Kei­ne Zuver­läs­sig­keits­über­prü­fung für bestehen­de Pri­vat­pi­lo­ten­li­zen­zen

Nach einem ges­tern ver­kün­de­ten Urteil des Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs ver­lie­ren Pri­vat­pi­lo­ten, die bereits über eine zeit­lich befris­te­te Flug­li­zenz ver­fü­gen, die­se nicht, wenn sie kei­nen Antrag auf Zuver­läs­sig­keits­über­prü­fung stel­len.

Kei­ne Zuver­läs­sig­keits­über­prü­fung für bestehen­de Pri­vat­pi­lo­ten­li­zen­zen

Der Klä­ger des vom BayVGH ent­schie­de­nen Falls ist Inha­ber einer sol­chen befris­te­ten Flug­li­zenz, die im Okto­ber 2009 abläuft. Nach den Anschlä­gen auf das World-Tra­de-Cen­ter in New York am 11. Sep­tem­ber 2001 und einem ver­bots­wid­ri­gen Über­flug über die Frank­fur­ter Innen­stadt durch einen Klein­flie­ger hat­te der Gesetz­ge­ber im Rah­men des sog. Luft­si­cher­heits­ge­set­zes vom 11. Janu­ar 2005 die Zuver­läs­sig­keits­über­prü­fung auch auf Pri­vat­pi­lo­ten aus­ge­dehnt. Die­se Über­prü­fung dient dem Schutz vor Angrif­fen auf die Sicher­heit des Luft­ver­kehrs, ins­be­son­de­re vor Flug­zeug­ent­füh­run­gen, Sabo­ta­ge­ak­ten und ter­ro­ris­ti­schen Anschlä­gen. Eine Rege­lung dar­über, ob die auf Antrag des Pilo­ten durch­zu­füh­ren­de Zuver­läs­sig­keits­über­prü­fung auch Alt­fäl­le bereits erteil­ter Pilo­ten­li­zen­zen erfasst, ent­hält das Gesetz indes nicht. Nach Ansicht der Luft­fahrt­be­hör­de ver­liert der Pilot sei­ne Lizenz, wenn er kei­nen ent­spre­chen­den Antrag auf Über­prü­fung stellt. Die­ser Rechts­auf­fas­sung ist bereits das Ver­wal­tungs­ge­richt Mün­chen ent­ge­gen­ge­tre­ten. Der BayVGH wies nun­mehr die Beru­fung des Frei­staa­tes Bay­ern gegen die­se Ent­schei­dung zurück. Wenn von der Neu­re­ge­lung auch bestehen­de Pri­vat­pi­lo­ten­li­zen­zen hät­ten erfasst wer­den sol­len, hät­te es dazu aus ver­fas­sungs­recht­li­chen Grün­den einer Über­gangs­re­ge­lung im Gesetz bedurft. Da eine sol­che feh­le, sei das gegen­über dem Klä­ger ange­ord­ne­te Ruhen sei­ner Lizenz auf­zu­he­ben.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Urteil vom 3. März 2009 – 8 BV 07.496