Kei­ne Fahr­rad-Maut auf pri­va­tem Land­schafts­weg

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Schles­wig hat eine Ord­nungs­ver­fü­gung der Unte­ren Natur­schutz­be­hör­de des Krei­ses Nord­fries­land bestä­tigt. Die­se hat­te den Eigen­tü­mern der Pri­vat­stra­ße auf Sylt unter­sagt, für die Benut­zung der Stra­ße durch Fahr­rad­fah­rer 2,- € Ent­gelt zu neh­men und ande­re vor­han­de­ne Wege so zu ver­sper­ren, dass die Rad­fah­rer gezwun­gen sind, die „Maut­sta­ti­on“ zu pas­sie­ren.

Kei­ne Fahr­rad-Maut auf pri­va­tem Land­schafts­weg

Die Eigen­tü­mer hat­ten zur Begrün­dung vor­ge­tra­gen, durch das Vor­hal­ten von Toi­let­ten­häus­chen, Müll­ei­mern und Fahr­rad­stän­dern sowie die stän­dig not­wen­di­ge Instand­hal­tung der Stra­ße ent­stün­den immense Kos­ten. Jeder Rad­fah­rer, der ihre Stra­ße und die Ein­rich­tun­gen nut­ze, müs­se sich auch an deren Kos­ten betei­li­gen.

Dem folg­te das Gericht nicht. § 39 Lan­des­na­tur­schutz­ge­setz rege­le aus­drück­lich, dass in der frei­en Land­schaft jeder auf eige­ne Gefahr Pri­vat­we­ge zum Zwe­cke der Erho­lung unent­gelt­lich betre­ten und sich dort vor­über­ge­hend auf­hal­ten dür­fe. Dies gel­te nach dem Gesetz auch für Fahr­rad­fah­rer. Der Lis­ter Ellen­bo­gen gehö­re auch – trotz der dort vor­han­de­nen Schaf­hal­tung – zur frei­en Land­schaft und unter­fal­le damit der Rege­lung.
Die Klä­ger sei­en zwar nicht ver­pflich­tet, den Besu­chern Fahr­rad­stän­der und Toi­let­ten­häus­chen zur Ver­fü­gung zu stel­len. Für die­se Nut­zun­gen sei­en Ent­gel­te, z.B. durch Münz­ein­wurf, also zuläs­sig. Die rei­ne Stra­ßen­nut­zung müs­se aber unent­gelt­lich blei­ben, zumal die Kos­ten der Stra­ßen­re­pa­ra­tur nicht von den Rad­fah­rern, son­dern von den Pkw ver­ur­sacht wür­den. Von deren Fah­rer wer­de aber bereits zuläs­si­ger­wei­se eine Benut­zungs­ge­bühr erho­ben.

Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 24. Sep­tem­ber 2008 – 1 A 13/​08