Kon­su­la­ri­sche Hil­fe – nur für Deut­sche

Kon­su­la­ri­sche Hil­fe durch die deut­schen Aus­lands­ver­tre­tun­gen steht nur Deut­schen zu und setzt zudem eine beson­de­re Not­la­ge vor­aus.

Kon­su­la­ri­sche Hil­fe – nur für Deut­sche

Das hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin nun noch­mals in zwei Urtei­len klar­ge­stellt: Im ers­ten Fall hat­te ein seit 1995 in Deutsch­land leben­der Spa­ni­er die Hil­fe des Gene­ral­kon­su­lats auf Pal­ma de Mal­lor­ca in Anspruch neh­men wol­len, weil er sich in einer Grund­stücks­an­ge­le­gen­heit wegen sei­ner kata­la­ni­schen Volks­zu­ge­hö­rig­keit durch die spa­ni­schen Behör­den dis­kri­mi­niert sah.

Im zwei­ten Fall woll­te ein in Vene­zue­la leben­der Deut­scher die dor­ti­ge Bot­schaft ver­pflich­tet wis­sen, Unter­halts­zah­lun­gen gegen­über sei­nem in Deutsch­land leben­den Sohn wei­ter­hin in der Lan­des­wäh­rung ent­ge­gen­zu­neh­men, aber in Deutsch­land in Euro aus­zu­zah­len. Die Bot­schaft hat­te ihren Zah­lungs­ver­kehr im Jahr 2014 auf US-Dol­lar umge­stellt, weil sie das Risi­ko der Kurs­schwan­kun­gen des vene­zo­la­ni­schen Boli­var nicht län­ger tra­gen woll­te.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin wies bei­de Kla­gen ab:

Das Kon­su­lar­ge­setz sehe die erfor­der­li­che Hil­fe­leis­tung durch Kon­su­lar­be­am­te im Aus­land nur für die­je­ni­gen Deut­schen vor, die im jewei­li­gen Kon­su­lar­be­zirk hilfs­be­dürf­tig sei­en. Im ers­ten Fall feh­le es bereits an der Vor­aus­set­zung der deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keit des Klä­gers.

Dem­ge­gen­über stel­le die Situa­ti­on des Klä­gers im zwei­ten Fall kei­ne Not­la­ge im Sin­ne des Geset­zes dar. Anwen­dungs­fäl­le der kon­su­la­ri­schen Hil­fe sei­en plötz­lich und uner­war­tet ein­tre­ten­de vor­über­ge­hen­de Not­fäl­le, die durch eine ein­ma­li­ge kon­su­la­ri­sche Hil­fe beho­ben wer­den könn­ten.

Die Hil­fe­leis­tung umfas­se aber kei­ne all­ge­mei­nen Unter­stüt­zungs­maß­nah­men im Aus­land, son­dern beschrän­ke sich auf eine punk­tu­el­le Hil­fe in einer unmit­tel­ba­ren Not­la­ge. Durch die begehr­te Unter­stüt­zung beim Zah­lungs­ver­kehr nach Deutsch­land wer­de aber kei­ne gegen­wär­ti­ge Not­la­ge des Klä­gers beho­ben. Bei den Beschrän­kun­gen des Devi­sen­ver­kehrs in Vene­zue­la han­de­le es sich um einen bereits seit Jah­ren andau­ern­den Zustand, der kei­ne Hilfs­be­dürf­tig­keit im kon­su­lar­recht­li­chen Sinn begrün­de.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urtei­le vom 25. März 2015 – VG 34 K 268.2014 und VG 34 K 275.2014