Kei­ne Stich­wahl bei den Bür­ger­meis­ter­wah­len in NRW

Der Weg­fall der Stich­wahl bei den Bür­ger­meis­ter- und Land­rats­wah­len mit der Lan­des­ver­fas­sung ver­ein­bar. Dies hat heu­te der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof für das Land Nord­rhein-West­fa­len ent­schie­den und damit den Nor­men­kon­troll­an­trag der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten der SPD-Frak­ti­on und der Frak­ti­on Bünd­nis 90/​Die Grü­nen gegen eine ent­spre­chen­de Neu­re­ge­lung im Kom­mu­nal­wahl­ge­setz (KWahlG NRW) zurück­ge­wie­sen.

Kei­ne Stich­wahl bei den Bür­ger­meis­ter­wah­len in NRW

Die im KWahlG NRW gere­gel­te Direkt­wahl der Bür­ger­meis­ter und Land­rä­te in einem Wahl­gang mit rela­ti­ver Mehr­heit ver­let­ze kei­ne Grund­sät­ze des demo­kra­ti­schen Rechts­staats. Der nord­rhein-west­fä­li­sche Gesetz­ge­ber ver­fü­ge bei der Aus­ge­stal­tung der Bür­ger­meis­ter- und Land­rats­wah­len über einen wei­ten Gestal­tungs­spiel­raum. Die Neu­re­ge­lung im KWahlG NRW, mit der die frü­he­re Stich­wahl­re­ge­lung weg­ge­fal­len sei, tra­ge auf der Basis der vom Lan­des­ge­setz­ge­ber zugrun­de geleg­ten tat­säch­li­chen und nor­ma­ti­ven Grund­la­gen dem Erfor­der­nis demo­kra­ti­scher Legi­ti­ma­ti­on aus­rei­chend Rech­nung. Soweit es in einer Viel­zahl ande­rer Bun­des­län­der ein Stich­wahl­sys­tem gebe, lie­ßen sich aus die­ser kom­mu­nal­wahl­recht­li­chen Pra­xis kei­ne zwin­gen­den Vor­ga­ben für den nord­rhein-west­fä­li­schen Wahl­ge­setz­ge­ber ablei­ten.

Der Gesetz­ge­ber sei aber gehal­ten, die Wahl­ver­hält­nis­se dar­auf­hin im Blick zu behal­ten, ob das bestehen­de Wahl­sys­tem den erfor­der­li­chen Gehalt an demo­kra­ti­scher Legi­ti­ma­ti­on auch zukünf­tig ver­mit­teln kön­ne. Änder­ten sich die tat­säch­li­chen und nor­ma­ti­ven Grund­la­gen wesent­lich, kön­ne sich hin­sicht­lich der Zuläs­sig­keit des neu­en Wahl­mo­dus für die Direkt­wahl der Bür­ger­meis­ter und Land­rä­te eine abwei­chen­de ver­fas­sungs­recht­li­che Bewer­tung erge­ben.

Ver­fas­sungs­ge­richts­hof für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 26. Mai 2009 – VerfGH 2/​09