Kei­ne bau­pla­nungs­recht­li­che Ver­än­de­rungs­sper­re gegen Inten­siv­tier­hal­tung

Das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat eine bau­pla­nungs­recht­li­che Ver­än­de­rungs­sper­re einst­wei­len außer Voll­zug gesetzt, mit wel­cher die Gemein­de Läh­den die Pla­nung für ein groß­flä­chi­ges "Son­der­ge­biet Tier­hal­tungs­an­la­gen" sichern woll­te. Antrag­stel­ler im gericht­li­chen Eil­ver­fah­ren war ein Bau­herr, der die Errich­tung einer Schwei­ne­mast­an­la­ge mit etwa 7500 Mast­plät­zen beab­sich­tigt; die­sem Vor­ha­ben hät­te die Ver­än­de­rungs­sper­re ent­ge­gen­ge­stan­den.

Kei­ne bau­pla­nungs­recht­li­che Ver­än­de­rungs­sper­re gegen Inten­siv­tier­hal­tung

Zwar bestä­tig­te das OVG sei­ne frü­he­re Recht­spre­chung, dass eine Steue­rung von Inten­siv­tier­hal­tungs­an­la­gen durch ein­fa­chen, prak­tisch gemein­de­wei­ten Bebau­ungs­plan grund­sätz­lich zuläs­sig ist 1. Will die Gemein­de aber ber­eis wäh­rend des Auf­stel­lungs­ver­fah­rens für einen sol­chen Bebau­ungs­plan eine Ver­än­de­rungs­sper­re erlas­sen, müs­sen die Pla­nungs­ab­sich­ten schon zu einem Min­dest­maß kon­kre­ti­siert sein. Erfor­der­lich ist dafür nach Ansicht des OVG unter ande­rem, dass schon bestimm­te Berei­che des Gemein­de­ge­biets für die Ansied­lung sol­cher Anla­gen ins Auge gefasst sind. Die­se Kon­kre­ti­sie­rungs­an­for­de­run­gen waren im Streit­fall nicht erfüllt.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 6. April 2009 – 1 MN 289/​08

  1. OVG Lüne­burg, Urteil vom 7. Okto­ber 2005 – 1 KN 297/​04[]