Kei­ne Mehr­ge­schos­ser am Gro­ßen Wann­see

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat das Aus für ein mehr­ge­schos­si­ges Bau­vor­ha­ben am Gro­ßen Wann­see in Ber­lin besie­gelt.

Kei­ne Mehr­ge­schos­ser am Gro­ßen Wann­see

Das Bezirks­amt Ste­glitz-Zehlen­dorf von Ber­lin erteil­te dem bei­gela­de­nen Bau­herrn einen Bau­vor­be­scheid für ein mehr­ge­schos­si­ges Wohn­haus mit Gewer­be­an­teil, das auf einem Ufer­grund­stück am Gro­ßen Wann­see errich­tet wer­den soll. Dage­gen rich­tet sich die Kla­ge des benach­bar­ten Segel­ver­eins. Die Grund­stü­cke des Klä­gers und der Bei­gela­de­nen lie­gen im Gel­tungs­be­reich eines Bebau­ungs­plans aus dem Jahr 1959, der die Zahl der zuläs­si­gen Voll­ge­schos­se auf zwei und eine größ­te Bau­mas­se von 1,0 m³ umbau­ten Raums je m2 Bau­grund­stück fest­setzt. Der Klä­ger hat den Bau­vor­be­scheid inso­weit ange­foch­ten, als der Beklag­te dar­in Befrei­un­gen von den Fest­set­zun­gen des Bebau­ungs­plans für die Über­schrei­tung der zuläs­si­gen Zahl der Voll­ge­schos­se von zwei auf sechs und der zuläs­si­gen Bau­mas­sen­zahl von 1,0 m³ je m2 Grund­stücks­flä­che auf 4,3 m³ je m2 Grund­stücks­flä­che in Aus­sicht gestellt hat.

Das erst­in­stanz­lich hier­mit befass­te Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben1, das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg2 hat die Beru­fung der Bei­gela­de­nen zurück­ge­wie­sen. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat nun die Vor­in­stan­zen bestä­tigt:

Die vom Klä­ger ange­grif­fe­nen Befrei­un­gen hät­ten nicht in Aus­sicht gestellt wer­den dür­fen, weil die Zulas­sung des beab­sich­tig­ten Vor­ha­bens, das mit der Umge­bung „bre­che“ und ihr „eine neue Ord­nung“ geben kön­ne, die Grund­zü­ge der Pla­nung berüh­re. Eine der­art weit rei­chen­de Ent­schei­dung dür­fe nicht die Bau­auf­sichts­be­hör­de tref­fen, son­dern sei dem Plan­ge­ber vor­be­hal­ten. Der Klä­ger kön­ne die Rechts­wid­rig­keit der Befrei­un­gen auch gel­tend machen, weil die Eigen­tü­mer der im Plan­ge­biet lie­gen­den Grund­stü­cke nach der Kon­zep­ti­on des Bebau­ungs­plans gegen zu Unrecht gestat­te­te Abwei­chun­gen von den hier in Rede ste­hen­den Fest­set­zun­gen geschützt sei­en.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 9. August 2018 – 4 C 7.17

  1. VG Ber­lin, Urteil vom 15.08.2013 – 13 K 306.12 []
  2. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 30.06.2017 – 10 B 10.15 []