Kei­ne Beschat­tung durch das Nach­bar­grund­stück

Ein Grund­stücks­ei­gen­tü­mer, der meh­re­re Fisch­tei­che im Wald betreibt, hat kei­nen Anspruch auf aus­rei­chen­de Beschat­tung durch die Nach­bar­grund­stü­cke.

Kei­ne Beschat­tung durch das Nach­bar­grund­stück

In einem jetzt vom Ver­wal­tugns­ge­richt Neu­stadt ent­schie­de­nen Ver­fah­ren ist die Antrag­stel­le­rin Eigen­tü­me­rin von Grund­stü­cken im Pfäl­zer­wald in der Nähe der zur Ver­bands­ge­mein­de Wald­fisch­bach-Burg­al­ben gehö­ren­den Orts­ge­mein­de Schma­len­berg, auf denen sich eine Fisch­teich­an­la­ge befin­det. Das angren­zen­de Wald­grund­stück war in der Ver­gan­gen­heit voll­stän­dig mit Fich­ten und Buchen bestückt. Im Jah­re 2006 wur­den die Bäu­me gero­det, weil sie Wind­bruch­schä­den nach Bor­ken­kä­fer­be­fall auf­ge­wie­sen hat­ten. Mitt­ler­wei­le wur­de die Flä­che wie­der mit stand­ort­ty­pi­schen Gewäch­sen auf­ge­fors­tet.

Im Juni 2009 erteil­te die Struk­tur- und Geneh­mi­gungs­di­rek­ti­on Süd der Ver­bands­ge­mein­de Wald­fisch­bach-Burg­al­ben u.a. eine Geneh­mi­gung für den Anschluss der Gemein­de Schma­len­berg an die Grup­pen­klär­an­la­ge in Burg­al­ben über eine Ver­bin­dungs­lei­tung. Die­se führt in der Nähe der Grund­stü­cke der Antrag­stel­le­rin vor­bei. Dage­gen leg­te die Antrag­stel­le­rin Wider­spruch mit der Begrün­dung ein, die neu gepflanz­ten Bäu­me und Sträu­cher auf dem an ihre Fisch­tei­che angren­zen­den Grund­stück wür­den nicht hoch genug wach­sen, um die Tei­che aus­rei­chend zu beschat­ten. Seit der Rodung sei es wegen des feh­len­den Schat­ten­wurfs und der dar­aus resul­tie­ren­den Auf­hei­zung der Wei­her in ihrer Fisch­teich­an­la­ge zwei­mal zu Fisch­ster­ben gekom­men.

Nach Ableh­nung durch die Struk­tur- und Geneh­mi­gungs­di­rek­ti­on Süd such­te die Antrag­stel­le­rin um vor­läu­fi­gen Rechts­schutz gegen die geneh­mig­ten Maß­nah­men nach. Das Gericht bestä­tig­te die Ent­schei­dung der Behör­de: Die Antrag­stel­le­rin sei schon nicht antrags­be­fugt. Die Vor­schrift des Lan­des­wald­ge­set­zes, die die unver­züg­li­che Wie­der­auf­fors­tung unbe­stock­ter oder unvoll­stän­dig bestock­ter Wald­flä­chen reg­le, bestehe nur im öffent­li­chen Inter­es­se und ver­mitt­le kei­ne sub­jek­ti­ve Rech­te ein­zel­ner auf forst­be­hörd­li­ches Tätig­wer­den. Aus dem nach­bar­recht­li­chen Gemein­schafts­ver­hält­nis fol­ge auch kei­ne Ver­pflich­tung für einen Grund­stücks­ei­gen­tü­mer, bei der (Wieder-)Aufforstung den Grund­stücks­nach­barn hin­sicht­lich der Aus­wahl der Pflan­zen mit ein­zu­be­zie­hen. Das rhein­land-pfäl­zi­sche Nach­bar­schafts­ge­setz sehe für die Neu­be­grün­dung oder Ver­jün­gung von Wald ledig­lich Grenz­ab­stän­de gegen­über Nach­bar­grund­stü­cken vor, um die­se vor einer über­mä­ßi­gen Ver­schat­tung zu schüt­zen. Ein Recht auf aus­rei­chen­de Beschat­tung durch das Nach­bar­grund­stück gebe es dage­gen nicht.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Beschluss vom 23. Sep­tem­ber 2010 – 4 L 899/​10.NW