Kom­mu­na­ler Finanz­kraft­um­la­ge in Sach­sen-Anhalt

Das Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt Sach­sen-Anhalt hat meh­re­re kom­mu­na­le Ver­fas­sungs­be­schwer­den der Stadt Lüt­zen, der Gemein­den Bar­le­ben, Loit­sche-Hein­richs­berg, Rogätz und Angern sowie der Stadt Leu­na gegen § 12 Abs. 3 des Finanz­aus­gleichs­ge­set­zes 2013 zurück­ge­wie­sen.

Kom­mu­na­ler Finanz­kraft­um­la­ge in Sach­sen-Anhalt

Die mit der ange­grif­fe­nen Rege­lung zur Mil­de­rung der Unter­schie­de in der Finanz­kraft für kreis­an­ge­hö­ri­ge Gemein­den ein­ge­führ­te Finanz­kraft­um­la­ge (sog. Abund­anz­um­la­ge) ver­letzt die Beschwer­de­füh­re­rin­nen nach Ansicht des Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richts nicht in ihrem kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tungs­recht.

Es stellt kei­ne unzu­läs­si­ge Rück­wir­kung dar, dass der Gesetz­ge­ber für die Berech­nung der Umla­ge nicht an das lau­fen­de Steu­er­ein­kom­men der Gemein­den, son­dern an Vor­vor­jah­res­zeit­räu­me anknüpft.

Das Gesetz ent­hält zum Aus­gleich unzu­mut­ba­rer Belas­tun­gen eine Befrei­ungs­re­ge­lung, nach der Gemein­den auf Antrag von der Finanz­aus­gleichs­um­la­ge zu befrei­en sind, wenn sie ande­ren­falls Mit­tel aus dem Aus­gleichs­stock erhal­ten müss­ten.

Gerin­ge Ver­la­ge­rungs­ef­fek­te, die sich zwi­schen den Land­krei­sen durch die Finanz­kraft­um­la­ge mit­tel­bar erge­ben, sind ver­fas­sungs­recht­lich hin­zu­neh­men.

Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt Sach­sen ‑Anhalt, Urtei­le vom 26. Novem­ber 2014 – LVG 10/​13, LVG 12/​13, LVG 14/​13, LVG 15/​13, LVG 16/​13, LVG 17/​13