Kla­ge gegen Ran­gier­bahn­hof in Halle/​Saale

Nach Ablauf der Ein­wen­dungs­frist erst­mals gel­tend gemach­te Ein­wen­dun­gen gegen einen Plan­fest­stel­lungs­be­schluss sind im gericht­li­chen Ver­fah­ren grund­sätz­lich nicht mehr zu prü­fen.

Kla­ge gegen Ran­gier­bahn­hof in Halle/​Saale

So die Begrün­dung der Kla­ge­ab­wei­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts des Lan­des Sach­sen-Anhalt im Fal­le einer Kla­ge gegen den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss für einen neu­en Ran­gier­bahn­hof in Halle/​Saale. Die­se Zug­bil­dungs­an­la­ge, land­läu­fig auch Ran­gier­bahn­hof genannt, soll im Wesent­li­chen auf dem Gelän­de des bis­he­ri­gen Güter­bahn­hofs zwi­schen dem Haupt­bahn­hof Halle/​Saale und der Ber­li­ner Brü­cke ent­ste­hen. Der Klä­ger, wel­cher in unmit­tel­ba­rer Nähe des geplan­ten Vor­ha­bens in einem Eigen­heim wohnt, hat­te gel­tend gemacht, dass durch die Bau­ar­bei­ten und den Betrieb der neu­en Bahn­an­la­ge sein Grund­stück unzu­mut­ba­ren Lärm­im­mis­sio­nen und Erschüt­te­run­gen aus­ge­setzt wer­de.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, wel­ches in ers­ter Instanz für die Kla­ge gegen den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss zustän­dig war, hat zur Begrün­dung im Wesent­li­chen aus­ge­führt, dass der Klä­ger im gericht­li­chen Ver­fah­ren mit sei­nen Ein­wen­dun­gen gegen den Plan nicht mehr gehört wer­den kön­ne, da er inner­halb der sog. Ein­wen­dungs­frist, wel­che nach Aus­le­gung der Plan­un­ter­la­gen am 2. Juni 2008 bis zum 15. Juli 2008 gelau­fen habe, kei­ne Ein­wen­dun­gen bei der zustän­di­gen Behör­de erho­ben habe. Nach Ablauf der Frist erst­mals gel­tend gemach­te Ein­wen­dun­gen sei­en im gericht­li­chen Ver­fah­ren grund­sätz­lich nicht mehr zu prü­fen. Der Ein­wand des Klä­gers, in der öffent­li­chen Bekannt­ma­chung über den Lauf der Ein­wen­dungs­frist im Amts­blatt der Stadt Halle/​Saale sei das geplan­te Vor­ha­ben so unge­nau bezeich­net wor­den, dass er nicht habe anneh­men kön­nen, dass es sich um ein Vor­ha­ben unmit­tel­bar vor sei­nem Haus han­delt und er des­halb inner­halb der Frist kei­ne Ein­wen­dun­gen habe erhe­ben kön­nen, ist nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts nicht zutref­fend.

Die von der Behör­de in der Bekannt­ma­chung gewähl­te Bezeich­nung „Neu­bau Zug­bil­dungs­an­la­ge Halle/​Saale in der Gemar­kung Halle/​Saale“ sei als schlag­wort­ar­ti­ge Beschrei­bung des Plan­vor­ha­bens aus­rei­chend gewe­sen, um poten­ti­ell betrof­fe­ne Bür­ger zu ver­an­las­sen, Ein­sicht in die Plan­un­ter­la­gen zu neh­men und gege­be­nen­falls inner­halb der Frist Ein­wen­dun­gen zu erhe­ben. Der Bür­ger müs­se nicht bereits aus der Bekannt­ma­chung abschlie­ßend erken­nen kön­nen, in wel­cher Wei­se und in wel­chem Aus­maß er von dem Plan­vor­ha­ben betrof­fen ist. Es müs­se ihm ledig­lich im Sin­ne eines „Ansto­ßes“ die Mög­lich­keit sei­ner Betrof­fen­heit so deut­lich gemacht wer­den, dass er zur Ein­ho­lung wei­te­rer Infor­ma­tio­nen ver­an­lasst wird.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt, Urteil vom 19. Okto­ber 2011 – 3 K 374/​10