich mit den ent­ge­gen­ste­hen­den Aus­füh­run­gen des Gerichts in den vor­an­ge­gan­ge­nen Ent­schei­dun­gen nicht über­zeu­gend aus­ein­an­der­ge­setzt. Eine Zustän­dig­keit des Krei­ses fol­ge auch nicht aus dem Umstand, dass das zustän­di­ge Minis­te­ri­um die Vor­ge­hens­wei­se des Krei­ses offen­bar billige. 

Auch der nun­mehr erfolg­te, aber pau­schal geblie­be­ne blo­ße Ver­weis auf die Ent­de­ckung einer süd­afri­ka­ni­schen Virus­va­ri­an­te sei ohne kon­kre­te Fest­stel­lun­gen zu deren Ver­brei­tung oder Gefähr­lich­keit von vorn­her­ein nicht geeig­net, das Vor­lie­gen der recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Anord­nun­gen einer gene­rel­len Mas­ken­pflicht und eines Ver­weil­ver­bots dar­zu­le­gen. Dies habe das Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen in Bezug auf die Virus­mu­ta­ti­on B 1.1.7 in sei­nen Beschlüs­sen vom 12. März 2021 eben­falls bereits ausgeführt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen, Beschluss vom 22. März 2021 – 7 L 180/​21

  1. VG Aachen, Beschluss vom 08.02.2021 – 6 L 82/​21[]
  2. VG Aachen, Beschlüs­se vom 12. März 2021 – 7 L 147/​21 und 7 L 160/​21[]

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