Kla­ge­be­fug­nis bei der Anfech­tungs­kla­ge – und die eige­ne Ver­let­zung in eige­nen Rech­ten

Soweit gesetz­lich nichts ande­res bestimmt ist, ist die Kla­ge gemäß § 42 Abs. 2 VwGO nur zuläs­sig, wenn der Klä­ger gel­tend macht, durch den Ver­wal­tungs­akt oder sei­ne Ableh­nung oder Unter­las­sung in sei­nen Rech­ten ver­letzt zu sein.

Kla­ge­be­fug­nis bei der Anfech­tungs­kla­ge – und die eige­ne Ver­let­zung in eige­nen Rech­ten

Ist der Klä­ger nicht Adres­sat eines Ver­wal­tungs­akts, son­dern ledig­lich als Drit­ter betrof­fen, so ist für sei­ne Kla­ge­be­fug­nis erfor­der­lich, dass er die Ver­let­zung einer Vor­schrift behaup­tet, die ihn als Drit­ten zu schüt­zen bestimmt ist 1, und die Ver­let­zung die­ser Norm zumin­dest mög­lich erscheint.

Das setzt einen ent­spre­chen­den Rege­lungs­ge­halt des ange­grif­fe­nen Ver­wal­tungs­akts vor­aus, denn nur soweit die­ser reicht, ist auch eine Ver­let­zung nach­bar­schüt­zen­der Vor­schrif­ten denk­bar 2.

Eine Anfech­tungs­kla­ge ist nur dann nach § 42 Abs. 2 VwGO unzu­läs­sig, wenn offen­sicht­lich und ein­deu­tig nach kei­ner Betrach­tungs­wei­se die vom Klä­ger behaup­te­ten Rech­te bestehen oder ihm zuste­hen kön­nen 3.

Die inso­weit an den klä­ge­ri­schen Sach­vor­trag zu stel­len­den Anfor­de­run­gen dür­fen – mit Blick auf die Rechts­schutz­ga­ran­tie des Art.19 Abs. 4 Satz 1 GG – dabei nicht über­spannt wer­den 4.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 22. Dezem­ber 2016 – 4 B 13.16

  1. stRspr, vgl. etwa BVerwG, Urteil vom 25.09.2008 – 3 C 35.07, BVerw­GE 132, 64 Rn. 14[]
  2. vgl. BVerwG, Beschluss vom 16.01.1997 – 4 B 244.96, Buch­holz 406.19 Nach­bar­schutz Nr. 142[]
  3. sie­he etwa BVerwG, Urteil vom 20.04.1994 – 11 C 17.93, BVerw­GE 95, 333, 334 f.[]
  4. stRspr, z.B. BVerwG, Urtei­le vom 28.06.2000 – 11 C 13.99, Buch­holz 442.42 § 27a Luft­ver­kehrs­ord­nung Nr. 1 S. 6 41; und vom 18.12 2014 – 4 C 36.13, BVerw­GE 151, 138 Rn. 14[]