Kom­mu­nal­wah­len vor den Bun­des­tags­wah­len

Die dies­jäh­ri­gen Kom­mu­nal­wah­len in Nord­rhein-West­fa­len müs­sen nicht zusam­men mit den Bun­des­tags­wah­len abge­hal­ten wer­den und dür­fen am 30. August 2009 statt­fin­den. Dies hat der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof für das Land Nord­rhein-West­fa­len heu­te ent­schie­den und damit den gemein­sa­men Antrag der NRW-Lan­des­ver­bän­de der SPD und des Bünd­nis 90/​Die Grü­nen gegen die Fest­le­gung des Kom­mu­nal­wahl­ter­mins auf den 30. August 2009 zurück­ge­wie­sen.

Kom­mu­nal­wah­len vor den Bun­des­tags­wah­len

Der Innen­mi­nis­ter des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len habe für sei­ne Ent­schei­dung, den Wahl­ter­min auf den 30. August 2009 fest­zu­set­zen, sach­lich nach­voll­zieh­ba­re Grün­de ange­führt und damit nicht will­kür­lich gehan­delt. Nach­voll­zieh­bar sei ins­be­son­de­re, dass er von einer Zusam­men­le­gung der Kom­mu­nal­wah­len mit der Bun­des­tags­wahl am 27. Sep­tem­ber 2009 Abstand genom­men habe. Eine sol­che Zusam­men­le­gung sei in der Recht­spre­chung als pro­ble­ma­tisch ange­se­hen wor­den, weil wegen der all­ge­mei­ne­ren und grö­ße­ren Bedeu­tung der Bun­des­tags­wah­len die Gefahr bestehe, dass kom­mu­nal­po­li­ti­sche The­men hin­ter den bun­des­po­li­ti­schen zurück­tre­ten wür­den. Danach sei es nicht sach­wid­rig, dass der Innen­mi­nis­ter mit dem 30. August 2009 einen Ter­min bestimmt habe, der unter Berück­sich­ti­gung von Feri­en­zei­ten vier Wochen vor der Bun­des­tags­wahl lie­ge und damit eine all­zu gro­ße Nähe zu die­ser Wahl ver­mei­de.

Der Innen­mi­nis­ter habe mit der Fest­le­gung des Wahl­ter­mins auch nicht gegen das Recht auf Chan­cen­gleich­heit der poli­ti­schen Par­tei­en ver­sto­ßen. Durch die Bestim­mung des Wahl­ter­mins auf den 30. August 2009 wer­de die Wett­be­werbs­la­ge zwi­schen den Par­tei­en und sons­ti­gen poli­ti­schen Grup­pie­run­gen und Wahl­be­wer­bern nicht ver­än­dert, weil der Ter­min alle glei­cher­ma­ßen betref­fe.

Ver­fas­sungs­ge­richts­hof für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 26. Mai 2009 – VerfGH 3/​09