Kon­kur­ren­ten­streit um die Geneh­mi­gung zum Bus­li­ni­en­be­trieb

Nach dem soge­nann­ten Alt­un­ter­neh­mer­pri­vi­leg darf dem bis­he­ri­gen Betrei­ber einer Bus­li­nie der Vor­rang bei der Geneh­mi­gung für den Betrieb einer Bus­li­nie gege­ben wer­den, wenn bei kei­nem der vor­ge­leg­ten Ange­bo­te eine ein­deu­ti­ge Prä­fe­renz hin­sicht­lich des Fahr­an­ge­bo­tes fest­ge­stellt wer­den kann.

Kon­kur­ren­ten­streit um die Geneh­mi­gung zum Bus­li­ni­en­be­trieb

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge einer nicht berück­sich­tig­ten Mit­be­wer­be­rin für eine Bus­li­nie abge­wie­sen. Die Klä­ge­rin ist Mit­be­wer­be­rin für die Geneh­mi­gungs­er­tei­lung zum Betrieb einer Bus­ver­bin­dung zwi­schen Koblenz und Linz/​Rhein. Die­se Geneh­mi­gung hat das beklag­te Land der im Ver­fah­ren bei­gela­de­nen Kon­kur­ren­tin erteilt, wel­che die Stre­cke bereits in der Ver­gan­gen­heit bedient hat­te. Dabei ist es einer von die­ser vor­ge­schla­ge­nen Stre­cken­ver­än­de­rung gefolgt. Die bis­he­ri­ge Linie 370 soll zukünf­tig in die Lini­en 170 (Neu­wied – Linz/​Rhein) und 370 (Koblenz – Mül­heim-Kär­lich) umge­wan­delt wer­den. Zur Begrün­dung ver­wies das beklag­te Land u.a. auf die zuvor ein­ge­hol­ten Stel­lung­nah­men der betrof­fe­nen Auf­ga­ben­trä­ger des öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs sowie des Ver­kehrs­ver­bunds Rhein-Mosel. Danach kön­ne mit Blick auf die ört­li­chen Ver­kehrs­be­dürf­nis­se kei­nem der antrag­stel­len­den Unter­neh­men eine ein­deu­ti­ge Prä­fe­renz hin­sicht­lich des Fahr­an­ge­bo­tes gewährt wer­den. Nach dem soge­nann­ten Alt­un­ter­neh­mer­pri­vi­leg sei des­halb der bei­gela­de­nen Mit­be­wer­be­rin der Vor­rang zu geben.

Mit ihrer dage­gen erho­be­nen Kla­ge mach­te die Klä­ge­rin gel­tend, die Ertei­lung der Geneh­mi­gung an die Mit­be­wer­be­rin sei ermes­sens­feh­ler­haft. Der Beklag­te habe sich ohne eige­ne Prü­fung den ein­ge­hol­ten Stel­lung­nah­men ange­schlos­sen. Über­dies habe sie das bes­se­re Ange­bot abge­ge­ben, da sie die Stre­cke ohne Unter­bre­chung zwi­schen Neu­wied und Mül­heim-Kär­lich bedie­nen wol­le.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Koblenz kön­ne die Klä­ge­rin weder die Auf­he­bung der Geneh­mi­gung für die Mit­be­wer­be­rin noch die Ver­pflich­tung des Beklag­ten zur Ertei­lung der Geneh­mi­gung an sie selbst ver­lan­gen. Der Beklag­te habe die rele­van­ten Ver­kehrs­in­ter­es­sen frei von Beur­tei­lungs­feh­lern bewer­tet und auf die­ser Grund­la­ge die Geneh­mi­gung ohne Ermes­sens­feh­ler an die Kon­kur­ren­tin erteilt. Die Aus­wahl habe sich vor­ran­gig an den öffent­li­chen Ver­kehrs­in­ter­es­sen zu ori­en­tie­ren. Des­halb sei regel­mä­ßig der Unter­neh­mer aus­zu­wäh­len, der die bes­te Ver­kehrs­be­die­nung anbie­te. Davon aus­ge­hend sei die vom Beklag­ten getrof­fe­ne Ein­schät­zung, bei kei­nem der vor­ge­leg­ten Ange­bo­te kön­ne eine ein­deu­ti­ge Prä­fe­renz hin­sicht­lich des Fahr­an­ge­bo­tes fest­ge­stellt wer­den, sach­lich begrün­det und nach­voll­zieh­bar. Ins­be­son­de­re sei die Ein­schät­zung, die Lini­en­un­ter­bre­chung zwi­schen Neu­wied und Mül­heim-Kär­lich wer­de u.a. durch ande­re Lini­en kom­pen­siert, recht­lich nicht zu bean­stan­den. Im Hin­blick dar­auf habe der Beklag­te die Geneh­mi­gung unter Hin­weis auf das Alt­un­ter­neh­mer­pri­vi­leg zu Recht der bei­gela­de­nen Mit­be­wer­be­rin ertei­len dür­fen. Denn die lang­jäh­ri­ge bean­stan­dungs­freie Bedie­nung einer Linie durch einen Bewer­ber sei ange­mes­sen zu berück­sich­ti­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 14. Juli 2014 – 5 K 31/​14.KO