Keine Sportgrundschule

Für eine „Sportgrundschule“ besteht kein besonderes pädagogisches Interesse. Mit dieser Begründung hat jetzt das Verwaltugnsgericht Hannover die Klage der Freies Gymnasium Hannover GmbH gegen die Landesschulbehörde auf Genehmigung der Errichtung einer „Sportgrundschule“ abgewiesen.

Keine Sportgrundschule

Nach Überzeugung der Verwaltungsgerichts ist die Entscheidung der Landesschulbehörde, ein besonderes pädagogisches Interesse für die Errichtung dieser Grundschule nach Art. 7 Abs. 5 GG nicht anzuerkennen, rechtmäßig. Angesichts des Vorrangs öffentlicher Grundschulen muss eine private Grundschule, die sich nicht der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit bestimmten Begabungen oder Beeinträchtigungen widmen, sondern dem „Normalschüler“ offen stehen soll, ein pädagogisches Konzept aufweisen, das sich deutlich aus dem Konzept öffentlicher Grundschulen hervorhebt oder von diesem unterscheidet. Das ist nach Meinung des Verwaltungsgerichts nicht der Fall, wenn die Grundschule nur ein Mehr an Sport und Bewegung sowie an Sportbewusstsein vermitteln will, ohne dass dies mit einem greifbaren (sport-) pädagogischen Konzept verbunden wird, das sich auf die ganze Grundschule und nicht nur auf den Sportunterricht bezieht.

Insbesondere hat das Verwaltungsgericht ein pädagogisches Konzept vermisst, dass sich auch auf die Kernaufgaben der Grundschule, nämlich die Vermittlung der Kompetenzen in den Fächern Mathematik und Deutsch zur Vorbereitung auf den weiteren Bildungsweg, erstreckt. Die geplante – nachträgliche – wissenschaftliche Begleitung des Sportunterrichts reicht hierfür nach Auffassung des Verwaltungsgerichts nicht aus.

Verwaltungsgericht Hannover, Urteil vom 9. September 2010 – 6 A 1182/09