Kei­ne pri­va­te Alt­pa­pier­samm­lung in Del­men­horst

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg hat den Eil­an­trag eines pri­va­ten Ent­sor­gungs­un­ter­neh­mens abge­lehnt, mit dem die­ses sich gegen die Unter­sa­gung der Alt­pa­pier­samm­lung ab dem 1. Janu­ar 2010 in der Stadt Del­men­horst gewandt hat.

Kei­ne pri­va­te Alt­pa­pier­samm­lung in Del­men­horst

Das Unter­neh­men war im Sep­tem­ber 2007 von der Stadt Del­men­horst mit der Ent­sor­gung von Papier -, Pap­pe – und Kar­to­na­ge – Abfäl­len (sog. PPK – Abfäl­le) aus der Stra­ßen­samm­lung und aus Depot­con­tai­nern im Stadt­ge­biet beauf­tragt wor­den. Mit dem Ein­ver­ständ­nis der Stadt hat­te die­ses im Fol­ge­jahr dar­über hin­aus "Blaue Ton­nen" flä­chen­de­ckend und kos­ten­los an die pri­va­ten Haus­hal­te in Del­men­horst ver­teilt und im Juni 2008 mit der regel­mä­ßi­gen Abfuhr des Alt­pa­piers begon­nen. Im Novem­ber 2009 beschloss die Stadt, die Alt­pa­pier­ent­sor­gung ab 2010 neu zu orga­ni­sie­ren und mit der regel­mä­ßi­gen Samm­lung ihre eige­ne Abfall­wirt­schafts­ge­sell­schaft zu beauf­tra­gen. Dem Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men wur­de die wei­te­re Alt­pa­pier­samm­lung unter­sagt.

Das Gericht hat den dage­gen gerich­te­ten Eil­an­trag des Unter­neh­mens abge­lehnt. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Antrag­stel­le­rin sieht es die Stadt als unte­re Abfall­be­hör­de als zustän­dig an. In der Sache ist das Ver­wal­tungs­ge­richt der aktu­el­len Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts zu Alt­pa­pier­samm­lun­gen gefolgt, wonach PPK – Abfäl­le aus pri­va­ten Haus­hal­tun­gen grund­sätz­lich den öffent­lich-recht­li­chen Ent­sor­gungs­trä­gern über­las­sen wer­den müs­sen.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Olden­burg kann sich das Unter­neh­men nach Maß­ga­be der hier­zu vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­wi­ckel­ten Kri­te­ri­en nicht auf eine Aus­nah­me beru­fen, weil es kei­ne gewerb­li­che Samm­lung im Sin­ne des Abfall­rechts durch­führt, son­dern in der kon­kre­ten Form nach Art eines öffent­lich-recht­li­chen Ent­sor­gungs­trä­gers tätig ist. Im Übri­gen hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg die Unter­sa­gungs­ver­fü­gung – auch unter Berück­sich­ti­gung der (ver­trag­li­chen) Vor­be­zie­hun­gen zwi­schen den Betei­lig­ten – als ermes­sens­ge­recht und ver­hält­nis­mä­ßig ange­se­hen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg, Beschluss vom 9. Febru­ar 2010 – 5 B 3188/​09