Kei­ne Hand­wech­sel beim Pony­rei­ten auf Jahr­märk­ten

Schau­stel­ler, die auf Jahr­märk­ten Pony­rei­ten für Kin­der anbie­ten, müs­sen nicht nach jeweils 30 Minu­ten Ein­satz ihrer Pfer­de einen Hand­wech­sel durch­füh­ren. Mit die­ser Begrün­dung gab jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den drei Kla­gen statt, in denen sich die Klä­ger gegen ent­spre­chen­de Auf­la­gen in den ihnen von den Krei­sen Güters­loh und Pader­born erteil­ten Erlaub­nis­sen gewandt hat­ten.

Kei­ne Hand­wech­sel beim Pony­rei­ten auf Jahr­märk­ten

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den hielt eine sol­che Auf­la­ge zum Schutz der Tie­re für nicht erfor­der­lich. Es gebe gleich geeig­ne­te, mil­de­re Mit­tel für ein phy­sisch und psy­chisch aus­ge­gli­che­nes Trai­ning der Pfer­de. Ein Rich­tungs­wech­sel nach 30 Minu­ten Ein­satz, der den Tie­ren nach den über­ein­stim­men­den Auf­fas­sun­gen der in der münd­li­chen Ver­hand­lung ver­nom­me­nen Sach­ver­stän­di­gen nur schwer und unter gro­ßem Zeit­auf­wand bei­zu­brin­gen sei, sei nicht zwin­gend not­wen­dig. Dar­über hin­aus rüg­te das Ver­wal­tungs­ge­richt, dass den Klä­gern kei­ne ange­mes­se­ne Über­gangs­frist ein­ge­räumt wor­den sei. Für die Klä­ger bedeu­te die sofor­ti­ge Umset­zung der Auf­la­ge, dass sie jeden­falls zunächst ihren Betrieb ein­stel­len müss­ten. Da der Gesund­heits­zu­stand der Ponys aber nicht bean­stan­det wor­den sei, bedür­fe es kei­nes sofor­ti­gen Han­delns. Es sei des­halb unan­ge­mes­sen, den Klä­gern kei­ne Zeit für das Umtrai­nie­ren der Tie­re zu geben.

Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den, Urtei­le vom 18. Novem­ber 2010 – 2 K 2485/​08, 2 K 697/​09 und 2 K 12/​09