Kin­der­gar­ten­bei­trä­ge zur Haus­halts­sa­nie­rung

Nach einer im Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes ergan­ge­nen Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Düs­sel­dorf ist die Stadt Duis­burg aus Haus­halts­grün­den zur Wieder­einführung einer Kin­der­gar­ten­bei­trags­pflicht für Geschwis­ter­kin­der ver­pflich­tet.

Kin­der­gar­ten­bei­trä­ge zur Haus­halts­sa­nie­rung

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf hat damit den Eil­an­trag der Stadt Duis­burg gegen die kom­mu­nal­auf­sicht­li­che Anord­nung der Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf abge­lehnt, für Geschwis­ter­kin­der für den Besuch von Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen wie­der eine Bei­trags­pflicht in Höhe von 25 % des für das 1. Kind zu zah­len­den Betra­ges vor­zu­se­hen, wie sie bis zum 31. Juli 2009 galt.

Die kom­mu­nal­auf­sicht­li­che Anord­nung der Bezirks­re­gie­rung erwei­se sich, so das Düs­sel­dor­fer Ver­wal­tungs­ge­richt in sei­nen Ent­schei­dungs­grün­den, bei vor­läu­fi­ger Prü­fung als recht­mä­ßig. Die Stadt Duis­burg ver­fü­ge seit Jah­ren über kein geneh­mig­tes Haus­halts­si­che­rungs­kon­zept mehr, sei inzwi­schen über­schul­det und gehö­re lan­des­weit zu den Kom­mu­nen mit der höchs­ten Pro-Kopf-Ver­schul­dung. In solch einer pre­kä­ren finan­zi­el­len Situa­ti­on sei eine Gemein­de nach den haus­halts­wirt­schaft­li­chen Rege­lun­gen der Gemein­de­ord­nung ver­pflich­tet, im ver­tret­ba­ren Rah­men Ein­nah­me­mög­lich­kei­ten wahr­zu­neh­men. Das habe der Rat nicht beach­tet, als er eine neue, zum 1. August 2009 in Kraft getre­te­ne Bei­trags­sat­zung beschlos­sen habe, die die bis dahin gel­ten­de 25 %-ige Bei­trags­pflicht für Geschwis­ter­kin­der abschaff­te. Des­halb habe die Bezirks­re­gie­rung im Wege der Kom­mu­nal­auf­sicht ein­schrei­ten dür­fen.

Da die Rege­lung auch frü­her in Duis­burg galt und die auf ein Vier­tel des für das 1. Kind ent­ste­hen­den Betra­ges ermä­ßig­ten Bei­trä­ge sich an den Ein­kom­mens­ver­hält­nis­sen der Fami­lie ori­en­tier­ten, sei nicht erkenn­bar, dass Geschwis­ter­kind­bei­trä­ge von 7,50 Euro (in der Ein­kom­mens­grup­pe bis 20.000 Euro) bis 78,75 Euro monat­lich (in der Ein­kom­mens­grup­pe über 75.000 Euro) unzu­mut­bar sei­en. Für Eltern mit einem Jah­res­ein­kom­men bis 15.000 Euro sei die Inan­spruch­nah­me eines Kin­der­gar­ten­plat­zes auch für Geschwis­ter­kin­der wei­ter­hin bei­trags­frei.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 30. Novem­ber 2009 – 1 L 1700/​09