Kei­ne tou­ris­ti­schen Über­nach­tun­gen in Berlin

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat das Ver­bot tou­ris­ti­scher Über­nach­tun­gen in Ber­lin bestätigt.

Kei­ne tou­ris­ti­schen Über­nach­tun­gen in Berlin

Nach § 16 Abs. 2 Satz 1 der SARS-CoV-2-Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men­ver­ord­nung des Lan­des Ber­lin sind tou­ris­ti­sche Über­nach­tun­gen in Hotels und ande­ren Beher­ber­gungs­be­trie­ben wei­ter­hin unter­sagt. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin hat­te den noch gegen die zuvor gel­ten­de Bestim­mung gerich­te­ten Eil­an­trag einer Ver­mie­te­rin von 228 Feri­en­ap­par­te­ments mit Beschluss vom 18. Novem­ber 20201 abge­lehnt . Dies hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg nun mit Blick auf die neue Rege­lung bestätigt:

Die gesetz­li­che Ermäch­ti­gung in §§ 28, 32 i.V.m. § 28a Abs. 1 Ziff. 12 des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes sei ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Antrag­stel­le­rin nicht offen­sicht­lich ver­fas­sungs­wid­rig. Ins­be­son­de­re sei sie hin­rei­chend bestimmt und genü­ge dem Geset­zes­vor­be­halt. Soweit nach den Bestim­mun­gen der SARS-CoV-2-Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men­ver­ord­nung Über­nach­tun­gen anläss­lich von Dienst- und Geschäfts­rei­sen und aus not­wen­di­gen pri­va­ten Grün­den vom Beher­ber­gungs­ver­bot aus­ge­nom­men sei­en, sei die Antrag­stel­le­rin nicht ver­pflich­tet, tat­säch­li­che Rei­se- bzw. Über­nach­tungs­grün­de zu über­prü­fen. Viel­mehr hät­ten die Gäs­te voll­stän­di­ge und wahr­heits­ge­mä­ße Anga­ben zu machen. Die Betrei­ber der Ein­rich­tun­gen müss­ten vor Abschluss eines Ver­tra­ges ledig­lich den Zweck der Beher­ber­gung erfra­gen und doku­men­tie­ren. Das Ver­bot tou­ris­ti­scher Über­nach­tun­gen beu­ge der Gefahr vor, dass noch nicht fest­ge­stell­te Infek­tio­nen nach Ber­lin getra­gen wer­den könn­ten, wodurch auch die Nach­ver­folg­bar­keit von Infek­ti­ons­ket­ten erschwert wer­de. Ange­sichts des dif­fu­sen Infek­ti­ons­ge­sche­hens kön­ne die Pan­de­mie­be­kämp­fung nicht mehr nur bei ver­meint­li­chen „Haupt­trei­bern“ anset­zen. Die­se nicht zu bean­stan­den­de Ein­schät­zung des Ver­ord­nungs­ge­bers sei geeig­net, die wei­te­re Aus­brei­tung des Virus zu ver­lang­sa­men. Das auch im Übri­gen erfor­der­li­che und ver­hält­nis­mä­ßig erschei­nen­de Beher­ber­gungs­ver­bot ver­sto­ße nicht gegen den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz, weil die von der Antrag­stel­le­rin ver­mie­te­ten Unter­künf­te anders als aus­schließ­lich selbst­ge­nutz­te Zweit- und Feri­en­woh­nun­gen typi­scher­wei­se einen gro­ßen, stän­dig wech­seln­den Nut­zer­kreis auf­wie­sen. Dies recht­fer­ti­ge eine abwei­chen­de Behandlung.

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Deckblattverfahren für eine Ortsumgehung

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ‑Bran­den­burg, Beschluss vom 8. Janu­ar 2021 – OVG 1 S 156/​20

  1. VG Ber­lin, Beschluss vom 18.11.2020 – VG 14 L 580/​20[]

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