Die Ber­li­ner Klet­ter­hal­le des Alpen­ver­eins

Ob es sich bei einer gewähr­ten För­de­rung eines Ver­eins um eine sol­che han­delt, die nach EU-recht­li­che Bei­hil­fe­re­ge­lun­gen vor der Durch­füh­rung der Maß­nah­me der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on gemel­det wer­den muss, kann dahin­ste­hen, wenn die För­de­rung unter dem Schwel­len­wert von 200.000 Euro inner­halb von drei Jah­ren liegt und damit nach der EU-Ver­ord­nung über soge­nann­te „De-mini­mis-Bei­hil­fen“ kei­ne Mel­de­pflicht besteht.

Die Ber­li­ner Klet­ter­hal­le des Alpen­ver­eins

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg die Eil­ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin 1 nicht bestä­tigt, mit der das Bezirks­amt Mit­te ver­pflich­tet wor­den ist, den Bau einer Klet­ter­hal­le vor­erst zu stop­pen. Die Ber­li­ner Sek­ti­on des Deut­schen Alpen­ver­eins plant die Errich­tung eines Klet­ter­zen­trums in Ber­lin-Mit­te, wofür ihr der Bezirk unter Beru­fung auf das Sport­för­de­rungs­ge­setz ein Grund­stück zu einem erheb­lich güns­ti­ge­ren als dem markt­üb­li­chen Miet­zins ver­mie­tet hat. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat­te dem Antrag der Betrei­be­rin einer kom­mer­zi­el­len Klet­ter­hal­le auf Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes mit der Begrün­dung statt­ge­ge­ben, die För­de­rung des Deut­schen Alpen­ver­eins ver­sto­ße gegen EU-recht­li­che Bei­hil­fe­re­ge­lun­gen, denn es han­de­le sich um eine Bei­hil­fe, die vor der Durch­füh­rung der Maß­nah­me der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on gemel­det wer­den müs­se.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg kön­ne dahin­ge­stellt blei­ben, ob die dem Deut­schen Alpen­ver­ein gewähr­te För­de­rung eine Bei­hil­fe im Sin­ne des EU-Rechts dar­stellt. Selbst wenn dies anzu­neh­men sei, bestehe nach einer EU-Ver­ord­nung über soge­nann­te „De-mini­mis-Bei­hil­fen“ kei­ne Mel­de­pflicht, denn die gewähr­te För­de­rung lie­ge unter dem Schwel­len­wert von 200.000 Euro inner­halb von drei Jah­ren.

Auch nach dem Sport­för­de­rungs­ge­setz sei die För­de­rung der Klet­ter­hal­le nicht aus­ge­schlos­sen, da die­se nicht gewerbs­mä­ßig genutzt wer­den sol­le. Viel­mehr sei geplant, sie im Wesent­li­chen für Ver­eins­mit­glie­der zu öff­nen. Im Fal­le einer gewerbs­mä­ßi­gen Nut­zung müs­se der Deut­sche Alpen­ver­ein die markt­üb­li­che Mie­te zah­len, auch kön­ne der Miet­ver­trag gekün­digt wer­den.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 5. Juli 2012 – 6 S 16.12

  1. VG Ber­lin, Beschluss vom 26.04.2012 – 20 L 91.12[]